Fehler im System? Oder System der Macht und des Missbrauchs?
Wir, das Bündnis Hansaplatz, verurteilen den systematischen Schutz von Gewalt- & Sexualstraftätern durch den Chaos Computer Club (CCC) & den Chaos Communication Congress.
Trotz wiederholter Vorfälle von (sexualisierter) Gewalt durch Täter aus den eigenen Strukturen, findet der CCC seit Jahren keinen angemessenen Umgang mit diesen: Anstelle Betroffenen Gehör zu schenken & durch Ausschluss der Täter für alle Teilnehmenden des Congresses einen sichereren Raum zu schaffen, bleiben Täter Teil der CCC-Community.
Auch jetzt, in einer Zeit, in der der Fall von Gisele Pelicot internationale Aufmerksamkeit auf das Thema Vergewaltigung lenkt, wird mindestens einem bekannten Sexualstraftäter der Zugang zum Congress nicht verwehrt!
Die Haltung des CCC ist eine Fortführung des eigenen strukturellen Versagens im Umgang mit sexualisierter Gewalt & sie ist Ausdruck patriarchaler Machtstrukturen.
Sexualisierte Gewalt ist kein „Missverständnis“ oder ein Vorfall, der, wie bei einem bloßen Konflikt zwischen zwei Parteien, „beidseitig“ zu betrachten ist. Ein solches Herangehen führt zur Symmetrisierung von gewalterleidender und gewaltausübender Person und zur Ausblendung dessen, dass sexualisierte Gewalt immer aus einem Machtungleichgewicht heraus ausgeübt wird. Das patriarchale System erleichtert es Täter*innen, sich zu schützen und ihre Macht aufrechtzuerhalten. Die Stimmen der Betroffenen werden dabei systematisch zum Schweigen gebracht. Es geht weder um „zwei Seiten“ noch um „Einzelfälle“ – sondern um eine tief verwurzelte Ungleichheit, die durch solche Taten sowie durch Institutionen, die diese vertuschen, reproduziert wird.
Die Entscheidung, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen zu relativieren oder abzusprechen, hat katastrophale Auswirkungen auf die betroffenen Personen. Es bedeutet einerseits, ihnen den Raum zu nehmen, sich zu äußern, ihre Verletzung zu verarbeiten und die nötige Unterstützung zu erhalten und andererseits die Aufrechterhaltung eines Umfelds, in dem die betroffenen Personen erfahren haben, dass ihre Würde und Rechte keine Priorität haben. Dies führt zu weiteren Traumatisierungen und der Reproduktion der patriarchal bedingten Ungleichheit der Geschlechter.
Aktuelle Fälle im Umgang des CCC mit Tätern zeigen erneut:
👉 Indem Gewalt- & Sexualstraftäter NICHT ausgeschlossen werden, werden die Täter & nicht die Betroffenen geschützt.
👉 Die Bitten Betroffener bleiben unbeachtet.
👉 Es gibt keine Aufarbeitung des strukturellen Versagens des CCC mit dem Umgang von insbesondere sexualisierter Gewalt.
👉 Es gibt weder konsequente Maßnahmen noch öffentliche Stellungnahmen durch Veranstalter*innen und Sprecher*innen-Team.
Unsere Forderungen:
👉 Schutz von Betroffenen durch sofortigen Ausschluss aller Gewalt- & Sexualstraftäter vom CCC & Congress.
👉 Konsequenten Schutz von Betroffenen dauerhaft sicherstellen.
👉 Eine öffentliche Stellungnahme des CCC zum Umgang mit den aktuellen Vorwürfen.
Kein Platz für Täter! Kein Schweigen! Keine Kompliz*innenschaft! Solidarität mit Betroffenen!
Weiterführende Links:
https://www.instagram.com/p/DDb89qrMPxl/?img_index=1 , https://taz.de/MeToo-und-der-CCC-Kongress-34C3/!5473646/
https://www.buzzfeed.de/recherchen/frauen-kritisieren-den-chaos-computer-club-fuer-seinen-umgang-mit-uebergriffen-und-belaestigungen-90134553.html
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