Forum Queeres Archiv München

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LesBiSchwulTransInter* in Geschichte und Kultur - Wir sammeln und forschen zur LGBTIQ*-Geschichte in München und Bayern

LGBTIQ* in History and Culture - We collect and research on LGBTIQ* history in Munich and Bavaria

Websitehttps://forummuenchen.org/
Digitales Archivhttps://archiv.forummuenchen.org/

📢 Neue Folge von #SprechendeAkten

👂 Hier geht es zur 3. Folge der neuen Staffel: https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/projekte/podcast-sprechende-akten/74726

💡 In unserer dritten Folge geht es das Schicksal eines Damenimitators im Fadenkreuz der Nationalsozialisten. Michael Mayer übt unter dem Künstlernamen Hilmar Damita eine erfolgreiche nationale und internationale künstlerische Tätigkeit aus und ist ein gefeierter Star der 20er Jahre. 1933 wird ihm die öffentliche „abnorme Zurschaustellung seines Lebenswandels“ verboten. Auch seine offen gelebte Ablehnung des #Nationalsozialismus hat Konsequenzen: Mehrfach verhaftet, lässt er sich 1944 aus Angst vor dem Konzentrationslager „entmannen“. Michael Mayer stirbt 1969 in München – ohne je einen Pfennig an Entschädigung erhalten zu haben.

Sprechende Akten ist eine Produktion des Landesarchivs Baden-Württemberg. Umgesetzt von WE ARE PRODUCERS in Zusammenarbeit mit POOL ARTISTS. Finanziert vom @bmf

📷 Bild 1: Polizeifotografie einer Autogrammkarte von Michael Mayer als Hilmar Damita in den 1920er Jahren, Vorlage: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Ludwigsburg F 215 2017/066, 641

📷 Bild 2: Erinnerungstafel für die Verfolgung Homosexueller zur Zeit des Nationalsozialismus am Nollendorfplatz in Berlin, Vorlage: Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gedenktafel_Rosa_Winkel_Nollendorfplatz.jpg

📷 Bild 3: Scan des Aktendeckels der Entschädigungsakte von Michael Mayer, Vorlage: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Ludwigsburg EL 350 I Bü 39244

#archiv #podcast #wiedergutmachung #entschädigung #verfolgung #bawu

Bigotry at every opportunity:
Trump administration removes Pride flag from Stonewall gay rights monument https://www.washingtonpost.com/nation/2026/02/10/lgbtq-flag-trump-administration-remove/
Trump administration removes Pride flag from monument to gay rights movement

Trump administration removes gay pride flag from the Stonewall National Monument, birthplace of the gay rights movement.

The Washington Post

RE: https://openbiblio.social/@literarymachine/115899939849723408

Unsere Instanz hier war für mehrere Wochen offline. Was passiert ist und wie es repariert wurde:

Falls du willst, dass es in Deutschland wieder Listen gibt, dann ignorier bitte diese Petition.

Ansonsten, unterschreibe hier:

„Keine Führung eigener Register zur Erfassung von trans* und nichtbinärer Personen“

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2025/_07/_14/Petition_183950.nc.html

Nein, das Foto hat nix damit zu tun außer deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Danke.

#Petition #LGBTQI+ #NieWiederIstJetzt

Restoration of Paul Hoecker’s grave

Thanks to generous donations, the Paul Hoecker Research Group was able to have the long-neglected tomb, which was already threatened by decay, restored.

In April 2025, Philipp Gufler from the Paul Hoecker Research Group, together with Karol Radziszewski, Michał Suchora, and Giovanni Pilato, visited the artist’s birthplace and his family grave in Długopole Górne (until 1945 Oberlangenau). This is where Paul Hoecker found his final resting place in 1910.

Thanks to generous donations, the research group and the FQAM were able to have the long-neglected and already decaying tomb restored, thus restoring its dignity. It is the last remaining tomb of German origin in the graveyard and stands as a silent testimony to the complex German-Polish history of the region.

The family grave in Długopole Górne before renovation

The family gravestone was designed by Paul Hoecker during his lifetime. Through our efforts, the base of the stone was straightened, the fence renovated, and the monument carefully cleaned so that the inscription is once again clearly legible.

We would like to express our sincere thanks to all donors—your commitment helps to preserve the memory of Paul Hoecker and make historical connections visible for future generations. We would also like to thank Arkadiusz Raczyński, the pastor of the parish of Długopole Górne, who accompanied the project every step of the way with great openness and support.

Nächstes Jahr wird wieder der Max-Spohr-Preis an besonders queerfreundliche Unternehmen und Organisationen vergeben.
https://www.queer.de/detail.php?article_id=56204
Jetzt für Max-Spohr-Preis bewerben

Die offizielle Bewerbungsphase für den Max-Spohr-Preis 2026 ist gestartet. (Szene - Deutschland)

queer.de

Das Schwule Museum hat 40. Geburtstag. @tagesschau berichtet darüber:

https://www.tagesschau.de/kultur/40-jahre-schwules-museum-berlin-100.html

"Das Archiv platzt inzwischen längst aus allen Nähten. - vor allem wegen der Nachlässe. (…) Nachlässe abzulehnen - wie andere Museen - das möchte das Schwule Museum vermeiden, so Birga Meyer.(…) "Wenn wir jetzt sagen, nein, wir nehmen das nicht, dann verschwindet das. Das wollen wir nicht riskieren"
#queerhistory

Schwules Museum Berlin feiert 40-jähriges Bestehen

Weltweit einzigartig: Vor 40 Jahren wurde in Berlin das Schwule Museum gegründet. Es richtet sich an alle, die etwas über Sexualität und Identität lernen wollen. Eine Ausstellung widmet sich nun den Anfängen.

tagesschau.de

Lana Kaiser

„Meine Lieder werden immer anders sein. Weil ich anders bin – und eines Tages anders leben werde.“

Daniel Küblböck bei einer Signierstunde im Kaufhaus Hertie zur Veröffentlichung von „Ich lebe meine Töne“ in München 2003, München, Foto: Philipp Gufler

Lana Kaiser wurde am 27. August 1985 als Daniel Dominik Küblböck in Hutthurm in Niederbayern geboren. Sie war queeres Pop-Idol, Realitystar, Sänger*in, Werbefigur, Autor*in, Unternehmer*in und gilt als queere Ikone und Identitätsfigur, die Geschlechtergrenzen und gesellschaftliche Normen durchbrach.

Ihre Kindheit verbrachte Lana bei ihrer alkoholkranken Mutter und ihrem älteren Bruder, wo sie körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt war. Die Missachtung, die sie von ihrer Familie erfuhr, waren ihr schon früh Ansporn, ihr Anderssein zu akzeptieren und auszuleben. Ihre größte Liebe galt der Musik, ihre größte Freude war es, sich zu verkleiden und vor Freund:innen erste Auftritte zu inszenieren.

1998 absolvierte Lana Kaiser eine Tanzausbildung in Passau und begann 2001 eine Ausbildung in der Kinderpflege, die sie 2002 abbrach, um an der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ teilzunehmen. Dort präsentierte sie sich unbekümmert geschminkt in bunten androgynen Kostümen, sang und tanzte in 16 Folgen und machte die Bühne zu ihrem Spielplatz. Ihre „positive Energie“, die zu ihrem Markenzeichen wurde, und ihre authentischen Auftritte eroberten die Herzen der Zuschauer:innen und führten zu einem Plattenvertrag und Charterfolgen.

Ihr bisexuelles Outing in der Sendung, die bis zu 15 Millionen Zuschauer verfolgten, gilt als Akt des Empowerments. 2003 erhielt sie den Silbernen Otto der Zeitschrift Bravo als zweitbester Nachwuchskünstler. Die erst 17-Jährige sensibilisierte mit ihrem Auftreten eine ganze Nation für LGBTQIA+-Menschen, war jedoch auch massivem öffentlichem Hass, Mobbing und Morddrohungen ausgesetzt.

Mit der 2003 erschienen Biografie „Ich lebe meine Töne“ setzte sie sich ein frühes Denkmal. 2011 nahm sie den Nachnamen ihrer Adoptivmutter, Kaiser an. Lana wandte sich neben dem Pop auch dem Jazz zu, sang auf Deutsch und Spanisch und gab bis zuletzt für ihre treuen Fans regelmäßig Konzerte. Von 2015 bis 2018 besuchte sie eine Schauspielschule in Berlin.

Im August 2018 zeigte sich Lana Kaiser auf Instagram als „Rosa Luxemburg“ und kündigte auf Facebook an, künftig als Frau leben zu wollen. Sie habe bereits mit der zur Transition notwendigen Hormontherapie begonnen. Im September 2018 trat sie auf einem Kreuzfahrtschiff die Reise von Hamburg nach New York City an. Passagiere berichteten, es sei an Bord wegen ihres Auftritts zu queerfeindlichen Beleidigungen gekommen.

Lanas vermutlich letztes Lebenszeichen war eine in der Nacht vom 9. September 2018 an ihren früheren Lebenspartner gerichtete Sprachnachricht, bevor sie offenbar über Bord ging. Kurz darauf gestartete Suchaktionen blieben erfolglos. Am 22. Februar 2021 wurde Lana Kaiser für tot erklärt.
Das Forum Queeres Archiv München e.V. verwahrt den Fan-Nachlass von Philipp Gufler mit Materialien über Lana Kaiser/Daniel Küblböck.

Von Norbert Wagner

Literatur und Filme

Daniel Küblböck/Julia Boenisch: „Ich lebe meine Töne“, Random House, München 2003
Ulli Lommel (Kinofilm): „Daniel, der Zauberer“, 2003
Philipp Gufler (Kurzfilm): „Lana Kaiser“, 2020
Tristan Ferland Milewski (Fernsehfilm): „Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser“ (drei Teile), 2025

Ausstellung über Karl Heinrich Ulrichs: Urning & Urningin. Language and Desire since 1864

Liebe und Begehren zwischen Menschen gleichen Geschlechts gibt es seit jeher. Jahrhundertelang gab es keine Sprache, um diese Begehren zu benennen – außer in medizinischen und juristischen Begriffen, die sie als Krankheit oder Verbrechen definierten. Dies begann sich dank Karl Heinrich Ulrichs (1825–1895) zu ändern, einem deutschen Juristen, der als erster gleichgeschlechtliches Begehren als Identitätskategorie beschrieb. Ulrichs forschte intensiv zu dem, was er als „Uranismus” bezeichnete, baute ein Netzwerk von Wissenschaftlern auf und argumentierte, dass queeres Verlangen als etwas Angeborenes und nicht als kriminell anerkannt werden sollte. Mit seinem eigenen Vokabular artikulierte er queere Identität lange bevor Begriffe wie homosexuell, schwul oder queer existierten.

Ulrichs’ Vermächtnis bildet den Ausgangspunkt für die Ausstellung „Urning & Urningin. Language and Desire 1864” im Kunstraum Nest in Den Haag. Der Titel bezieht sich auf Ulrichs’ positive Beschreibung für sich selbst und andere mit queerem Begehren: Urning und Urningin. Er verwendete diese Begriffe erstmals öffentlich in seiner zwischen 1864 bis 1880 veröffentlichten Schriftenreihe „Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen Liebe”. In dieser Ausstellung untersucht Gastkurator Philipp Gufler die Grenzen der Sprache – damals wie heute – beim Ausdruck von Begehren und ruft zu intersektionaler Solidarität auf.

Neben Originaldokumenten und Briefen von Ulrichs, die einen Einblick in seine Zeit und den Einfluss seines Denkens geben, wurden neun zeitgenössische Künstler*innen eingeladen: Sharan Bala, CAConrad, Philipp Gufler, Eli Hill, KRIWET, Cosy Pièro, Rory Pilgrim, Sophie Serber und Louwrien Wijers. In ihren Arbeiten reflektieren sie über Themen wie (Geschlechts-)Identität, Sprache und queeres Begehren. Anlässlich des 200. Geburtstags von Ulrichs verbindet diese Ausstellung Vergangenheit und Gegenwart und zeigt, wie der Austausch zwischen den Generationen sowohl hoffnungsvoll als auch transformativ sein kann.

In der Ausstellung werden auch Materialien aus dem Forum Queeres Archiv München gezeigt, das seit seiner Gründung an Karl Heinrich Ulrichs’ Bedeutung erinnert. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einem Pamphlet von Karl Heinrich Ulrichs, Bildmaterial der Künstler*innen sowie neu in Auftrag gegebenen Texten von Gürsoy Doğtaş, Hendrik Folkerts und Simon(e) van Saarloos.