Paderborn. đ
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Gestern hat zum ersten Mal eine Trainerin mit ihrer Mannschaft einen Sieg in der MĂ€nner-FuĂball-Bundesliga errungen. Herzlichen GlĂŒckwunsch, Frau Eta!

Marie-Louise Eta schreibt Bundesliga-Geschichte und verĂ€ndert nebenbei den FuĂball von Union Berlin. Beim 3:1 in Mainz ĂŒberzeugten die Berliner nicht nur mit Mut, Pressing und Spielkontrolle. Das ist die erkennbare Handschrift der Trainerin.

Nach einem Gerichtsurteil wurde das illegale Streaming-Portal livetv.sx in Deutschland jetzt per DNS-Sperre blockiert. Die DFL und DAZN hatten das Vorgehen gegen die seit 13 Jahren aktive Plattform unterstĂŒtzt, um ihre Ăbertragungsrechte zu schĂŒtzen.
Und ihre Folgen fĂŒr die, die sich ânicht fĂŒr Fussball interessierenâ
Ăber allem steht die Trump-WM, die in gut einem Monat beginnt, und den US-PrĂ€sidenten politisch vor der drohenden Demokratie retten soll. Ironischerweise soll sie am 11.6. um 21 h von Mexiko und SĂŒdafrika eröffnet werden, deren Regierungen nicht fĂŒr ihre Freundschaft mit dem Trump-Regime bekannt sind. Aber es ist doch ânurâ Fussball? Ist es nicht.
Die Fifa-Mafia vergibt diese Veranstaltungen nach streng politischen Kriterien. SelbstverstĂ€ndlich gehören dazu nicht Frieden, Menschenrechte und Völkerfreundschaft. Sondern Solvenz und Herrschaftseffizienz. Wie in Qatar. Wie im Trump-Regime. Oder 2034 in Saudi-Arabien. Zuvor 2030 wird die WM sowohl in Westeuropa als auch in SĂŒdamerika ausgetragen = klassischer Kompromiss zwischen all denen, die dem Fifa-Boss Infantino seine Stimmen sichern.
Diese Fussball-Politik-Ebene ist die, die weltpolitisch klimarelevant ist. Das erklĂ€rt Ihnen Max Koch, Professor fĂŒr Sozialpolitik und Nachhaltigkeit an der UniversitĂ€t Lund, im Deutschlandfunk-SportgesprĂ€ch (Audio 27 min). Der Fussballbetrieb entspricht demzufolge ungefĂ€hr der Klimarelevanz Ăsterreichs. Und wird eher zulegen, weil âZukunft des FuĂballs â Wachstum, Wachstum, Wachstum â geht das auch anders?â So politisch liebenswĂŒrdig, ja sogar nĂŒtzlich die Vorstellungen des Professors sind â so realitĂ€tsfern sind sie, und werden sie absehbar bleiben. Eine Lesefassung mit nĂŒtzlichen Links bietet der Deutschlandfunk nicht an.
Kneipenmeile?
Schalten wir um in die deutsche Provinz. In der Saison 2026/27 wird es wieder erstklassige Ruhrpottderbys geben. Dem FC Schalke 04, im Volksmund âHerne-Westâ, ist der soundsovielte Wiederaufstieg gelungen. Seine Fanbasis ist grösser, als die von Leverkusen, Leipzig, Wolfsburg, Hoffen- und Heidenheim zusammengerechnet. Aber das zĂ€hlt im Profisport bekanntlich nicht, sondern zuvörderst die Kapitalbasis. Die sportliche Tabelle der Bundesliga und DFL nĂ€hert sich der Kapitaltabelle immer weiter an. Und das ist ja auch genau die strategische Absicht der Akteure. Letztendlich stellt sich die Bundesregierung ja genau so ihr eigenes Regieren und die Formierung der Gesellschaft hier draussen vor. Der âWachstum, Wachstum, Wachstumâ-Fussball ist also nicht Ausnahme, sondern Vorbild.
Besonders sarkastisch lachen musste ich heute morgen, als ein WDR-Reporter aus Gelsenkirchen von Feierlichkeiten in einer âKneipenmeileâ berichtete. Ich kenne ungefĂ€hr 20 Kneipen an der Stadtgrenze von Gladbeck, Gelsenkirchen und Essen, die alle nicht mehr existieren. Mann nennt es âInfrastrukturâ. Und die ist weg. Die Funke-Mediengruppe in Essen berichtet mittlerweile ĂŒber jede einzelne Gastronomie-Pleite und -Neueröffnung, wie sie es auch ĂŒber Raufereien und âMesserstechereienâ tut. Ja, sogar einzelne öffentliche Beleidigungen sind schlagzeilen- und fortsetzungsgeschichtenfĂ€hig. Im vorigen Jahrhundert war das gar nicht möglich, weil es Alltagsbestandteil war. Entscheiden Sie selbst, ob das Fort- oder RĂŒckschritt ist.
Tatsache ist, dass das Marketing der schrumpfenden Grossstadt Gelsenkirchen es schafft, ihr gastronomisches Angebot aufzulisten. Und da ist die âPuszta-SchĂ€nkeâ in Horst, fusslĂ€ufig zum FĂŒrstenberg-Stadion, in der schon meine Eltern kegelten, noch nicht einmal dabei. War die Listung gebĂŒhrenpflichtig?
Borussia â 12 Punkte sicher?
Die beiden Borussias, die sich gestern in Mönchengladbach begegneten, freuen sich angeblich ĂŒber die 6 âsicheren Punkteâ in der nĂ€chsten Saison. Bei den Gladbachern kommen noch die 6 gegen den FC dazu, macht schon 12 â dann wird es wieder nichts mit dem von mir gewĂŒnschten Abstieg in die sportlich interessantere und spannendere 2. Liga.
Gestern, so wird von Medien berichtet, schlug die wahre Borussia den Kovac-Fussball des Fussballkonzerns aus dem westfĂ€lischen Raum mit dem besseren Kovac-Fussball â begrenzt ansehnlich, aber erfolgreich: 1:0. Klassenerhalt gerettet. Vom Bökelberg wĂ€re es nicht weit zur Kneipenmeile in Mönchengladbach-Eicken gewesen. Vom Borussiapark blieb nur der Shuttlebus zum âHbfâ Rheydt (das war der Alte, und hier der Neue). Fan-LebensqualitĂ€t ist den Ăkonomisierern des Fussballs egal. Die haben ja den Service in den VIP-Logen.
Wie immer und ĂŒberall folgen danach die Trainerdiskussionen. Denn jede*r Fan ist die*der bessere Trainer*in. Das ist der Fortschritt dieser ablaufenden Saison: dass das gegendert werden muss. Danke FC Union.
FIFA plant neue U21-Pflicht zur StĂ€rkung der Nachwuchsförderung im FuĂball.
Der Weltverband FIFA diskutiert eine weitreichende RegelĂ€nderung, die den Einsatz junger Spieler in Profi-Teams verpflichtend machen könnte. Ziel ist es, Nachwuchstalente stĂ€rker in den Fokus zu rĂŒcken und ihnen frĂŒhzeitig Spielpraxis auf höchstem Niveau zu ermöglichen.
#FIFA #U21Regel #Nachwuchs #Jugendförderung #FuĂball #DFL #UEFA #Bundesliga #PremierLeague #Talente #EigengewĂ€chse #FuĂball
DFL schlĂ€gt Alarm: Illegale Streams werden zur Gefahr fĂŒr Fans und Sportbranche.
Die Deutsche FuĂball Liga verschĂ€rft ihre Warnung an FuĂballfans und richtet sich deutlich gegen die Nutzung illegaler Streaming-Angebote. Nach Ansicht der DFL ist das Thema lĂ€ngst kein RandphĂ€nomen mehr, sondern ein ernstzunehmendes Problem mit wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Folgen. Besonders die Nutzung illegaler Livestreams von FuĂballspielen steht dabei im Fokus.
Also ich wĂŒrde behaupten, dass #schalke04 diese Saison nichts mehr mit dem Abstieg in die 3. Liga zu tun haben sollte.
Morgen: Geschlechterkrieg um TV-Quoten
Samstag 18 h: Provinz-Fussball (der Herren) gegen Weltklasse-Fussball der Frauen
mit Update 26.4.
Lesen die beim ZDF Beueler Extradienst? WĂ€re mir neu. Aber nichts dagegen. Samstags 18 h ist seit Menschengedenken Sportschau-Zeit. Selbst allermĂ€chtigste Medien-Oligarchen und CDU-Millionenspender konnten sie nicht ermorden. Aber vielleicht schafft es die Spieltagsgestaltung der DFL. Die ARD-Sportschau wird genötigt, nicht nur TV-Werbung fĂŒr kriminelle Wettmafia (= DFL-âHauptsponsorâ) zu machen, sondern auch die grössten Langweilerpartien zu zeigen und mit unangemessenen BrĂŒll-Kommentaren aufzublasen. Geht es ihr morgen an den Kragen? Vom ZDF?
Denn die Mainzer TV-FĂŒrsten haben sich offenbar beim Disney-Konzern eine Sublizenz der Champions League der Frauen beschafft. Und nachdem die MĂ€dels vom Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum in der Ligaphase vom FC Barcelona bereits standesgemĂ€ss mit 7:1 verarbeitet wurden, steht morgen um 18 h im CL-Halbfinale eine Revanche an. Die zusammengekauften Bayrinnen haben nur eine Chance, wenn das beste Frauenfussballteam der Welt sie nach dieser Vorgeschichte massiv unterschĂ€tzt, und die Sache morgen zu lĂ€ssig angeht.
Aber wenigstens sind die besten Fussballerinnen der Welt morgen mal im deutschen TV zu bewundern. Ich freu mich drauf.
Wie alles anfing â der TV-Fussball und ich
Vor 60 Jahren wurden Europacup-Spiele noch zu Zeiten angestossen, zu denen auch Schulkinder zugucken durften. So habe ich den ersten deutschen Europacup-Erfolg der Fussballgeschichte live an der Schwarzweiss-Glotze miterlebt. Das Tor von Stan Libuda ging in die Geschichte ein, wie er selbst, und wie auch der nicht minder legendÀre Live-Reporter Ernst Huberty.
1998 schwebte meine Borussia in Abstiegsgefahr wie heute, in nahezu aussichtsloser Position. Am letzten Spieltag gewann sie auswĂ€rts in Wolfsburg und rettete den Klassenerhalt nur durch ein besseres TorverhĂ€ltnis. Ich weiss, dass ich eine nachmittĂ€gliche Geburtstagsparty in Godesberg verliess und mit dem Fahrrad nach Beuel raste, um dort rechtzeitig zur Sportschau den Spielbericht verfolgen zu können. Wir hatten zufĂ€llig Champagner und Kaviar zuhause vorrĂ€tig, die ich mir mit einem Fanschal ĂŒber der TV-Kiste drapierte, um den Bericht feierlich geniessen zu können.
Es folgte die furchtbarste Borussia-Saison aller Zeiten 98/99 mit dem erfolglosesten Trainer aller Zeiten, dem heutigen PrÀsidenten Rainer Bonhof. Morgen tritt die Borussia wieder in Wolfsburg an. Es wird ganz gewiss schlimmer als 1998. Und ich werde sicher nicht zuschauen. Herzinfarkt hatte ich schon.
Update 26.4.
Die vom Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum zusammengekauften Fussballerinnen haben sich gegen den FC Barcelona achtbar geschlagen: 1:1 zuhause. Das wird fĂŒr das RĂŒckspiel nicht reichen. Es wĂ€re eine Sensation. Eine Chance besteht darin, dass der hochverschuldete FC Barcelona sparen will. SelbstverstĂ€ndlich an den Frauen, und nicht an den weit teureren Herren. Deswegen stocken anstehende VertragsverlĂ€ngerungen fĂŒr die besten Spielerinnen. Gut fĂŒr Leistungsmotivation kann das nicht sein.
Das TV-Quotenduell entschieden die deutschen Provinzherren mit 3:1,3 Mio. fĂŒr sich. Das RĂŒckspiel in Barcelona ist nĂ€chsten Sonntag ab 16.30 h im ZDF.
Warum deutsches Fernsehen und deutscher Fussball so schlecht sind
Zum ersten Punkt, dem Fernsehen, kann ich mich kurz fassen. Lesen Sie Christian Bartels/telepolis: âDeutschlands einziges echtes Filmstudio bekommt einen neuen Chef â Christoph Pellander ĂŒbernimmt ARD-Tochter Degeto â eine 400-Millionen-Maschine fĂŒr Serien, Krimis und Eskapismus. Ein System zwischen Effizienz und Monotonie.â Dort entstehen die grössten Teile des ARD-Programms. Und wird das meiste Programmgeld ausgegeben. Zu Bartelsâ AusfĂŒhrungen ist eine wichtige politische ErgĂ€nzung nötig.
Durch die Auslagerung an die Degeto sind Geld und Programmsteuerung den sog. RundfunkrĂ€ten der ARD-Anstalten, die sowieso fĂŒr ambitionierte Kontrolle weder bekannt noch berĂŒchtigt sind, weitgehend entzogen. Das hier sind die âGesellschafterâ der Degeto. FĂ€llt Ihnen was auf? Aber mir. Der WDR, die grösste ARD-Anstalt, ist gar kein Mitglied. Sondern die WDR mediagrpup GmbH. So kommt gar nicht erst die Gefahr auf, dass der WDR-Rundfunkrat da irgendwas zu kamelle hat.
Und das hier ist der Degeto-Aufsichtsrat. Da fĂ€llt auch Ihnen nun sicherlich etwas auf. Richtig: fast alles Intendant*inn*en der ARD-Anstalten kontrollieren hier selbst, statt kontrolliert zu werden. Bayrischer und Westdeutscher Rundfunk entsenden lieber MĂ€nner statt der Intendantin. Und der WDR s.o. âŠ
Wenn die deutsche Filmindustrie also seit Jahrhunderten rĂ€tselt, warum sie global nicht konkurrenzfĂ€hig ist, dann wird sie hier fĂŒndig, bei ihrer grössten Auftraggeberin. Das sind die ProduktionsverhĂ€ltnisse.
Fussball â so laaangweilig
Der noch von den Nazis bestimmte Bundestrainer Sepp Herberger war nicht nur doof, immerhin trainierte er die Weltmeister von 1954. Ihm wird die Weisheit zugeschrieben âFuĂball ist deshalb spannend, weil niemand weiĂ, wie das Spiel ausgeht.â Das stimmt nicht mehr. In Deutschland weiss die Ăffentlichkeit im MĂ€rz schon, wer im Juni Meister wird und den Pokal gewinnt. Und dann wundert die Deutsche Fussball-Liga (DFL) sich, und greint, dass sie zu geringe Einnahmen in der Auslandsvermarktung erzielt. Niemand da draussen in der Welt will Langeweile teuer bezahlen.
SpĂ€testens seit Kalle Del Haye 1980 weiss in BRD-Deutschland jedes Kind, dass der Konzern aus dem sĂŒddeutschen Raum der Konkurrenz jedes Talent, das den Ball halbwegs versiert annehmen kann, wegkauft, wenn es nicht bei 3 ins Ausland geflohen ist. Und zwar mittlerweile auch bei den Frauen. Das Monopol ruiniert die Liga. Und wird hier weiter ausgedehnt und gespreizt. Die âĂberraschungenâ, die bleiben, sind zufĂ€llige Abweichungen der sportlichen von der Geldtabelle. Sie verringern sich, je weiter das Investorenkapital vordringt.
Hier ein europÀischer Vergleich der gegenwÀrtigen Punktedifferenz zwischen Platz 1 und Patz 2 in den Ligen der genannten LÀnder:
Niederlande: 19
BRD: 15
Schweiz: 14
Italien: 12
Spanien: 9
Portugal: 7
Griechenland: 5
Tschechien: 5
Frankreich: 4
TĂŒrkei: 4
Polen: 3
DĂ€nemark: 2
Belgien: 2
Ăsterreich: 1
Schottland: 1
England: 0
Ausgerechnet das mit den meisten Milliarden geflutete England ist noch spannend, weil die Oligarchen von ManCity (Vereinigte Arabische Emirate) und dem FC Arsenal (Trump-Spender Stan Kroenke) noch testen wollen, wer den LĂ€ngsten hat.
Wenn der Konzern aus dem sĂŒddeutschen Raum der von ihm beherrschten DFL was Gutes tun will, tritt er im am wenigsten wichtigen Wettbewerb, dem DFB-Pokal, im Finale mit einer Reservistenelf an und verliert freiwillig, um ein bisschen Ăberraschung zu simulieren. Dem tief mit der kriminellen Wettmafia verbundenen Gewerbe dĂŒrfte das nicht schwerfallen. Sie nennen es ProfessionalitĂ€t.
Ich gehe derweil zur 4. Liga. Dienstag, 19 h Sportpark Nord, Bonner SC â Rot-Weiss Oberhausen. Ex-Erstligist RWO kann noch aufsteigen. Das ist Sport und Spannung.