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There are some answers here already, but none really hit the key issue. It‘s not one singular factor, like education or better mental health care or the group of people who own them. Sure, those are all important, but they only in part tackle the main underlying issue why people do these things. Young men (and nearly all mass shooters are young men) in american society are told that they are supposed to be achievers, they are supposed to get rich, be cool, have many friends, get a girl, get a house, get a fancy car and all the other status symbols. But most of them don’t see a way of achieving this, since it’s pretty unrealistic with how things are in capitalism. This tension between the life they want and some think deserve, and the life they actually lead is pretty tough to handle.

Most adjust their goals, or get into political activism, or hustle culture, or drugs or do whatever else to get over this perception of a stolen future. But a tiny group can’t get over it and they are angry at society for taking what they think is their rightful life from them. They usually find other people with similar resentments online, radicalise further, and at the end you have a tragedy. Guns aren’t even necessary, they just make it easier to hurt a lot of people in a short time span.

Now Switzerland isn’t socialist heaven, but there is in general a higher standard of living, better education, better mental health care and less demands for young men to become as rich as possible. There are also more strict checks when issuing guns than there are in some us states and strict rules about storage. So a 17 years old will at the same less likely develope the toxic ideology needed to want to do something like a mass shooting, have a better safety net to deradicalise him and have a harder time getting the needed equipment.

This is obviously generalising a lot, so don’t take it as a universal answer, because there isn’t.

Diese Woche gab’s mal wieder einen sehr guten Film bei mir. Anora von Sean Baker ist eine Geschichte über die junge Stripperin Anora, die den Oligarchensohn Vanya trifft. Er fragt sie, ob sie für eine Weile seine Freundin werden möchte und später auch, ob sie ihn Heiraten will. Wer hier eine Aschenputtel-Romanze erwartet liegt weit daneben, es ist eine Tragikomödie über die Macht des Kapitals. Vanya muss keine überlegten Entscheidungen treffen oder schlau sein, er kann tun was er will und verändert damit das Schicksal aller ärmeren Menschen um ihn herum. Anora, deren einziges Kapital ihr Körper ist, muss versuchen ihr Kapital geschickt zu ihrem Vorteil einzusetzen, hat aber eigentlich keine Chance. In Teilen witzig, rasant, tragisch und auf jeden Fall empfehlenswert.

Dann habe ich noch The Nickel Boys von Colson Whitehead gelesen. Ein erschreckendes Buch über eine Umerziehungsschule für problematische Jungs in den 1960gern in Florida, inspiriert von einer echten Schule. Whitehead stellt in diesem Buch die Frage, wie man mit Rassismus und dem damit verbundenen Trauma umgehen sollte. Lieber kompletter Zynismus? Oder unkompromittierter Idealismus? Das ganze wird anhand des Schicksals zweier Insassen der Schule untersucht. Das Buch ist definitiv keine leichte Lektüre, was man den Kindern hier antut ist schrecklich und wirklich tragisch zu lesen. Was in der echten Schule passiert ist, muss angeblich noch schlimmer gewesen sein. Whitehead hat dafür seinen zweiten Pulitzer gewonnen. Meiner Meinung nach verdient.

Ich glaube du wirst downgevoted weil es hier nicht um Vernunft oder Verständnis geht, sondern Opferschutz.

In ein paar Punkten stimme ich dir zu, aber ich finde deine Philosophie ist extrem großzügig gegenüber Tätern, zulasten der Opfer. Nehmen wir mal dein bsp von den Rassisten. Konkret Pegida. Da waren viele „normale“ Menschen dabei, die einfach nur Abstiegsängste hatten und nen Sündenbock gesucht haben, und ein paar „echte“ Rassisten, die die Bewegung benutzt haben um ihre fremdenfeindliche Ideologie salonfähig zu machen. Wenn ich deine Logik richtig interpretiere war es falsch, die alle als Rassisten abzustempeln und man hätte erstmal versuchen sollen mit ihnen zu reden (was ja auch z.T. getan wurde). Aber hast du dir mal überlegt wie es den Migranten in Deutschland ging, wenn sie in ihrer Stadt, in der sie vielleicht schon viele Jahre leben, Demonstrationen sehen, wo Seite an Seite mit rechtsradikalen marschiert wird und ihre Abschiebung gefordert wird? Ganz zu schweigen von den anderen Auswirkungen, die die Solidarisierung mit Pegida noch immer in Deutschland hat (für mich lässt sich da ne grade Linie zur AfD ziehen).

Ich hör mir immer gerne an, warum Menschen auf ihre komischen Ideen kommen und habe auch durchaus Verständnis wenn mal was schräges dabei ist (werden andere bei mir sicher auch finden). Aber ich glaube auch an das Toleranzparadox. Von daher gilt für mich „Keine Toleranz der Intoleranz“. Da magst du noch so vernünftige Begründungen haben, warum du nicht tolerant bist, Toleranz ist ein unausgesprochener gesellschaftlicher Vertrag. Wenn du ihn brichst, profitierst du nicht mehr von seinem Schutz.

Bin ernsthaft an deinem letzten Satz interessiert. Was meinst du mit sozialer Frieden?
Schöne Ziele und gute Idee. Leider fürchte ich, dass sowas niemanden der Nius etc. konsumiert umstimmen wird. Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer ehemaligen Springer Angestellten die mittlerweile mMn noch weiter rechts ist. Solchen Leuten kannst du wirklich erzählen was du willst, du läufst damit gegen ne Wand.
Ich habe es auf Englisch gelesen, daran kann es also leider nicht gelegen haben…

Ich kann trotzdem empfehlen es zu lesen, sind schon auch gute Seiten daran. Die Entfremdung die der Hauptcharacter fühlt ist zB sehr gut beschrieben.

Gegen einige meiner Kritiken sind im Text auch Argumente eingebaut, aber meistens leider nicht konsequent genug umgesetzt. Eine Figur sagt z.B. mal irgendwann, dass nicht nur Bücher die Funktion von Wissensvermittlung und Denkanstößen liefern können, sondern auch andere Medien. Das ist aber halt ein Satz, in einem Buch was sonst alles tut um das Gegenteil zu behaupten. Genauso sagen die Harvard-Brüder, dass sie als Individuum nicht wichtig oder besonders sind, aber sie sind gleichzeitig davon überzeugt dass sie der Menschheit die Flamme des Wissens zurückgeben können, als wären sie lauter kleine Prometheuse.

Fahrenheit 541 von Ray Bradbury stand schon lange auf meiner Liste. Jetzt hab ich’s endlich gelesen. Allerdings hatte ich vielleicht zu hohe Erwartungen weil ich am Ende enttäuscht war.

Aber zunächst das positive: Bradbury war hier durchaus prophetisch was die technologische Entwicklung der Unterhaltungsmedien anging. TikTok hätte ihn sicher umgehauen. Was er nicht gesehen hat, ist dass das Internet und Social Media uns zu aktiven Teilnehmern macht, die eher überfordert als eingeschläfert werden. Auch finde ich die Sprache, die er verwendet und die vollgepackt ist mit schönen Metaphern und poetischen Beschreibungen toll.

Nun zur Kritik: Bradbury kommt mir in seiner Haltung extrem konservativ vor, ein alter Mann der Angst vor der neuen Technik hat. Er sieht nicht, dass auch Fernsehen oder Audiomedien tiefgründige Botschaften transportieren können. Die Bücher, die er als den Schatz des Wissens hochstilisiert sind allesamt Klassiker von alten Weißen Männern, die zu seiner Zeit weit entfernt von radikal waren. Besonders sein Fokus auf die Bibel als Quelle transformativem Wissens ist für mich befremdlich. Frauen sind hier Zombies die sich den ganzen Tag beschallen lassen oder naiv fragende Kinder. Auch die Darstellung der nicht lesenden Bevölkerung als unmündige Schafe, die am Ende wegen ihrer Blindheit im nuklearen Holocaust untergehen und denen der Protagonist und seine Truppe Harvard Jungs keine Träne nachweinen offenbart eine zutiefst elitäre Sichtweise auf das Thema. Klassenbewusstsein oder eine strukturelle Analyse der Machtverhältnisse und Mechanismen, die Sie versklaven sindnicht gegeben. Stattdessen sind sie mit Schuld an ihrer Ausbeutung, da sie ja selbst nicht mehr lesen wollten. Ihr Tod wird nicht als schreckliches Verbrechen, sondern als Neuanfang gesehen, der ein neues, von den erleuchteten Lesern geprägtes Zeitalter des Wissens einleitet.

If I understand what you’re saying correctly we are largely on the same page about this… class mobility upward is hard and almost impossible. Classes are usually discriminatory against other classes (sometimes even towards higher classes). This makes actual class mobility very hard. People have to mask as having always belonged to a certain class by acquiring the correct signifiers.

What I am not sure I agree with, or maybe I just don’t understand it, is the point about dimensions of class. People are more than just the job they do. An aristocrat who is living off inheritance has about the same amount of actual working experience that a low class individual who can’t get a job has. They both don’t work, but since the aristocrat has a bunch of capital which the drunk doesn’t have they are on opposite ends of the spectrum.

Idk why you were getting those downvotes. I’ll check out Fussel if I get the chance.

Not saying caste system is better, both are terrible. We should strive to abolish both.

But to your point about class mobility: You can always move down in class, up is neigh impossible. Thinking that money will help you move up is only a carrot that the upper class dangles in front of the poor. Class is not only determined by wealth, it is determined by capital. Capital encompasses not only financial and economic capital, but also social capital, intellectual capital, cultural capital, etc. To move up in class you will have to acquire enough of all of these, just money isn’t enough. If you don’t have the same manners, vocabulary, friends, status symbols and don’t consume the the same media you will never be accepted and only be considered a nouveau rich and a gaudy buffoon. Your lifestyle will be better than that of the rest of your class, but the higher class will never accept you as one of their own. Your kids might be able to move up, if you put them in the right school so they can absorb some of that social capital and learn the language, squire the correct manners and make the right friends. But you will very likely be forever stuck in the same class that you were born in, unless you move down.

There is a Philosopher called Hanno Sauer who wrote a book about this. I don’t agree with all of it, but he has some very interesting observations.