Es ist immer eine Gruppe schuld am Nazi-Erfolg. Die Jugendlichen. Die Ossis. Wer auch immer.
Aber am Ende ist es doch so, dass das Narrativ von "wir haben Demokratie, damit wir alle gemeinsam entscheiden können, wie Dinge gemacht und verbessert werden" sich schlicht nicht einlöst.
Die Verteilung des Wohlstands wir mit jedem Tag ungerechter, Löhne sinken realerweise, wohnen ist oft unbezahlbar, Jobs sind unsicher, Renten reichen nicht.
Die Infrastruktur wird seit Dekaden auf Verschleiß gefahren aber ihre Nutzung wird immer teurer. Soziale Angebote werden immer weiter heruntergefahren, der Staat selbst wirkt auch nicht handlungsfähig oder in der Lage seine Aufgaben zu erfüllen.
Klimawandel scheinen wir aussitzen zu wollen, Bildung kann man haben, wenn man selbst Geld hat. Die positivste gesellschaftliche Vision, die man noch in der Lage ist, öffentlich zu formulieren ist: "Vielleicht können wir X so reformieren, dass noch ein bisschen über bleibt. Nicht genug, dass es wirklich Sinn ergibt, aber pro Forma bleibt es".
Dass es da Faschist*innen leicht haben, kann ja niemanden wundern.
Georg Restle: „Nichts daran ist normal, dass eine im Kern rechtsextremistische Partei zur zweitstärksten Kraft aufsteigt. Und doch wird genau das in den erstarrten Ritualen einer Wahlberichterstattung vermittelt. Dabei müssten Demokraten in Scham versinken. Gerade in diesem Land.“
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