Heute wird hier wieder viel entfolgt.
@ralphruthe Homöopathie wirkt leider sehr attraktiv, wenn man mal die Behandlung durch Schulmediziner im Krankenhaus erlebt hat.
@wegegeld Bitte nicht hauen für meinen Klugschiss... „Schulmedizin“ wurde ursprünglich als abwertender Kampfbegriff in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Vertretern der Homöopathie und Naturheilkunde geprägt und verbreitet. Die Bezeichnung ist bis heute in Gebrauch, um heilkundliche Lehren und Praktiken, die zum Lehrinhalt der akademischen Medizin gehören, von der Alternativmedizin abzugrenzen. Quelle: Wikipedia @ralphruthe
@weisskopfje Aber die Unterscheidung ist doch auch heute noch wichtig? Welche Begriffe sollen denn verwendet werden? "Alternative Medizin" im Gegensatz zu "Konventioneller Medizin"? Oder wie denn? @wegegeld @ralphruthe
@hiker @wegegeld @ralphruthe Ich persönlich versuche den Begriff "Evidenzbasierte Medizin" zu verwenden. Leider passiert es mir aber auch ab und zu dass ich Schulmedizin sage. Ich komme aus einem Elternhaus in dem Homöopathie für alles Anwendung fand/findet. Somit ist es für mich auch nicht leicht mich umzustellen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und jede Änderung führt meist zu Abwehrreaktionen. Aber ich versuch mein Bestes zu geben. 😉
@weisskopfje Vielleicht wäre die "Universitäre Medizin" eine Variante? Ja ich weiss, schwierig... @wegegeld @ralphruthe
@hiker @wegegeld @ralphruthe Das Thema ist wirklich schwierig. Es wäre eine Möglichkeit. Problematisch ist bloß dass meines Wissens nach in manchen Unis auch Homöopathie als Kurse angeboten werden.

@hiker

Ich finde nicht in erster Linie die Herkunft des Worts "Schulmedizin" problematisch, sondern das Framing dahinter, es existiere eine Medizin, die sich nicht allein durch Evidenz definiert, und es bestehe daher Differenzierungsbedarf für das Wort Medizin.

Wir sollten das Framing ablehnen. Medizin braucht keinen Präfix. Ist es nicht evidenzbasiert, ist es keine Medizin, sondern etwas anderes.

@weisskopfje @wegegeld @ralphruthe

@DerTapfere
Ja gut, in Theorie ganz ok, aber in Praxis ist das der Zug längst abgefahren. @weisskopfje @wegegeld @ralphruthe
@hiker @DerTapfere @wegegeld @ralphruthe Da sieht man wie mächtig Sprache bzw. Worte sind. Ich denke dass das Einführen des geframten Begriffs, hier Schulmedizin, kaum Energie kostete. Und wir müssen uns nun in endlosen Diskursen, unter immensen Aufwand, mit dem Thema rumschlagen. Man sieht: Auf der dunklen Seite (Populismus, Fanatismus etc.) ist es stressfreier.

@hiker

Die Frage war ja, was statt "Schulmedizin" sagen. Die Antwort ist: einfach "Medizin" sagen.

Ja, "Alternativmedizin" wird generell ganz unironisch verwendet. Das heisst aber doch nicht, dass man die eigene Wortwahl sklavisch danach ausrichten muss. Dass man bei Gelegenheit nicht ab und zu darauf hinweisen darf, dass das aber keine richtige Medizin ist.

Sprachgebrauch wandelt sich ständig. Da gibt es keine Züge, die für immer abgefahren sind.

@weisskopfje @wegegeld @ralphruthe

@DerTapfere
Es wird dann aber wieder schwierig, was genau denn zu dieser "Medizin" gehört und was nicht. Die reine "Evidenz" wäre mir da wieder zu schmal - es gibt viele Therapien "am Rande", die können durchaus helfen. @weisskopfje @wegegeld @ralphruthe

@hiker

Das ist auch so ein Narrativ, dass alles, was hilft, folglich Medizin sei müsse. Aber auch wenn es hilft bei Erkältungen, wenn jemand dir einen Tee ans Bett bringt, behauptet niemand, das sei ein medizinisches Verfahren.

So auch Verfahren oder Substanzen, die medizinisch gemeint sind, aber helfen aufgrund involvierter mitmenschlicher Zuwendung oder Placeboeffekten. Das machen sie nicht zwingend nicht heilsam. Nur halt nicht auf medizinischem Weg.

@weisskopfje @wegegeld @ralphruthe

@DerTapfere
Ich habe ja gefragt, was denn nun "Medizin" sein soll. Ich habe nichts erklärt.
@weisskopfje @wegegeld @ralphruthe
@hiker @wegegeld @ralphruthe Ihr glaubt gar nicht was ich schon alles live an Kampfbegriffen der Homöopathie Glaubigen miterleben durfte: "Wer heilt hat recht", "Selber Schuld wenn du das nicht nimmst", "Pharmalobby","Egal ob es keine Evidenz dafür gibt, mir hilfts"... Von Hahnemann bis Steiner und von Kristallen bis Globuli. Ich durfte alles an eigenen Leib erfahren. Inkl. den frühen Tod meines Vaters

@wegegeld
Mir haben die Mediziner*innen im Krankenhaus und außerhalb sehr geholfen. Mehrfach. Sonst wäre ich längst tot oder bald in Palliativbehandlung.

War nicht immer angenehm, aber tatsächlich ist das wohl so ein Homöopathie-Ding: es tut nicht weh. Jedenfalls anfangs.

@ralphruthe