Endlich führen wir im #FediLZ durch @AHimmelrath eine Diskussion über AI Slop in Lehr- und Lernwerken. In meinen Abschlussarbeiten habe ich
#damals (tm) Lehrwerke für Mathematik (4. Klasse) analysiert, mit Schüler:innen und Lehrkräften gesprochen. https://www.spiegel.de/panorama/bildung/kohl-verlag-verkauft-mutmasslich-ki-generiertes-material-fuer-inklusionsklassen-a-d7cdcd7f-0765-49ac-8b3e-004945d81361
Ein paar Gedanken.

Mutmaßlich KI-generiertes Unterrichtsmaterial: Ein Kinderkopf ohne Körper, Aufgaben voller Fehler
Unlösbare Aufgaben, verstörende Zeichnungen: Ein Schulbuchverlag verkauft Unterrichtshefte für Inklusionsklassen, die augenscheinlich mithilfe von KI erstellt wurden. Und: Gibt es die Autorin und die Illustratoren überhaupt?
DER SPIEGELDie Produkte des betreffenden Verlags sind eine sichtbare Form von AI Slop. Die Annahme, dass einzelne Lehrkräfte mit KI bessere oder fehlerfreie Produkte erstellen, sehe ich nicht. Lehrkräfte nutzen die gleichen generel purpose models zur Erstellung. Mitunter ist der Artstyle sogar der Gleiche.
Schulbücher haben schon immer Fehler enthalten. Sowohl in der Lösbarkeit als auch in der Darstellung. Beispiel "1998 Schwalben flogen nach Ostafrika. 1776 nach Südafrika.
Frage: Wie viele Schwalben flogen insgesamt nach Amerika?" (Bay. Schulbuchverlag, 2008)
Darüber hinaus auch andere problematische inhaltliche Aspekte, etwa die Aufgabe bei einem ganz bestimmten Ticket-Anbieter Preise für ein ganz bestimmtes Musical zu recherchieren, Mercedes-Auto-Aufgaben (Cornelsen 2010).
Die mangelnde Diversität in den jetzt verhandelten AI Slop Lehrwerken ist ein langbekanntes Problem in den Debatten um KI generierte Bilder und deckt sich mit menschlich erstellten Schulbüchern, die ich in den 2010er Jahren analysiert habe (Cornelsen, Westermann, Diesterweg, Oldenbourg etc.)
In meinen Gesprächen haben erfahrene Lehrkräfte stets gewusst wie sie die Problematischen Inhalte navigieren und es gab innerlich Listen von Seiten die man auspart. Unerfahrene Lehrkräfte haben von Überforderungssituationen gesprochen, wenn Slop den Unterricht verkompliziert.
Schüler_innen ist mangelnde Qualität von Lehrwerken auch schon im Grundschulalter bewusst. Diese Bücher haben aber auch eine starke Autorität. Sie lassen Kinder eher an sich als am Slop-Buch zweifeln.
Ein Problem ist auch, wer als Autor:innen diese Produkte erstellt. Im aktuellen Fall sind es twl. ehemalige Lehrkräfte die seit über 10 Jahren alterbedingt aus dem Schuldienst ausgeschieden sind. Das sind sehr erfahrene Expertinnen, aber verfolgen sie den KI-Diskurs wirklich noch im Detail?
Viele Lehrkräfte sind Glücksritter auf Plattformen auf denen sie eigenen Handreichungen verkaufen. Die Materialien dort sind ebenfalls voll von AI Slop, von minderwertiger Qualität oder veralteten Ansätzen und Wissen.
Warum ist es eigentlich okay, dass Staatsangestellte, ihre Arbeitserfahrung auf Plattformen ihren Kolleg_innen verkaufen? Warum gibt es kein gutes horizontales Wissensmanagement?
Ich muss immer an Andreas Schleicher denken. Er betont hin und wieder, dass in anderen Ländern Lehrkräfte dezidiert den Auftrag haben, das Bildungssystem besser zu machen und dafür auch Zeitressourcen zur Verfügung haben. In Dtl. rechnen wir größtenteils in Unterrichtsstunden.