📚 #buchstodon #lyrik
"Ohne Scham spricht sie Banales aus und wird dafür gefeiert" -

heißt es im DLF Beitrag über die sgn, "Social-Media-Lyrikerin" #ClaraLoesel, die nunmehr sogar ihr zweites Buch veröffentlicht hat. Aber weil ich mir mit Lesen nicht betulich schwertue, brauche ich sie wohl auch nicht zu lesen! Und auf Kanälen wie Instagram oder Tiktok bin ich Gott sei Dank auch nicht.
🌀 https://www.deutschlandfunkkultur.de/influencerin-und-bestseller-autorin-das-phaenomen-clara-loesel-100.html

Bestseller-Autorin Clara Lösel beweist: Lyrik geht auch auf Tiktok

Die Lyrikerin Clara Lösel ist mit ihren Gedichten auf Tiktok erfolgreich. Junge Menschen, die Bücher eigentlich nicht mögen, haben durch sie zum Lesen gefunden.

Deutschlandfunk Kultur
@tinderness In diesem Zusammenhang eine ganz andere Frage: Wann ist man ein "sogenannter" Bestsellerautor? Muss ich dazu auf diese Spiegel-Liste, eine genau bestimmte Anzahl Bücher verkaufen oder darf ich mich auch einfach selbst zu einem solchen ernennen (da auch einige hier auf Mastodon diese Bezeichnung in ihr Profil aufgenommen haben)? Ist das so etwas wie Staubsaugervertreter des Monats oder Influencer der Woche? Aber Th. Bernhard wusste schon, das alles immer nur ein "Sogenanntes" ist ...
@scheichsbeutel Noch dazu ein "Spiegel - Bestseller", auch "Arschgeweih der Literatur" genannt! Hier eine weitere Erregung:
🌀 https://www.literaturcafe.de/spiegel-bestseller-aufkleber-kaeuflich-und-manipulierbar/
SPIEGEL-Bestseller-Aufkleber: käuflich und manipulierbar?

Der inflationär auftretende SPIEGEL-Bestseller-Aufkleber ist in Verruf geraten. Er wird vom Buchhandel als »Arschgeweih der Literatur« verhöhnt, und eine Recherche der SZ scheint zu belegen, dass er mehr oder weniger käuflich ist – das notwendige Kleingeld vorausgesetzt.

literaturcafe.de
@tinderness "Arschgeweih der Literatur", das nun hätte ich gerne selbst gesagt. Ich bitte mir diesen Ausdruck beizeiten ausleihen zu dürfen.
@scheichsbeutel @tinderness Durch Lyrik zum Lesen finden? Aufstehen als Marathon Vorbereitung? Ein Kiesel als Grundstein für ein Eigenheim? 🫣
@BigBen @tinderness Naja, prinzipiell vielleicht gar nicht unmöglich das mit dem irgendwo hinfinden. Aber hast du dir diese Sprachkunstwerke angehört? Da passt dein Vergleich mit der Vorbereitung auf den Marathon mehr als perfekt.
@scheichsbeutel @BigBen @tinderness ich hab bei "… blaue Augen, die direkt in die Kamera und in die Seele des Betrachters blicken" abgebrochen. Gutegüte.
@giesbert @BigBen @tinderness *lach* - du bist einfach schlauer als ich. Das war eine ausgezeichnete Entscheidung!!
@scheichsbeutel @giesbert @BigBen @tinderness Ach kommt ... Ich habe mir mal ein paar ihrer Filmchen angeguckt. Richtig: Sie produziert zu viel, zu schnell, und deshalb ist viel Schrott dabei. Aber sie hat durchaus ein Gefühl für Sprache und Rhythmus. Und für den Stoff. Wenn sie dann mal so weit ist, dass sie nicht mehr mit allem sofort vor die Kamera geht, sondern es zuerst reifen lässt ... das könnte was werden. 🤔
@sandhoferlitter @giesbert @BigBen @tinderness Vielleicht hast du Recht (ich neige ja nicht wirklich zum "Filmchen gucken"). Aber das Vorgetragene beim Deutschlandfunk war schon ziemlich übel - und hat nicht wirklich Lust auf mehr gemacht. Da habe ich auf manchen Scheißhauswänden anspruchsvollere Lyrik gelesen. Ich lass mich überraschen ...
@scheichsbeutel @giesbert @BigBen @tinderness Was der Deutschlandfunk gemacht hat, grenzt an Rufmord. Selten liebloser zusammengestiefelte 5 Minuten gehört ...
@sandhoferlitter @scheichsbeutel @BigBen @tinderness „Zusammengestiefelt“ muss ich mir merken, ich hatte „… gestoppelt“ erwartet ;-)
@giesbert @scheichsbeutel @BigBen @tinderness Von Zeit zu Zeit erlaube ich mir Helvetismen... 😆
@sandhoferlitter @BigBen @tinderness Da schau her. - Aber mir geht’s da wie @scheichsbeutel : Ich habe weder Instagram noch TikTok. Na, egal: ist eh nichts, was mich interessiert.
@scheichsbeutel Angehört habe ich mir da nichts.
@BigBen Ich wage die verwegene Behauptung, dass dir nicht viel entgangen sein dürfte.
@BigBen @scheichsbeutel @tinderness Durch Lyrik zum Lesen finden - Warum nicht? Lesen ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Der Funke kann sich praktisch an allem entzünden - Werbung, Comics, Beipackzetteln etc. Bei mir war es jedenfalls so - ich habe schlicht *alles* gelesen, was mir unter die Augen kam …
@BigBen @scheichsbeutel @tinderness „Hallo!“ „Selber hallo“, antwortete Jem freundlich. „Ich bin Charles Baker Harris“, sagte er, „Ich kann lesen.“ „Na und?“, sagte ich. „Ich dachte nur, ihr würdet vielleicht gerne wissen, dass ich lesen kann. Wenn ihr was habt, was gelesen werden muss, kann ich's machen.“ (Harper Lee, Wer die Nachtigall stört)
@giesbert @BigBen @tinderness Ich auch, habe diese Lesegier schon öfter geschildert. Aber hier scheint das wenig mit Lesen, Wissen-Wollen, Sprache zu tun zu haben. Sondern mit Geschäfte machen. Auch gut, auf der Welt wird viel Scheiße verkauft, entspr. Werbung inklusive. Genau das geschieht m. E. hier auch: Ob die Frau nun Fittness- und Schminktipps gibt oder Zweizeiler reimt: Sie ist im ersten Fall keine Vorkämpferin für gesundes Leben und hat beim Schreiben nichts mit Literatur im Sinn. 1/3
@giesbert @BigBen @tinderness Und wie der Influencer-Waschbrettbauch nichts zur Volksgesundheit beiträgt, so trägt diese "Lyrik" nichts dazu bei, das Interesse fürs Lesen zu fördern. Gefördert wird das Bankkonto der Betreffenden. Wie vorhin erwähnt: Nichts illustriert das besser als die Tatsache, dass der Exmanager von H. Fischer sich um die Belange der Dichterin in spe kümmert. Es ist ein wenig wie mit dem "hocheffizienten" Verbrenner, der als umweltfreundlich deklariert wird: 2/3
@giesbert @BigBen @tinderness Es geht um den Verkauf - nicht um Umweltschutz. Noch mal - soll so sein, wer sein Geld meint dafür ausgeben zu müssen: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Aber wenn man mir das unter einem falschen Etikett unterjubeln will, verweigere ich dem die Anerkennung: Der Turbodiesel ist nicht "grün", diese Reimerei keine Literatur. Sondern beides ein Geschäftsmodell. 3/3
@scheichsbeutel @BigBen @tinderness Ich muss mir das wohl doch mal anhören, und sei’s nur, um mich aufzuregen ;-). Ansonsten: alles richtig, da geht‘s natürlich nicht um Literatur. Soll meinswegen sein („In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen …“), aber der Kitsch mit dem Blick in die Seele kommt ja von der Journalistin. Puh. Wie kann jemand, dem so eine Formulierung entkommt, für einen Literatur-Podcast arbeiten? (1/2)
Andererseits scheint mir das ganze Format belanglos, da passt dann so etwas wieder. - Und die Lyrik richtet sich ja an ein adultes Publikum: die Lesewut entzündet sich sehr viel früher. - Ah, da geht’s in meinem Kopf gerade hitzig her: Arrogantes Geschmarre vs empathischem Verständnis. Wenn dieser Kitsch anderen hilft, diese missliche Sache, die wir Leben nennen (mal wieder mein Hausgott …) zu ertragen: Wer bin ich, darüber zu rechten? (2/2)

@tinderness Krawuzikapuzi, wie ein berühmter Vorabendstar meiner Kindheit sagen würde. Hast du dir das angehört?

Vielleicht besteht die beste, indirekte Charakterisierung dieses Ouevres darin, dass sie den gleichen Manager wie hat wie vordem Helene Fischer. Bleibt nur, den berühmten Literaturtheoretiker Pumuckl zu zitieren: Und was sich reimt ist gut!