Sascha Lobo

@saschalobo
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Diskussionskultur ist nicht, wie unglaublich freundlich man auf Inhalte reagiert, denen man ohnehin zustimmt.

Sondern wie man mit Dissens oder Kritik umgeht.

@rstockm Das ist einfach falsch (mal abgesehen davon, dass ich seit 2017 auf Mastodon war).

Wenn Du meinen Beitrag genau lesen würdest, habe ich hier nur über den häufigsten Vergleich in der Öffentlichkeit gesprochen – dass ich nicht glaube, dass Mastodon Twitter wird. Nicht mehr, nicht weniger. Wer sich davon angegriffen fühlen möchte, sucht sich das so aus.

Abgesehen davon ist Diskussionskultur nicht, wie man mit Beiträgen umgeht, denen man zustimmt. Sondern wie man auf Dissens reagiert.

"The medium is the message" (McLuhan) halte ich für halbfalsch. Aber Technik kann Inhalte natürlich prägen.

Mit 500 Zeichen schreibt man anders. Nach meiner Beobachtung ergeben sich hier (wo nicht Twitter imitiert wird) eher Mikro-Erzählungen mit inhaltlichen Bögen. 280 Zeichen führen oft zu Struktur-armem Aussagen-Stakkato. Mastodon scheint damit näher am Microblogging, wie Twitter mal kategorisiert wurde.

Zur Diskussionskultur: von einer angeblichen Mastodon-Freundlichkeit sehe ich wenig.

Ich hoffe, dass ich mich irre. Aber ich glaube nicht, dass Mastodon Twitters Platz einnimmt.

Drei Gründe:

• Twitter stellt globale Öffentlichkeit her, Mastodon ist dafür (noch) zu nerdig & funktioniert fliterblasiger

• Social Networks müssen sich ständig weiterentwickeln, das ist extrem teuer

• neue Social Networks brauchen Inhalte von Leuten, die damit Geld verdienen

Das alles ist auf Mastodon bisher schwierig. Es gibt eine Chance, dass sich das verändert. Ich halte sie nicht für groß.