Die Möglichkeit zur Anonymität im Netz ist in Gefahr. Was mit Alterskontrollen auf Social-Media-Plattformen beginnt, endet schnell bei Personalausweispflicht für dann nicht mehr so anonyme Anonymisierungsdienste. Das beweist eine Analyse des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments über VPN.
https://netzpolitik.org/2026/wissenschaftlicher-dienst-des-ep-wer-kinder-ausschliessen-will-muss-anonymitaet-verbieten/
Wer Kinder ausschließen will, muss Anonymität verbieten

VPNs sind ein Schlupfloch für Jugendliche, um Social-Media-Verbote zu umgehen. Das konstatiert eine Analyse des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments. Er stellt deshalb eine Personalausweispflicht für die VPN-Nutzung in den Raum. Dabei sind Werkzeuge zur Identitätsverschleierung wichtige Bestandteile einer Demokratie.

netzpolitik.org
@yoshiXYZ Das hast Du treffend (um)formuliert! 👍
@yoshiXYZ Für wissenschaftliche Forschung wäre das auch eine Katastrophe. Für den Schutz erhobener Daten sind wir nicht selten auf VPN-Verbindungen angewiesen. Man stelle sich ein Forschungsprojekt zu Rechtsextremismus in einem autoritär regierten Land oder zu Aussteiger:innen religiöser Bewegungen vor.
@yoshiXYZ hä, das war doch der Plan von Anfang an. Als ob es je um den Schutz der Kinder ging.
@yoshiXYZ Ich verstehe es bei z.B. Pornoseiten. Da muss man dann halt Farbe bekennen. Letzthin wollte ich einen Krimi in der ARD MEdiathek anschauen und sollte meinen Perso vorlegen. Das war mir dann schleierhaft. Über die Rundfunkgebühren haben die meine Daten. Und das checken die nicht queer? Datenhändler reden also nicht miteinander, sind ihrerseits nicht vernetzt? Allen zum Trost: Wenn man stirbt erledigt der kommunale Computer alle Anrufe bei relevanten Stellen (in Bayern). Immerhin.
@yoshiXYZ Der 'Kinderschutz'-Vorwand (aber: Epstein & Co) wird von unseren und anderen reaktionären Politikern als Schutzbehauptung vorgeschoben (genau wie Kameraüberwachung-natürlich zu unserem Schutz und völlig ohne gläserner-Bürger-Perspektive passiert). Der wievielte Überwachungsstaat-Anlauf ist das jetzt, nach wie vielen gerichtlichen Pleiten? Egal. Es wird weitergejammert und Stimmung gemacht, bis es mal klappt. Wer noch glaubt, dass sei kein böser Wille, gehört vom Staat so beschützt.
@yoshiXYZ Bemühungen zur gläsernen Bürgerschaft sind mittlerweile soweit voran getrieben worden (und das muss als die reaktionäre Kampagne wahrgenommen werdem, die das ist), dass ernsthaft darüber diskutiert wird, zukünftig auf ganz tiefer Ebene (Kernel) im Computer-Innenleben ein beschreibbares Feld für Ident-Parameter einzuführen und somit jede elektronische Maschine eineindeutig mit Personen zu verknüpfen (während in der Welt Trump und ähnlicher faschistischer Mist stattfindet).
#böswillig

@yoshiXYZ bei aller berechtigter Kritik an derartigen Maßnahmen bzw. den gefährlichen Konsequenzen einer z.B. "Ausweispflicht" für VPN-Systeme, müssen sich Anonymisierungsbefürworter einigen Fragen stellen:

Frage 1: gibt es im Internet Angebote, bei denen eine Altersbeschränkung an irgendeiner Stelle im Prozess sinnvoll ist?
Antwort 1: tendenziell ja (Bestellung z.B. von Alkohol/Tabakwaren...) -> ist letztlich eine gesellschaftliche Frage, die Argumente für eine Beschränkung sind definitiv gegeben und valide.

Frage 2: gibt es solche Angebote bei denen die Nutzung (jenseits der Altersverifizierung) anonym erfolgen kann/sollte.
Antwort 2: schwieriger. Bestellungen (siehe 1) benötigen konkrete Empfängerangaben, Anonymität ist damit generell beschränkt. Der Rest ist noch mehr eine gesellschaftliche Frage. Befürworter gibt es definitiv, und in einzelnen Bereichen haben sie durchaus berechtigte Argumente (Auswirkungen Pornographie). Gegenargumente existieren ebenso.

Frage 3: falls Frage 2 gesellschaftlich mit "ja" beantwortet wird, und es sich dabei nicht um einzelne Nischenangebote handelt (die ließen sich ggf. ebenso spezifisch betrachten), gibt es eine technische Lösung für eine anonyme Altersverifizierung?

Egal, wie man das bzgl. Social Media sieht, gesellschaftlich scheint die überragende Mehrheit Frage 2 mit "ja" zu beantworten. Damit kommen wir um eine Antwort auf Frage 3 nicht herum.

Aus meiner Sicht ist daher eine strenge Trennung zwischen identifizierenden Daten und einer Altersverifizierung der einzige Weg für einen Schutz der Anonymität. Heißt, der Inhaltsanbieter im Netz erfährt ausschließlich "ist alt genug ja/nein". Mindestens ebenso wichtig: die Nutzeridentifikation erfolgt ausschließlich lokal und temporär, nicht über einen vernetzten Dienstleister.
Eine hypothetische Lösung zur Veranschaulichung (also ohne Umsetzbarkeit, Schwachstellen usw. genau zu betrachten):
- Internetdienst wird aufgerufen, fragt bei der aufrufenden Applikation nach "Alter>X?"
- Die Applikation selbst hat keine Info darüber und fragt beim OS nach (selbe Frage)
- Das OS weiß um eine Verifizierungsapp. (Deutschland: z.B. Ausweisapp). Und fragt dort nach. Das OS stellt allerdings zwei Fragen: "Nutzer identifiziert? Alter>X?"
- Die Verifizierungsapp macht ihren Job (z.B. verlangt vom Nutzer das Auflegen des Ausweises). Und antwortet dem OS jeweils mit true/false.
- Das OS antwortet der Applikation nur mit true, wenn es zweimal true bekommen hat.
- Die Applikation antwortet dem Service das gleiche wie das OS

Ziele des Modells: der Service erfährt nichts über den User (jenseits ggf. der IP-Adresse), außer "ist alt genug oder auch nicht".
Die Applikation ist nur Vermittler.
Das OS ist ebenfalls nur Vermittler, damit ist dieser Ansatz theoretisch auch in Internet-Cafés o.ä. nutzbar ohne festen OS-User. Eventuell kann das OS Informationen für eine laufende Session vorhalten.
Einzig die lokal laufende App hat weitergehende Informationen. Idealerweise speichert sie diese nicht, sondern fordert sie bei Bedarf neu an.

Vielleicht bin ich hier naiv. Vermutlich ist der oben beschriebene Ablauf nicht ausgereift. Ich sehe es nur so: es gibt zu viele relevante Argumente für Altersbeschränkungen in bestimmten Fällen, dass eine Lösung dafür kommen wird. Das kann eine datensparsame, FOSS Lösung sein. Oder ein Service von Datenkraken wie Microsoft, Google oder Meta. Wenn wir das erste nicht liefern, wird es das zweite werden.

Und dann ist die Anonymität im Netz wirklich verloren.

@yoshiXYZ "Wir brauchen von allen VPN Nutzenden einen Identitätsnachweis, denn sie könnten theoretisch soziale Netzwerke benutzen".

Organisierte Kriminalität, asoziale, gewaltbereite, geldgeile Kinder- & Jugendgefährer werden Wege finden die (a)sozialen Netzwerke weiterhin unerkannt zu nutzen und zu missbrauchen.

Kinder & Jugendliche werden weiterhin Wege in die (a)sozialen Netzwerke finden, werden weiter darunter leiden oder gar dafür missbraucht.

Tut was gegen Ursachen und Verursacher!