In den späten 1990ern las eine Maschine einen großen Teil aller Schecks der USA — die handschriftlichen Beträge, millionenfach. Gebaut hatte sie Yann LeCun in den Bell Labs: ein neuronales Netz. Genau jene Linie, die das Feld seit 1969 für tot hielt.

Die Ente dieser Serie kehrt sich um: Diesmal hielt man nicht den Schein für echt — sondern das Echte für tot. Ein Thread über die Rückkehr der totgesagten Netze. 🧵

1986 kam der Schlüssel: die Backpropagation (Rumelhart, Hinton, Williams) ließ mehrlagige Netze lernen. Erfunden war sie nicht 1986 — Linnainmaa hatte sie 1970, tiefe Netze gab es seit 1965. Neu war die Durchsetzung, nicht die Idee.

Und doch verloren die Netze 25 Jahre: Tiefes Training scheiterte, es fehlten Daten und Rechenkraft, elegantere Verfahren überholten sie.

Zwei Dinge kippten alles: Fei-Fei Lis Bild-Datensatz ImageNet (2009) und die GPU aus der Spieleindustrie.

2012 gewann ein tiefes Netz namens AlexNet den ImageNet-Wettbewerb mit 15,3 % Fehler — gegen 26,2 % des Zweitplatzierten. Ein Erdrutsch. Über Nacht stieg das ganze Feld auf neuronale Netze um.

Die Pointe: AlexNet erfand fast nichts. Alle Bausteine waren jahrzehntealt — neu war nur, dass sie auf genug Daten und Rechenkraft trafen. Der Durchbruch war keine Erfindung, sondern eine Skalierung. Genau diese Wette treibt die KI bis 2026.

Teil 4 meiner KI-Geschichte-Serie:
https://blog.jochen-tetzlaff.online/ki/ki-teil-4-2012

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Die Totgesagten kehren zurück — als die KI sehen lernte

In den späten 1990ern las eine Maschine, die niemand mehr ernst nahm, einen großen Teil aller Schecks der USA. Die Methode dahinter galt seit 1969 als tot. Teil 4 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz: wie die lernenden Netze ein Vierteljahrhundert im Schatten überlebten — und 2012 in einem einzigen Bilderkennungs-Wettbewerb die KI für immer eroberten.

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