@Fraengii @furocchi @mattze @BlumeEvolution
"Hochverarbeitet bleibt hochverarbeitet, auch wenn Du es daheim machst."
Genau der Satz zeigt doch, dass "hochverarbeitet" keine sinnvolle Kategorie ist.
Was genau ist "hochverarbeitet" daran, wenn ich zu Hause besonders dünne Bratkartoffeln aka Kartoffelchips im Airfryer herstelle? Kartoffeln, Salz, Gewürz, Sonnenblumenöl - "hochverarbeitet"?
Warum ist eine selbstgemachte Pizza "hochverarbeitet"? Welche Zutat, welcher Schritt der Zubereitung macht daraus ein "hochverarbeitetes Lebensmittel"? Alle Zutaten in meiner hausgemachten Pizza sind natürlich, aber sie wird auch durch Vollkornmehl kaum gesünder.
Methycellulose ist in manchen veganen/vegetarischen Produkten enthalten und es gibt Rezepte für Veganer zum Selberkochen, wo man diese Zutat verwendet. Ich habe es nicht in meinem Zutatenschrank, aber es scheint keine fragwürdige Zutat zu sein, man kann sie kaufen, wenn man selbst vegan kochen und dabei bestimmte Konsistenzen erreichen will.
Künstliche Aromen und Gewürzextrakt würde ich in der heimischen Küche nicht verwenden wollen, aber natürlich kontrolliere ich auch nicht jede Zutat der Gewürzmischung, die ich im Supermarkt kaufe. Werden meine selbstgemachten Pommes in dem Moment "hochverarbeitet", wenn ich das falsche Pommes-Salz darauf streue?
Bleibe dabei, die Bezeichnung "hochverarbeitet" ist eine (snobistische) Meinungsäußerung. Es gibt keine klare Kategorie und kein eindeutiges Kriterium außer "mag ich nicht".
Die eigentliche Kritik, um die es hier geht, ist dass die Lebensmittelindustrie Produkte herstellt, die mit Tricks dem Konsumenten Qualität oder Zutaten vortäuschen, die gar nicht drin sind. Dagegen gibt es Gesetze, Regulierung und Kontrollen. Auch auch das ist keine Frage, ob es "hochverarbeitet" ist.
Gepantschter Honig, Fake-Olivenöl oder Gammelfleisch waren alle nicht schlecht, weil sie zuvor industriell "hochverarbeitet" waren, sondern waren einfach nur betrügerisch falsch gelabelt und von minderer Qualität.