Neulich hat ein Kollege (der zwei Kinder hat) mir gegenüber den Spruch 'Ein Kind ist kein Kind' gebracht. Ich weiß, dass der Typ eine gedankenlose Nulpe ist, aber es hat mich trotzdem geärgert.
Wir haben EIN Kind. Auch wenn 'Kinder' ein Wort ist, das öfter im Plural als im Singular vorzukommen scheint, wollten wir immer EIN Kind. Ich bin glücklich und ausgelastet mit einem Kind, insbesondere diesem Kind.
Dass wir 'nur' ein Kind haben, hat biologische, mentale und auch einfach praktische Gründe. Das andere Elter und ich, wir sind zwei neurodiverse Pflänzchen ohne Energieüberschuss. Wir kommen zurecht, aber ich möchte mich nicht um noch ein Kind kümmern müssen. Ich hätte das Gefühl, für ein zweites Kind nur mit halber Kraft da sein zu können.
Und trotzdem fühle ich mich manchmal komisch, nur ein Kind zu haben. Was tun wir unserem Kind damit an, #Einzelkind zu sein? (Wir Eltern sind beide glückliche Einzelkinder.) Ich fühle mich manchmal unzureichend, wenn Menschen in meiner Umgebung ein weiteres Kind bekommen. Die trauen sich so was zu! Haben wir da eine Chance verpasst? Hätten wir das bei besserer psychischer Gesundheit oder unter anderen Umständen geschafft mit einem zweiten Kind? Hätten wir es gewollt?
Vielleicht ist es auch einfach in Ordnung so. Aber es ist ein Thema, das mich phasenweise beschäftigt und bisweilen zweifeln lässt. Und vielleicht können andere #FediEltern von Einzelkindern das entweder nachvollziehen oder fühlen sich ein bisschen gesehen in ihren eigenen Zweifeln 💚