Ein Tempolimit auf Autobahnen für E-Autos, die großteils mit PV-Strom geladen werden, ist ungefähr so sinnvoll wie 30er-Zonen für E-Autos zur Abgasvermeidung. Und ja, Reifenabrieb habe ich einbezogen. 🤡

Von Verkehrsforschern wie Andreas Knie, die ihr ganzes Leben in Großstädten verbracht haben, erwarte ich keine Differenzierung mehr. Hauptsache das eigene Nahverkehrsticket ist günstig, querfinanziert von Leuten auf dem Land, die den ÖPNV gar nicht nutzen können.

#Tempolimit #Verkehrswende

@jom Okay, wir können ja die Quersubventionierung des ÖPNVs durch die Landbevölkerung einstellen wenn wir dafür auch die Kosten für den Straßenverkehr ausschliesslich von Autofahrern und nicht von der Allgemeinheit bezahlen lassen.

@343max Spannendes Gedankenexperiment! Wenn man die vollen Kosten des Straßenverkehrs (Infrastruktur, Unfallfolgen, Klimaschäden) wirklich komplett den Autofahrern aufbürden würde, wären das ganz andere Summen als das, was über KFZ- und Mineralölsteuer aktuell reinkommt. Da hast du einen Punkt.

Aber das ändert nichts am konkreten Problem: Das günstige Deutschlandticket zieht Mittel aus regionalen ÖPNV-Budgets ab, [1/2]

@343max [2/2] die auf dem Land dringend gebraucht würden. Bei einem Preis von z.B. 99 Euro wäre deutlich mehr Geld im System, um Taktung und Streckennetze dort auszubauen, wo es kaum Alternativen zum Auto gibt. Und „dann sollen Autofahrer halt alles selbst zahlen" geht an der Realität vieler Landbewohner vorbei, die schlicht keine echte Wahl haben, solange kein brauchbares ÖPNV-Angebot existiert.
@jom Man könnte problemlos auf dem Land Radikfrastruktur schaffen, mit E-Bikes könnte man da sehr viel reißen. Und ich glaube nicht, dass irgendeiner Autogegner hier irgendwas gegen eine deutlich fettere Subventionierung des ÖPNVs auf dem Land hat. Ein teureres Deutschlandticket würde das ganze noch mehr abwürgen und könnte ein Vorschlag der Autoindustrie sein.
@343max Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung: Sechs Monate lang musste ich aus medizinischen Gründen auf mein Auto verzichten. Der nächste Bahnhof liegt 7,7 Kilometer entfernt, dazwischen 300 Höhenmeter. Eine Busverbindung existiert nicht, Radwege gibt es genauso wenig. Wer glaubt, das sei im Winter irgendwie machbar, hat noch nie in einer solchen Lage gesteckt. Es schneit hier auch mehr, als in der Stadt.
@jom Schnee kann man von Radwegen räumen, kriegen wir bei Autostraßen ja auch ganz hervorragend hin. Und das es auf dem Land keine Alternativen zum Auto gibt ist mir klar, darum will ich sie ja schaffen. Was ist denn dein Argument dagegen?
@343max Dass Straßen hier im Winter geräumt sind, kann ich nicht bestätigen. Fahrradspuren halte ich für ausgeschlossen, Fläche ist zu teuer oder wird nicht verkauft. Realistisch passiert hier in zehn Jahren nichts, selbstfahrende Kleinbusse halte ich für wahrscheinlicher. Solange muss mir niemand erzählen, ein PV-betriebenes E-Auto stoße mehr CO₂ aus als ein halbleerer Dieselbus. Lieber Verbrenner dort verbieten, wo es Sinn ergibt, statt die Landbevölkerung auf dem Weg zum Arzt zu schikanieren.
@jom Du argumentierst nicht ehrlich. Du erzählst das man ja keine Alternative zum Auto hätte und nimmst das als Begründung warum man nicht in Alternativen zum Auto investieren dürfe. Das Auto ist mit großem Abstand das für die Allgemeinheit und das Individuum teuerste Verkehrsmittel, das sich bei weitem nicht alle leisten können. Es wäre so einfach gigantische Mengen Geld einzusparen indem man diese Alternativen ermöglicht. Das lehnst du aber ab.
@jom Selbstfahremde Kleinbuss gibt es zum einen nicht, zum anderen werden sie auf absehbare Zeit absurd teuer sein. Für den Preis eines solchen noch nicht existierenden Buses kann ich viele Kilometer Radweg bauen.
@jom Und für die Fläche haben wir eine einfach Lösung: Enteignung. Klar, das ist Kommunismus und darf nicht gemacht werden, außer es wird getan um eine Autobahn dann ist es richtig und gut.