Mišel Matičević, Sandra Hüller – „Exil“ (2020)

Es gibt Filme, wie Vorschlaghämmer, und solche, die mit feinem Draht schneiden. Dieser ist Letzteres. Visar Morina inszenierte ein Drama, das keine Antworten liefert, aber bohrende Fragen hinterlässt – und das Unbehagen nicht nur beim Publikum, sondern in einer ganzen Gesellschaft verortet.

[…]

Mišel Matičević, Sandra Hüller - "Exil" (2020)

Es gibt Filme, wie Vorschlaghämmer, und solche, die mit feinem Draht schneiden. Dieser ist Letzteres. Visar Morina inszenierte ein Drama, das keine Antworten liefert, aber bohrende Fragen hinterlässt – und das Unbehagen nicht nur beim Publikum, sondern in einer ganzen Gesellschaft verortet. Im Zentrum steht Xhafer, ein Ingenieur mit Migrationsgeschichte, der in einem deutschen Pharmaunternehmen ar

NexxtPress

Franziska Hartmann – “Monster im Kopf” (2023)

Franziska Hartmann und Christina Ebelt waren schon 2019 in “Sterne über uns” eine gute Kombination. Vier Jahre später haben beide sich wieder für einen Film zusammengetan. Und wieder steht eine Frau im Mittelpunkt einer Geschichte, die wir so nicht oft im Fernsehen zu sehen bekommen. (ZDF, Wh)

Franziska Hartmann - "Monster in Kopf" (2023)

Franziska Hartmann und Christina Ebelt waren schon 2019 in "Sterne über uns" eine gute Kombination. Vier Jahre später haben beide sich wieder für einen Film zusammengetan. Und wieder steht eine Frau im Mittelpunkt einer Geschichte, die wir so nicht oft im Fernsehen zu sehen bekommen. (ZDF, Wh)

NexxtPress

Hände weg von der Fernbedienung! – Der 3Sat Publikumspreis 2023

Wenn sie sich, wie ich, für intelligente, nicht durchformatierte, künstlerisch, kreative und jeweils einzigartige Fernsehfilme begeistern können, dann habe ich einen Programmhinweis: Stellen sie ihren Fernseher auf 3Sat und legen sie ihre Fernbedienung für 4 Tage in den Kühlschrank. Sie werden sie nicht vermissen!

Hände weg von der Fernbedienung! - Der 3Sat Publikumspreis 2023

Wenn sie sich, wie ich, für intelligente, nicht durchformatierte, künstlerisch, kreative und jeweils einzigartige Fernsehfilme begeistern können, dann habe ich einen Programmhinweis: Stellen sie ihren Fernseher auf 3Sat und legen sie ihre Fernbedienung für 4 Tage in den Kühlschrank. Sie werden sie nicht vermissen!

NexxtPress

Hände weg von der Fernbedienung! – Der 3Sat Publikumspreis 2023

Wenn sie sich, wie ich, für intelligente, nicht durchformatierte, künstlerisch, kreative und jeweils einzigartige Fernsehfilme begeistern können, dann habe ich einen Programmhinweis: Stellen sie ihren Fernseher auf @3Sat und legen sie ihre Fernbedienung für 4 Tage in den Kühlschrank. Sie werden sie nicht vermissen!

Es ist manchmal unfair, wie die Sendeanstalten ihre Zuschauer:innen behandeln. Da gibt es, oft über Wochen, wenn nicht Monate, dauernde Ebbe, Windstille, Wüste in den Mediatheken – und dann hauen sie im Abstand von nur wenigen Stunden, gleich dutzende Mediathekperlen heraus, dass der Speicherplatz auf der Festplatte knapp wird und ein Wochenende zu kurz, um alles zu sehen.

Die „Profis“ der Branche, haben es besser. Sie fahren für vier Tage nach Baden-Baden, feiern ihre Branche und sich selbst, und schließen sich im Kurhaus ein, um all die Filme sehen zu können, die sie über das Jahr verpasst haben. Das Fest hat einen Namen: TeleVisionale – Film- und Serienfestival Baden-Baden und existiert schon seit 1964.

Eine selbstreferentielle geschlossene Gesellschaft?

Am Ende verleiht eine wechselnde Jury, unter anderen, den „Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste„. Für diese Preise können sich die Kreativen nicht wirklich etwas kaufen – Geld gibt es dafür nicht. Doch natürlich ist eine solche Auszeichnung ein oft gewinnendes Argument, gilt es neue Mittel für ihr nächstes Projekt zu akquirieren, zu den Castings für die nächste Rolle eingeladen zu werden, oder eine Redaktion (nicht nur, aber insbesondere) öffentlich-rechtlicher Bedenkenträger:innen davon zu überzeugen, mit einem Film auch mal wieder ein Risiko einzugehen und nicht nur auf die Quoten in der werberelevanten Zielgruppe zu starren.

Weil solche „Festivals“ natürlich immer auch eine ziemlich selbstreferentielle „Geschlossene Gesellschaft“ sind – und die Entscheidungen ihrer Jurys eben nur den Konsens ihrer selbst repräsentieren, feiere ich den 3Sat-Publikumspreis sehr für die Demokratisierung dieser Filmpreise. Noch mehr feiere ich ihn aber dafür, dass der Sender (fast) alle der Filme auch wieder in den Mediatheken verfügbar macht – und wir also downloaden können, was wir verpasst haben – und was die Festplattenkapazität gerade noch hergibt. Und Abstimmen. Natürlich!

Eine schwere Entscheidung?!

Ich könnte das nicht. Ich könnte mich nicht entscheiden, auf welchen der vorgeschlagenen Filme ich mich festlegen sollte. Natürlich liebe ich Bjarne Mädels und Sven Strickers „Sörensen„, doch haben die beiden den Preis schon 2021 mit nach Hause nehmen dürfen. Noch ganz verliebt bin ich in Verena Altenberger, die gleich an zwei Produktionen beteiligt war. Ihr Abschied aus dem Münchener Polizeiruf 110 schmerzt noch immer. Doch wenn das der Preis dafür war, dass sie und Dominik Graf uns die Geschichte von Christina Wolffhardt erzählen konnten, dann nehme ich das gerne in Kauf.

Auch die beiden Charakterbolid:innen Joachim Król und Désirée Nosbusch im rumänischen Unterholz, oder die laufende Anna Schudt – ich könnte mich nicht entscheiden.

Mehr mitgenommen, als jeder andere Film aus dem Programm hat mich sicher „Kalt“, von Stephan Lacant. Das lag vor allem an der überirdisch großartigen Franziska Hartmann und der Alltagsgeschichte, die bei uns zuhause tatsächlich Urängste und Instinkte geweckt hat, die wir erst ein paar Tage verarbeiten mussten. Ein Beweis dafür, wie ein wirklich guter Fernsehfilm wirken kann. Auch und gerade weil dafür nur bescheidene TV-Mittel und keine Budgets aus Hollywood zur Verfügung standen.

Es liegt nun an ihnen. Stimmen sie ab! Auch damit tatsächlich deutlich wird, dass „wir“ das gemeine Publikum diese besonderen Filme, der Massenware vorziehen, die uns den Rest des Jahres die Kanäle verstopft.

Denn dafür haben wir bezahlt!

Samstag, 25. November 2023, 20.15 Uhr

Gesicht der Erinnerung (SWR/ORF)

Die 37-jährige Christina verliebt sich zu ihrem eigenen Erstaunen in den 20-jährigen Patrick, der heftig um sie wirbt. Je länger sie mit ihm zusammen ist, desto mehr Ähnlichkeit entdeckt sie zwischen ihm und ihrer ersten Liebe Jacob. Er starb, als Christina noch ein Teenager war. Sie glaubt immer mehr, dass Patrick Jacobs Wiedergeburt ist. Das belastet die Beziehung sehr und Patrick trennt sich. Doch die Beiden kommen nicht voneinander los. Der Film erzählt von Liebe und von Projektionen und davon, wie vergangene Lieben die neuen, aktuellen Beziehungen beeinflussen.

Regie: Dominik Graf

Buch: Norbert Baumgarten nach einer Idee von Dominik Graf

Produktion: Lailaps Films (Nils Dünker)

Mit: Verena Altenberger, Alessandro Schuster, Florian Stetter, Judith Altenberger, Maria Preis u.a.

Erstausstrahlung: 08.02.2023 / ARD / DasErste

Samstag, 25. November 2023, 21.45 Uhr

Laufen (ZDF)

Ein ganzes Jahr dauert es, bis Juliane zum ersten Mal wieder die Laufschuhe anzieht. Ein Jahr seit dem Tag Null, an dem Johann sich das Leben nahm. Sie muss raus aus dem Loch, unbedingt, und wenn es bedeutet, sich mit Knieschmerzen zur nächsten Ampel zu schleppen. Juliane will die Trauer und die Schuldgefühle nicht mehr. Ihr Lebensgefährte ist zwar tot, aber sie ist immer noch da. Obwohl ihre Freundin Rike sie nach Kräften unterstützt, ist Juliane in diesem ersten Jahr einsam und antriebslos, zweifelt mitunter an ihrem Verstand. Selbst die Musik, die ihr Beruf und Berufung ist, entgleitet ihr. Tatsächlich ändert das Laufen dann alles. Keuchend beginnt Juliane, sich ihren Erinnerungen an Johann zu stellen und wieder neue Lebendigkeit zuzulassen.

Regie: Rainer Kaufmann

Buch: Silke Zertz nach dem gleichnamigen Roman von Isabel Bogdan

Produktion: Relevant Film

Mit: Anna Schudt, Katharina Wackernagel, Maximilian Brückner, Kai Schumann, Victoria Trauttmansdorff u.a.

Erstausstrahlung: 24.04.2023 / ZDF

Sonntag, 26. November 2023, 20.15 Uhr

Kalt (WDR)

An einem grauen Novembermorgen zieht eine Kindergartengruppe, begleitet von zwei Erzieherinnen und einer Praktikantin, über karge Felder zum Martinsfeuer. Dort angekommen fehlen zwei Kinder. Gefunden werden sie – tief im kalten Wasser.  Entsetzen und Fassungslosigkeit beherrscht die Kleinstadt. Und drängende Fragen werden immer lauter. Wer trägt die Schuld? Wie konnte das Unglück nur passieren? Während die Schuldigen gesucht und gejagt werden und die drei Frauen auf unterschiedliche Weise das Unerklärbare zu ergründen suchen, wird eine Antwort immer lauter: Neben der Schuldfrage selbst geht es auf jeder Ebene um Verantwortung. Aber wer ist bereit, diese zu übernehmen?

Regie: Stephan Lacant

Buch: Hans-Ullrich Krause

Produktion: kineo Filmproduktion (Peter Hartwig)

Mit: Franziska Hartmann, Bozidar Kozevski, Johann Barnstorf, Anne Ratte-Polle, Deniz Orta u.a.

Erstausstrahlung: 02.11.2022 / ARD/DasErste

Sonntag, 26. November 2023, 21.45 Uhr

Nichts, was uns passiert (WDR)

Über ihre Uni-Clique lernen sich die 27-jährige Anna und der ein Jahr ältere Jonas kennen. Die erste Anziehung führt zu einem unspektakulären One-Night-Stand, der wie der Beginn einer leichten Sommeraffäre scheint. Die Begegnungen der beiden sind aber auch von viel Reibung und Provokation geprägt. Dann passiert etwas, das das Leben der beiden vollkommen verändert: Nach einer Party mit viel Alkohol wird Anna von Jonas vergewaltigt, sagt sie. Anna ist traumatisiert, erinnert sich an ihr „Nein“. Jonas dagegen erinnert sich an einvernehmlichen Sex. Die einzige, der sich Anna anfangs anvertrauen kann, ist ihre Schwester Daria, die ihr zur Anzeige rät. Schließlich erfährt auch das Umfeld von dem Vorwurf und die Freund:innen müssen Position beziehen. Die Podcasterin Kelly recherchiert die Ereignisse und versucht Haltungen und Diskurse rund um den Fall und seine Auswirkungen auf Opfer, Täter und das Umfeld zu ergründen.

Buch und Regie: Julia C. Kaiser

Produktion: Gaumont GmbH (Sabine de Mardt, Producerin: Nele Willaert)

Mit: Emma Drogunova, Gustav Schmidt, Shari Asha Crosson, Lamin Leroy Gibba, Amina Merai u.a.

Erstausstrahlung: 01.03.2023 / ARD/DasErste

Montag, 27. November 2023, 20.15 Uhr

Der neue Freund (SWR)  

Die 40-jährige Johanna besucht ihre verwitwete Mutter Henriette in Berlin. Was ein schönes Wochenende werden könnte, wird für Johanna bald zum Albtraum. Denn Henriette stellt ihrer Tochter unangekündigt ihren neuen Freund Philipp vor – auch dies könnte Grund zur Freude sein, wäre Philipp nicht 25 Jahre jünger als Henriette und ginge von dem gutaussehenden Mann nicht die Aura eines Heiratsschwindlers aus … Johannas furchtbarer Verdacht fällt auf einen guten Nährboden für einen Mutter-Tochter-Krieg: Das Verhältnis der beiden ist seit dem Tod des Vaters vor Jahren unterschwellig zerrüttet und von unausgesprochenen oder angedeuteten Vorwürfen zersetzt. In dem Konflikt um den neuen Liebhaber und/oder Erbschleicher Philipp bekommen diese latenten Vorwürfe nun endlich ihr Ventil und gipfeln in einem gnadenlosen Streit der beiden Frauen.

Regie: Dustin Loose

Buch: Frédéric Hambalek

Produktion: Hager Moss Film (Sophie von Uslar)

Mit: Corinna Harfouch, Karin Hanczewski, Louis Nitsche

Erstausstrahlung: 25.10.2023 / SWR

Montag, 27. November 2023, 21.45 Uhr

Zwischen uns die Nacht (ZDF) 

Die 25-jährige Marie lebt mit ihrem kleinen Sohn Lenny übergangsweise in einem Wohnwagen. Sie hält sich mit einem Gelegenheitsjob über Wasser, zu dem sie ihren Sohn in den Sommerferien mitnehmen muss. Als sie dem Schaustellergehilfen Erich begegnet, ist sie fasziniert von ihm. Mit ihm taucht Marie in die Welt des Jahrmarktes ein und geht auf die Jagd nach einem intensiven Leben. Der Beginn einer berauschenden Liebe, die Marie vor eine wichtige Entscheidung stellt.

Buch & Regie: Abini Gold

Produktion: Kojoten Filmproduktion (Magdalena Wolff, Stefanie Gödicke)

Mit: Laura Balzer, Aaron Altaras, Paul Boche, Daan Bremmer, Bea Brocks u.a.

Erstausstrahlung: 09.08.2023 / ZDF

Dienstag, 28. November 2023, 20.15 Uhr

Sörensen fängt Feuer (NDR)  

Kommissar Sörensen, endgültig in die friesische Provinz gezogen, hat genug mit sich selbst zu tun: Er leidet unter Einsamkeit, Schlaflosigkeit und innerer Unruhe – und will dennoch nichts mehr, als die Medikamente gegen seine Angststörung abzusetzen. Da überfährt er des Nachts auf der Landstraße beinahe eine junge, verstörte Frau: unterernährt, im Nachthemd und blind. Als sie Sörensen endlich ihre Identität verrät, eröffnet sich ihm ein Geflecht aus Mord, religiösem Wahn und gut gehüteten Geheimnissen. Sörensen ist überfordert, von der Situation, von sich selbst. Der Ort lehnt ihn ab, die Angst kehrt zurück – und bei einer Leiche wird es nicht bleiben.

Regie: Bjarne Mädel

Buch: Sven Stricker nach seinem gleichnamigen Roman

Produktion: Claussen+Putz Filmproduktion

Mit: Bjarne Mädel, Katrin Wichmann, Leo Meier, Liv Clasvogt, Joachim Meyerhoff u.a.

Erstausstrahlung: 18.10.2023 / NDR

Dienstag, 28. November 2023, 21.45 Uhr

Blutholz (ZDF/ARTE)  

Vor 40 Jahren hat Hans Schüssler Rumänien verlassen. Die schmerzhaften Erinnerungen an seine alte Heimat ertränkt er in Alkohol. Doch als der Topmanager eines deutschen Holzkonzerns spurlos verschwindet, nimmt er als seine letzte Chance den lukrativen Auftrag an, ihn in Kronstadt am Fuße der rumänischen Karpaten zu suchen. Als ehemaliger Soldat, der darauf spezialisiert war, Menschen im Ausland aufzuspüren, gerät Hans bei seinen gefährlichen Ermittlungen immer tiefer in die Machenschaften der Holzmafia, die skrupellos Abholzungen im größten Urwald Europas betreibt. Er trifft auf seine alte Jugendliebe Sylvia, die ausgerechnet in Kronstadt gerade als Bürgermeisterin kandidiert. Die Suche in Siebenbürgen wird für Hans zu einer emotionalen Reise in seine verdrängte Vergangenheit, deren Gespenster immer noch erschreckend lebendig sind.

Regie: Thorsten C. Fischer

Buch: Thorsten C. Fischer und Alexander Buresch

Produktion: Schiwago Film

Mit: Joachim Król, Désirée Nosbusch, Alina Levshin, Geo Dobre, Anja Schneider u.a.

Erstausstrahlung: 13.01.2023 / ARTE

Mittwoch, 29. November 2023, 20.15 Uhr

Polizeiruf 110: Paranoia (BR)

Die Rettungssanitäterin Sarah Kant wird zusammen mit ihrem Kollegen Carlo Melchior zu einem Noteinsatz gerufen. Sie bringen die schwer verletzte Frau ins Krankenhaus. Am nächsten Tag erfährt Sarah, dass diese Frau nicht als Patientin eingewiesen wurde. Verwirrt versucht Sarah Carlo zu erreichen; dieser wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. Was ist in der Nacht passiert? Die Kommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff und ihr Kollege Dennis Eden versuchen die Geschehnisse der Nacht zu rekonstruieren. Es beginnt ein spannendes Spiel um Wahrheit und Täuschung.

Regie: Tobias Ineichen

Buch: Martin Maurer, nach einer Vorlage von Claus Cornelius Fischer

Produktion: Amalia Film GmbH  und Dragonbird Films

Mit: Verena Altenberger, Stephan Zinner, Maria Kizyma, Timocin Ziegler, Sebastian Kempf u.a.

Erstausstrahlung: 11.06.2023 / ARD

Hände von der Fernbedinung - 3Sat Publikumspreis

Wenn sie sich, wie ich, für intelligente, nicht durchformatierte, künstlerisch, kreative und jeweils einzigartige Fernsehfilme begeistern können, dann habe ich einen Programmhinweis.

NexxtPress-Blog

Hände weg von der Fernbedienung! – Der 3Sat Publikumspreis 2023

Wenn sie sich, wie ich, für intelligente, nicht durchformatierte, künstlerisch, kreative und jeweils einzigartige Fernsehfilme begeistern können, dann habe ich einen Programmhinweis: Stellen sie ihren Fernseher auf @3Sat und legen sie ihre Fernbedienung für 4 Tage in den Kühlschrank. Sie werden sie nicht vermissen!

Es ist manchmal unfair, wie die Sendeanstalten ihre Zuschauer:innen behandeln. Da gibt es, oft über Wochen, wenn nicht Monate, dauernde Ebbe, Windstille, Wüste in den Mediatheken – und dann hauen sie im Abstand von nur wenigen Stunden, gleich dutzende Mediathekperlen heraus, dass der Speicherplatz auf der Festplatte knapp wird und ein Wochenende zu kurz, um alles zu sehen.

Die „Profis“ der Branche, haben es besser. Sie fahren für vier Tage nach Baden-Baden, feiern ihre Branche und sich selbst, und schließen sich im Kurhaus ein, um all die Filme sehen zu können, die sie über das Jahr verpasst haben. Das Fest hat einen Namen: TeleVisionale – Film- und Serienfestival Baden-Baden und existiert schon seit 1964.

Eine selbstreferentielle geschlossene Gesellschaft?

Am Ende verleiht eine wechselnde Jury, unter anderen, den „Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste„. Für diese Preise können sich die Kreativen nicht wirklich etwas kaufen – Geld gibt es dafür nicht. Doch natürlich ist eine solche Auszeichnung ein oft gewinnendes Argument, gilt es neue Mittel für ihr nächstes Projekt zu akquirieren, zu den Castings für die nächste Rolle eingeladen zu werden, oder eine Redaktion (nicht nur, aber insbesondere) öffentlich-rechtlicher Bedenkenträger:innen davon zu überzeugen, mit einem Film auch mal wieder ein Risiko einzugehen und nicht nur auf die Quoten in der werberelevanten Zielgruppe zu starren.

Weil solche „Festivals“ natürlich immer auch eine ziemlich selbstreferentielle „Geschlossene Gesellschaft“ sind – und die Entscheidungen ihrer Jurys eben nur den Konsens ihrer selbst repräsentieren, feiere ich den 3Sat-Publikumspreis sehr für die Demokratisierung dieser Filmpreise. Noch mehr feiere ich ihn aber dafür, dass der Sender (fast) alle der Filme auch wieder in den Mediatheken verfügbar macht – und wir also downloaden können, was wir verpasst haben – und was die Festplattenkapazität gerade noch hergibt. Und Abstimmen. Natürlich!

Eine schwere Entscheidung?!

Ich könnte das nicht. Ich könnte mich nicht entscheiden, auf welchen der vorgeschlagenen Filme ich mich festlegen sollte. Natürlich liebe ich Bjarne Mädels und Sven Strickers „Sörensen„, doch haben die beiden den Preis schon 2021 mit nach Hause nehmen dürfen. Noch ganz verliebt bin ich in Verena Altenberger, die gleich an zwei Produktionen beteiligt war. Ihr Abschied aus dem Münchener Polizeiruf 110 schmerzt noch immer. Doch wenn das der Preis dafür war, dass sie und Dominik Graf uns die Geschichte von Christina Wolffhardt erzählen konnten, dann nehme ich das gerne in Kauf.

Auch die beiden Charakterbolid:innen Joachim Król und Désirée Nosbusch im rumänischen Unterholz, oder die laufende Anna Schudt – ich könnte mich nicht entscheiden.

Mehr mitgenommen, als jeder andere Film aus dem Programm hat mich sicher „Kalt“, von Stephan Lacant. Das lag vor allem an der überirdisch großartigen Franziska Hartmann und der Alltagsgeschichte, die bei uns zuhause tatsächlich Urängste und Instinkte geweckt hat, die wir erst ein paar Tage verarbeiten mussten. Ein Beweis dafür, wie ein wirklich guter Fernsehfilm wirken kann. Auch und gerade weil dafür nur bescheidene TV-Mittel und keine Budgets aus Hollywood zur Verfügung standen.

Es liegt nun an ihnen. Stimmen sie ab! Auch damit tatsächlich deutlich wird, dass „wir“, das gemeine Publikum, diese besonderen Filme der Massenware vorziehen, die uns den Rest des Jahres die Kanäle verstopft.

Denn dafür haben wir bezahlt!

Samstag, 25. November 2023, 20.15 Uhr

Gesicht der Erinnerung (SWR/ORF)

Die 37-jährige Christina verliebt sich zu ihrem eigenen Erstaunen in den 20-jährigen Patrick, der heftig um sie wirbt. Je länger sie mit ihm zusammen ist, desto mehr Ähnlichkeit entdeckt sie zwischen ihm und ihrer ersten Liebe Jacob. Er starb, als Christina noch ein Teenager war. Sie glaubt immer mehr, dass Patrick Jacobs Wiedergeburt ist. Das belastet die Beziehung sehr und Patrick trennt sich. Doch die Beiden kommen nicht voneinander los. Der Film erzählt von Liebe und von Projektionen und davon, wie vergangene Lieben die neuen, aktuellen Beziehungen beeinflussen.

Regie: Dominik Graf

Buch: Norbert Baumgarten nach einer Idee von Dominik Graf

Produktion: Lailaps Films (Nils Dünker)

Mit: Verena Altenberger, Alessandro Schuster, Florian Stetter, Judith Altenberger, Maria Preis u.a.

Erstausstrahlung: 08.02.2023 / ARD / DasErste

Samstag, 25. November 2023, 21.45 Uhr

Laufen (ZDF)

Ein ganzes Jahr dauert es, bis Juliane zum ersten Mal wieder die Laufschuhe anzieht. Ein Jahr seit dem Tag Null, an dem Johann sich das Leben nahm. Sie muss raus aus dem Loch, unbedingt, und wenn es bedeutet, sich mit Knieschmerzen zur nächsten Ampel zu schleppen. Juliane will die Trauer und die Schuldgefühle nicht mehr. Ihr Lebensgefährte ist zwar tot, aber sie ist immer noch da. Obwohl ihre Freundin Rike sie nach Kräften unterstützt, ist Juliane in diesem ersten Jahr einsam und antriebslos, zweifelt mitunter an ihrem Verstand. Selbst die Musik, die ihr Beruf und Berufung ist, entgleitet ihr. Tatsächlich ändert das Laufen dann alles. Keuchend beginnt Juliane, sich ihren Erinnerungen an Johann zu stellen und wieder neue Lebendigkeit zuzulassen.

Regie: Rainer Kaufmann

Buch: Silke Zertz nach dem gleichnamigen Roman von Isabel Bogdan

Produktion: Relevant Film

Mit: Anna Schudt, Katharina Wackernagel, Maximilian Brückner, Kai Schumann, Victoria Trauttmansdorff u.a.

Erstausstrahlung: 24.04.2023 / ZDF

Sonntag, 26. November 2023, 20.15 Uhr

Kalt (WDR)

An einem grauen Novembermorgen zieht eine Kindergartengruppe, begleitet von zwei Erzieherinnen und einer Praktikantin, über karge Felder zum Martinsfeuer. Dort angekommen fehlen zwei Kinder. Gefunden werden sie – tief im kalten Wasser.  Entsetzen und Fassungslosigkeit beherrscht die Kleinstadt. Und drängende Fragen werden immer lauter. Wer trägt die Schuld? Wie konnte das Unglück nur passieren? Während die Schuldigen gesucht und gejagt werden und die drei Frauen auf unterschiedliche Weise das Unerklärbare zu ergründen suchen, wird eine Antwort immer lauter: Neben der Schuldfrage selbst geht es auf jeder Ebene um Verantwortung. Aber wer ist bereit, diese zu übernehmen?

Regie: Stephan Lacant

Buch: Hans-Ullrich Krause

Produktion: kineo Filmproduktion (Peter Hartwig)

Mit: Franziska Hartmann, Bozidar Kozevski, Johann Barnstorf, Anne Ratte-Polle, Deniz Orta u.a.

Erstausstrahlung: 02.11.2022 / ARD/DasErste

Sonntag, 26. November 2023, 21.45 Uhr

Nichts, was uns passiert (WDR)

Über ihre Uni-Clique lernen sich die 27-jährige Anna und der ein Jahr ältere Jonas kennen. Die erste Anziehung führt zu einem unspektakulären One-Night-Stand, der wie der Beginn einer leichten Sommeraffäre scheint. Die Begegnungen der beiden sind aber auch von viel Reibung und Provokation geprägt. Dann passiert etwas, das das Leben der beiden vollkommen verändert: Nach einer Party mit viel Alkohol wird Anna von Jonas vergewaltigt, sagt sie. Anna ist traumatisiert, erinnert sich an ihr „Nein“. Jonas dagegen erinnert sich an einvernehmlichen Sex. Die einzige, der sich Anna anfangs anvertrauen kann, ist ihre Schwester Daria, die ihr zur Anzeige rät. Schließlich erfährt auch das Umfeld von dem Vorwurf und die Freund:innen müssen Position beziehen. Die Podcasterin Kelly recherchiert die Ereignisse und versucht Haltungen und Diskurse rund um den Fall und seine Auswirkungen auf Opfer, Täter und das Umfeld zu ergründen.

Buch und Regie: Julia C. Kaiser

Produktion: Gaumont GmbH (Sabine de Mardt, Producerin: Nele Willaert)

Mit: Emma Drogunova, Gustav Schmidt, Shari Asha Crosson, Lamin Leroy Gibba, Amina Merai u.a.

Erstausstrahlung: 01.03.2023 / ARD/DasErste

Montag, 27. November 2023, 20.15 Uhr

Der neue Freund (SWR)  

Die 40-jährige Johanna besucht ihre verwitwete Mutter Henriette in Berlin. Was ein schönes Wochenende werden könnte, wird für Johanna bald zum Albtraum. Denn Henriette stellt ihrer Tochter unangekündigt ihren neuen Freund Philipp vor – auch dies könnte Grund zur Freude sein, wäre Philipp nicht 25 Jahre jünger als Henriette und ginge von dem gutaussehenden Mann nicht die Aura eines Heiratsschwindlers aus … Johannas furchtbarer Verdacht fällt auf einen guten Nährboden für einen Mutter-Tochter-Krieg: Das Verhältnis der beiden ist seit dem Tod des Vaters vor Jahren unterschwellig zerrüttet und von unausgesprochenen oder angedeuteten Vorwürfen zersetzt. In dem Konflikt um den neuen Liebhaber und/oder Erbschleicher Philipp bekommen diese latenten Vorwürfe nun endlich ihr Ventil und gipfeln in einem gnadenlosen Streit der beiden Frauen.

Regie: Dustin Loose

Buch: Frédéric Hambalek

Produktion: Hager Moss Film (Sophie von Uslar)

Mit: Corinna Harfouch, Karin Hanczewski, Louis Nitsche

Erstausstrahlung: 25.10.2023 / SWR

Montag, 27. November 2023, 21.45 Uhr

Zwischen uns die Nacht (ZDF) 

Die 25-jährige Marie lebt mit ihrem kleinen Sohn Lenny übergangsweise in einem Wohnwagen. Sie hält sich mit einem Gelegenheitsjob über Wasser, zu dem sie ihren Sohn in den Sommerferien mitnehmen muss. Als sie dem Schaustellergehilfen Erich begegnet, ist sie fasziniert von ihm. Mit ihm taucht Marie in die Welt des Jahrmarktes ein und geht auf die Jagd nach einem intensiven Leben. Der Beginn einer berauschenden Liebe, die Marie vor eine wichtige Entscheidung stellt.

Buch & Regie: Abini Gold

Produktion: Kojoten Filmproduktion (Magdalena Wolff, Stefanie Gödicke)

Mit: Laura Balzer, Aaron Altaras, Paul Boche, Daan B., Bea Brocks u.a.

Erstausstrahlung: 09.08.2023 / ZDF

Dienstag, 28. November 2023, 20.15 Uhr

Sörensen fängt Feuer (NDR)  

Kommissar Sörensen, endgültig in die friesische Provinz gezogen, hat genug mit sich selbst zu tun: Er leidet unter Einsamkeit, Schlaflosigkeit und innerer Unruhe – und will dennoch nichts mehr, als die Medikamente gegen seine Angststörung abzusetzen. Da überfährt er des Nachts auf der Landstraße beinahe eine junge, verstörte Frau: unterernährt, im Nachthemd und blind. Als sie Sörensen endlich ihre Identität verrät, eröffnet sich ihm ein Geflecht aus Mord, religiösem Wahn und gut gehüteten Geheimnissen. Sörensen ist überfordert, von der Situation, von sich selbst. Der Ort lehnt ihn ab, die Angst kehrt zurück – und bei einer Leiche wird es nicht bleiben.

Regie: Bjarne Mädel

Buch: Sven Stricker nach seinem gleichnamigen Roman

Produktion: Claussen+Putz Filmproduktion

Mit: Bjarne Mädel, Katrin Wichmann, Leo Meier, Liv Clasvogt, Joachim Meyerhoff u.a.

Erstausstrahlung: 18.10.2023 / NDR

Dienstag, 28. November 2023, 21.45 Uhr

Blutholz (ZDF/ARTE)  

Vor 40 Jahren hat Hans Schüssler Rumänien verlassen. Die schmerzhaften Erinnerungen an seine alte Heimat ertränkt er in Alkohol. Doch als der Topmanager eines deutschen Holzkonzerns spurlos verschwindet, nimmt er als seine letzte Chance den lukrativen Auftrag an, ihn in Kronstadt am Fuße der rumänischen Karpaten zu suchen. Als ehemaliger Soldat, der darauf spezialisiert war, Menschen im Ausland aufzuspüren, gerät Hans bei seinen gefährlichen Ermittlungen immer tiefer in die Machenschaften der Holzmafia, die skrupellos Abholzungen im größten Urwald Europas betreibt. Er trifft auf seine alte Jugendliebe Sylvia, die ausgerechnet in Kronstadt gerade als Bürgermeisterin kandidiert. Die Suche in Siebenbürgen wird für Hans zu einer emotionalen Reise in seine verdrängte Vergangenheit, deren Gespenster immer noch erschreckend lebendig sind.

Regie: Thorsten C. Fischer

Buch: Thorsten C. Fischer und Alexander Buresch

Produktion: Schiwago Film

Mit: Joachim Król, Désirée Nosbusch, Alina Levshin, Geo Dobre, Anja Schneider u.a.

Erstausstrahlung: 13.01.2023 / ARTE

Mittwoch, 29. November 2023, 20.15 Uhr

Polizeiruf 110: Paranoia (BR)

Die Rettungssanitäterin Sarah Kant wird zusammen mit ihrem Kollegen Carlo Melchior zu einem Noteinsatz gerufen. Sie bringen die schwer verletzte Frau ins Krankenhaus. Am nächsten Tag erfährt Sarah, dass diese Frau nicht als Patientin eingewiesen wurde. Verwirrt versucht Sarah Carlo zu erreichen; dieser wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. Was ist in der Nacht passiert? Die Kommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff und ihr Kollege Dennis Eden versuchen die Geschehnisse der Nacht zu rekonstruieren. Es beginnt ein spannendes Spiel um Wahrheit und Täuschung.

Regie: Tobias Ineichen

Buch: Martin Maurer, nach einer Vorlage von Claus Cornelius Fischer

Produktion: Amalia Film GmbH  und Dragonbird Films

Mit: Verena Altenberger, Stephan Zinner, Maria Kizyma, Timocin Ziegler, Sebastian Kempf u.a.

Erstausstrahlung: 11.06.2023 / ARD

Hände weg von der Fernbedienung! - Der 3Sat Publikumspreis 2023

Wenn sie sich, wie ich, für intelligente, nicht durchformatierte, künstlerisch, kreative und jeweils einzigartige Fernsehfilme begeistern können, dann habe ich einen Programmhinweis.

NexxtPress-Blog

Franziska Hartmann Reloaded

Anlässlich der Vorstellung ihres neuen Filmes „Monster im Kopf“ muss Franziska Hartmann derzeit in zahlreichen Medien werbetrommeln. Das ist wirklich harte Arbeit. Und nicht immer ist das Ergebnis so befriedigend wie der heutige Beitrag von Kathrin Hollmer für Zeit-Online (noch ohne Paywall). Leider werde ich den Film wohl nicht im Kino sehen. Die nächste, für mich in 60 KM  erreichbare Aufführung wäre in Essen. Eine schöne Gelegenheit mal wieder ins Astra-Filmtheater zu gehen. Das schöne 50er Jahre Kino ist weit besser gealtert als ich. Doch der Weg ist eben zu weit… da warte ich auf die TV-Premiere

Denn für Hartmann lohnt sich in jedem Fall auch immer eine öffentlich-rechtliche Mediathek. Sie wird von den Redaktionen in „unseren Rundfunkanstalten“ gerne gebucht, ist gut beschäftigt und hat eine äusserst glückliche Hand bei der Auswahl ihrer Rollen.

Denn, seien wir ehrlich, ohne unsere Haushaltsabgabe, wäre deutsches Kino ein noch größerer Pflegefall als ohnehin. Und Frau Hartmann entweder längst in Hollywood, erfolgreich am Theater, oder eben arbeitslos.

Ganz vorne im Regal steht das ZDF mit der hervorragenden TV-Serie „Neuland“.

Ich, für meinen Teil, zahle meine Haushaltsabgabe hauptsächlich aus Überzeugung und freiwillig – und um so freiwilliger – wenn ich dafür so regelmäßig ein Highlight bekomme, wie zum Beispiel die TV Serie „Neuland“, die gerade bis Ende Dezember in die letzte Runde ihrer Mediathekverfügbarkeit geht.

Wenn sie noch nicht in Sünnfleth waren, fahren sie nach Blankenese. Das kleine und überdurchschnittlich reiche Dorf auf dem Berg gehört eigentlich zu Hamburg. Doch weil der Ort der Serie eigentlich übertragen „irgendwo“ hätte sein können, hat Autor Orkun Ertener (zB. auch: Kriminaldauerdienst, KDD) ihn eben erfunden.

Inhalt von ZDF anzeigen

An dieser Stelle wurde ein Inhalt aus der ZDF Mediathek eingebunden. Beim Aufruf werden unter Umständen persönliche Daten an das ZDF oder seine Dienstleister übertragen. NEXXTPRESS hat keinen Einfluss auf die Art und den Inhalt dieser Datenübertragungen. Wenn sie diesen Inhalt anzeigen wollen, klicken sie bitte hier.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von ZDF.

Inhalt von ZDF immer anzeigen

Die Geschichte ist universell

„Neuland“ ist ein feines Sittengemälde, das seine Figuren nicht verurteilt und das Publikum nicht belehrt. Vielmehr spielt diese emotionale, spannende Geschichte wichtige Fragen an uns zurück: Wie stark ist unsere Gemeinschaft in der Krise? Wie lange hält unsere Solidarität mit Schwächeren unseren Ängsten stand? Wann kippen wir in rücksichtslosen Selbsterhaltungsmodus? Wie tolerant sind wir – als Individuen und Gesellschaft?

„Neuland“ gibt uns bei aller Schonungslosigkeit schließlich eine wesentliche Hoffnung mit auf den Weg: Die Menschen, die sich ihre Versehrungen eingestehen, haben eine Chance auf Heilung. Und es sind die Kinder, die – trotz aller Konflikte und Verletzungen untereinander – Loyalität und Verbundenheit vorleben, die füreinander einstehen, füreinander schweigen, sich gegen die Gewalt der Erwachsenen verbünden – die Erwachsenen, die in Freiheit gefangen sind.“

(Axel Laustroer und Kristl Philippi, Redaktion Fernsehfilm / ZDF)

Ein mega-starker Frauen Cast

Franziska Hartmann, Peri Baumeister, Mina Tander und Anneke Kim Sarnau sind nur die Frontfrauen in der Geschichte. Die junge Lene Oderich ist die Entdeckung schlechthin. Über alles, ein mega-starker Frauen Cast. Männer gibt es auch. Aber doch meistens nur als Randfiguren in Rollen als Karikaturen ihrer selbst. Und das ist nicht zufällig, sondern so sehr aus dem Leben, dass manchem Zuschauer bei der Selbsterkenntnis über das eigene Dasein das Testosteron aus den Poren rinnt… und zwar weil es angesichts der Frauen „die alles regeln“ eigentlich keinen biologischen Zweck mehr erfüllt. – Braucht keine, kann weg! Und das ist elementar in der zentralen Botschaft der Serie – und, nicht nur für das zweite deutsche Fernsehen, immer noch eine weitgehend neue gesellschaftliche Analyse. Jedenfalls im „Unterhaltungsprogramm“.

„Wer trägt eigentlich die Hauptkosten für die Erneuerung und ständige Verbesserung unserer Lebenswelt? Funktionieren unsere „neuen“ Vorstellungen von Augenhöhe und Partnerschaft tatsächlich? Wer bleibt zu Hause, um sich um die Kinder zu kümmern, wenn die Familie es sich leisten kann? Bei wem ist der Druck am größten, ein guter Elternteil zu sein und sich dennoch selbst zu verwirklichen, im beruflichen oder ersatzweise gesellschaftlichen Engagement, und wer muss dabei immer gut und fit aussehen? Wer spürt die größten Anforderungen an sich selbst, wen belasten die neuen Rollen am meisten? Bei den Themen, die in „Neuland“ aufgegriffen werden, ist es nahezu zwangsläufig, dass überwiegend – aber nicht ausschließlich – die Perspektive der Frauen eingenommen wird.“

(Autor Orkun Ertener, ZDF)

Jawohl, Frau Major!

Zurück zu Frau Hartmann: Ich habe als Kriegsdienstverweigerer bei der Arbeiterwohlfahrt gedient. Da geht mir das millitärische ziemlich ab. Ich habe auch keine besondere Affinität zu sonstigen „Kommandostrukturen“, sondern bin durch und durch ein Kind der hedonistischen 70er und 80er Jahre. Doch der Hartmann nehme ich die „Frau Major“ durch und durch ab. PTBS dringt durch jeden ihrer Poren. Und wenn ich sie auf der Straße treffen würde (in Uniform), ich würde glatt „Haltung“ annehmen und salutieren. So stark ist sie in ihrer Rolle.

Über die Geschichte habe ich hier mal wieder nichts geschrieben. Wer sich spoilern möchte, hätte das ja schon seit fast einem Jahr selbst erledigen können. Oder, nur zum Beispiel, hier:

In vielen dieser Rezensionen findet sich ein Vergleich mit dem US-Streaming Hit „Big Little Lies“. Ich kenn‘ die Serie nicht. Im ÖRR war die noch nicht zu sehen, soweit ich weiß… Doch wenn es der Sache dienlich ist, dann seien mir Vergleiche recht. Die braucht es aber nicht um neugierig zu werden!

Warnung!

Wer „Neuland“ nach den ersten zwei Folgen weiterschaut, schaut auch bis zum Ende!

„Neuland“ – TV Serie, Deutschland 2022, 6 Teile à 45 Minuten – in der ZDF Mediathek bis 27.12.2023

Sie können Frau Hartmann auch in zahlreichen anderen TV-Produktionen sehen… zum Beispiel in ihrer „eigenen“ Krimi-Serie „Katharina Tempel“ beim ZDF. Da bin ich höchst gespannt wie es weitergeht… und genau das ist das Elend. Eine neue Folge gibt es wohl erst im nächsten Jahr… Wir werden sehen!

Franziska Hartmann Reloaded – NEXXTpress

Anlässlich der Vorstellung ihres neuen Filmes "Monster im Kopf" muss Franziska Hartmann derzeit in zahlreichen Medien werbetrommeln. Das ist wirklich harte Arbeit. Und nicht immer ist das Ergebnis so befriedigend wie der heutige Beitrag von Kathrin Hollmer für Zeit-Online (noch ohne Paywall). Leider werde ich den Film wohl nicht im Kino sehen. Die nächste, für mich in 60 KM  erreichbare Aufführung wäre in Essen. Eine schöne Gelegenheit mal wieder ins Astra-Filmtheater zu gehen. Das schöne 50er

👾🧠 Monster im Kopf ist ein emotionales Drama über eine junge Frau, die hochschwanger im Gefängnis sitzt. Nach der Geburt setzt Sandra alles daran, ihr Kind zu behalten.

Der Trailer verspricht große Emotionen! Ein intensives Drama über verdrängte Wut und zermürbende Schuld.

#MonsterImKopf #KinoTrailer #Dramatik #Kinoliebhaber #Cinema #Filmfreunde #MustWatch #FranziskaHartmann #SlavkoPopadić #MartinaEitnerAcheampong #ChristinaEbelt #Kino #Kinozeit #PassionOfArts

https://www.youtube.com/watch?v=vNUxAiAgW0M

MONSTER IM KOPF | Trailer (German)

YouTube
Über keine andere Serie sind die Kritiker*innen um den Jahreswechsel herum derartig in Begeisterung geraten, wie die #ZDF Produktion "Neuland". Und sie hatten, aus ganz unterschiedlichen Gründen, meistens auch Recht damit. Was mir nur wirklich immer öfter gegen den Strich geht, wann immer eine neue Serie vorzustellen ist, ist der #Hype darum und der immerwährende (und sinnlose) Vergleich mit amerikanischen Vorbildern. Deshalb habe ich mir etwas Zeit gelassen, mir die sechs Episoden (je 45 Minuten) am Stück anzusehen.

In der (hier fiktiven Hamburger-)Vorstadt lebt der wahre Horror, die normative Kraft des Faktischen, definiert aus dem Alltag, immer im Vergleich mit "den anderen", die schlimmstenfalls deine Nachbar*innen sind oder, noch schlimmer, im selben Schulbeirat sitzen wie du. Und obwohl die Story hier mit dem ungeklärten Verschwinden einer Frau beginnt, ist sie kein Krimi sondern eine, zugegeben komprimierte, psychologische Studie.

Neuland: 6teilige Dramaserie in der ZDF Mediathek bis 27.12.2023

"Neuland: sechsteilige Dramaserie über Helicoptereltern und Gewalt an einer Grundschule. Mit #FranziskaHartmann, #PeriBaumeister,  #MinaTander, #AnnekeKimSarnau ..."

Diese tatsächlich sehr großartige Serie von #JensWischnewski und #OrkunErtener ist ganz nah' dran an den Frauen - die Männer sind, ganz ehrlich, kaum mehr als Plot-Devices - das tut der Serie gut! Und es gibt dem überirdisch guten weiblichen Cast reichlich Raum zu glänzen... #FranziskaHartmann hatte ich im letzten Beitrag schon über alles gelobt. Und was sie hier abliefert, das ist ganz, ganz großes Kino... in der #Mediathek.

Nun gibt Hartmann hier nicht wirklich eine Heldinnenreise der Frau Major, doch ist sie, bis in die allerkleinsten Manierismen der Rolle, so überragend, dass sogar mein innerer Kriegsdienstverweigerer wohl vor ihr salutieren würde, sollte sie den Raum betreten. Und die inneren wie äußeren Dämonen gegen die sie kämpft, wirken keine Sekunde inszeniert, sondern so glaubwürdig - da verglüht mir beim Zusehen die Kippe zwischen den Fingern.

Und ein Wort noch zu #LeneOderich: Die Frau ist inzwischen 21(!), hat schon richtig viel Erfahrung und ist damit längst kein #Kinderstar mehr. Doch das Privileg ihrer jugendlichen Physiognomie weiß sie hier einzusetzen wie eine Superkraft. Mensch nimmt ihr nicht nur die Rolle einer 15 jährigen ab, sie spielt sie tatsächlich markerschütternd gut - und ist damit mein wirklicher Star in dieser Produktion. Das wird noch eine große, wirklich große Karriere, wenn "wir" sie lassen - und sie Bock drauf hat!

Und hier noch ein paar Kritiken:

- FAZ, 27.12.2022
- Der Spiegel, 23.11.2022 (Paywall)
- Süddeutsche Zeitung, 27.12.2022
- Tittelbach.tv (Martina Kalweit) 07.11.2022
Search | NEXXTsocial.de