Floris Biskamp

@florisbiskamp
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Soziologe, Politikwissenschaftler

Wake me up when we get to heaven,
let me sleep if we go to hell.

Sorry, not sorry for shitposting

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...Dass hoher Status/Bildung und interpersonelle Arbeitslogik mit besonders niedriger Unterstützung für Rechtaußenpolitik zusammenhängt, ist ein empirisches Ergebnis, keine Setzung. Man kann die Sache mit den Arbeitslogiken immer noch für falsch halten, aber wie Manow das wiedergibt, ist das irreführend, wie so vieles im Buch.
3. Manow geht mit so vielen Ansätzen in der Literatur unredlich um, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Ein Beispiel noch: Er diskutiert Oeschs Klassenschema so, als gäbe es da Gebildete mit interpersoneller Arbeitslogik einerseits und Ungebildete mit technischer Arbeitslogik andererseits. Das ist aber einfach nicht die Wahrheit. Es gibt bei Oesch auch Klassen mit niedrigem Status und interpersoneller Arbeitslogik sowie mit hohem Status und technischer Arbeitslogik...
2. Manow verwendet den Begriff "Bildungselite" in einer Weise, die unterstellt, dass jede Sozialarbeiterin mit einem BA von einer HS ebenso Teil der Elite ist wie ein Grundschullehrer. Das ist bizarr. Dann ist auch jeder Eigenheimbesitzer Eigentumselite.

Und es gäbe noch viel mehr zu kritisieren, das keinen Platz in der Rezension fand:

1. Die These des Buches setzt voraus, dass die Parteien der Mitte (also z.B. Grüne und Union) sich in einer kulturell liberalen und marktliberalen Linie einig seien, Manow belegt diese gewagte Annahme aber nicht ansatzweise (abgesehen von der Unterstützung der Europäisierung, was nur ein Aspekt ist).

Ich habe Philip Manows neues Buch gelesen und war wenig begeistert. Meine Rezension bei pw-portal. Ich kritisiere u.a., dass er eine bereits von vielen vertretene These als neu ausgibt, dass er Literatur falsch wiedergibt, dass er seine These von den "ökonomisch linken" Rechtspopulisten trotz allerlei selektiver Betrachtung nicht belegen kann (aber unverdrossen so tut, als hätte er es belegt) und dass er Daten in völlig intransparenter Weise aufbereitet.

https://www.pw-portal.de/demokratie-und-frieden/ueberblick/philip-manow-spaltungslinien-europas-parteiensysteme-und-die-dekonsolidierung-des-nationalstaats

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Portal für Politikwissenschaft – Philip Manow: Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats

Portal für Politikwissenschaft
Interessant ist, dass Sandra Kostner (Netzwerk Wissenschaftsfreiheit) und ich trotz des gegensätzlichen Tonfalls im Kern ähnliche Positionen vertreten.
Bemerkenswert an der aktuellen Stärkephase der AfD ist, dass sie in eine Zeit fällt, in der Migration in der öffentlichen Wahrnehmung kein sonderlich dringendes Thema ist. Viel stärker sorgen sich Menschen um die Wirtschaftslage sowie Kosten/Löhne/Preise. Eigentlich keine optimalen Bedingungen für Rechtsaußenmobilisierung.
@energisch_ Menschenrechte an sich nicht. Aber eine bestimmte Interpretation von Menschenrechten sowie eine gewisse Interpretation der Regierungspolitik, der zufolge die Regierung menschenrechtswidrig handelt. Wo, wenn nicht unter Linken, findest Du entsprechende Kritik an der Regierung (Sozialstaatsabbau aus Hörigkeit vor Lobbygruppen und als Folge Verschärfung von Klassendifferenzen) denn?
@energisch_ Das würde ich unter "linke Kritik" fassen, oder nicht?