Jeder kennt den Spruch, "Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten", aber kaum jemand kennt die ursprüngliche Fassung und den Urheber dieses Gedankens.
Paul Johann Anselm von Feuerbach, der Begründer der Theorie des psychologischen Zwangs schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts in seinem Werk Betrachtungen über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Gerechtigkeitspflege im Zusammenhang mit der Errichtung einer Behörde zum Ausspähen der eigenen Bevölkerung:
Wer nichts zu verbergen hat,
scheut die Beobachtung nicht,
und wer den Beobachter scheut,
wird machen,
daß er nichts mehr zu verbergen hat.
Die Errichtung dieser Spionage hat demnach nicht zum Ziel Informationen zu gewinnen, sondern die Bevölkerung zum Gehorsam zu erziehen und ihr genehmes Handeln beizubringen. Sie ist ein massenpsychologisches Instrument zur Disziplinierung und zur Dressur.