Ist "man" für dich männlich konturiert?
Ist "man" für dich männlich konturiert?
@Rana Hast du für "Es ist gut belegt, dass generisches Maskulinum den gedanklichen Einbezug von Frauen messbar reduziert" ein paar Links zu passenden Studien? Wenn es so gut messbar ist, sollte es die doch geben.
Ich zweifle ja nicht an, dass es einen Effekt gibt. Ich stelle mir nur die Frage, ob er hinreichend groß ist, so dass der Aufwand, den einige in das Thema stecken, angesichts anderer Themen der Gleichberechtigung, welche viel dringender scheinen, gerechtfertigt ist.
@nehrka
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093934X2300069X
https://online.ucpress.edu/collabra/article/8/1/32964/120263/Ladies-First-or-Ladies-Last-Do-Masculine-Generics
Fyi: Ich werde nicht an einem Studien-Bashing teilnehmen.
Plus: Was ich oder andere in ein Thema stecken, ist meine oder deren Sache, kein Argument gegen die Relevanz des Themas
@Rana Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast eine Studie rauszusuchen.
Bei meiner Aussage bzgl. Aufwand beziehe ich mich im Wesentlichen darauf,dass man bei Maßnahmen um ein Ziel zu erreichen immer das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Auge behalten sollte. Damit will ich keinem Thema die Relevanz absprechen. Nur sind Ressourcen im Allgemeinen begrenzt und sollten sinnvoll eingesetzt werden. Privat kann das jeder für sich entscheiden. Gesellschaftlich muss das verhandelt werden.
@nehrka Was genau soll gesellschaftlich verhandelt werden und wie? Ist es nicht möglich alle Ebenen der Gleichberechtigung gleichzeitig zu behandeln, verhandeln, erforschen? Wo ist das Problem? Was genau scheint dir "wichtiger" zu sein als Genderforschung? Gerade Genderforschung ist ein breites wissenschaftliches Feld. Biologie, Psychologie, Rechtswissenschaft, Soziologie, Wirtschaft, KI-Bias, dies alles geht weit über Sprachdebatten hinaus
@freitagvormittag
@Rana @nehrka @freitagvormittag
Es ist schon bezeichnend und auch gleichzeitig ein Trauerspiel.
Im sich selbst als progressiv vermutenden Fediverse, nehmen 89% der Menschen patriarchalen Sprachgebrauch als selbstverständlich hin.
Wir reden hier von Jahrtausenden der systematischer Unterdrückung, welche sich u.a. durch Sprache verstetigt hat und weiter reproduziert wird.
Sogar ganz offen gegen jegliche wissenschaftliche Basis ist es Menschen egal.
Das Substantiv Mann und das Indefinitpronomen man sind etymologisch verwandt.
In dieselbe Gruppe gehört auch Mensch (← männisch), weil das germanische mann alle Menschen, und nicht nur die männlichen Geschlechts, bezeichnete.
(kopiert)
Es ist wirklich kein großer Aufwand durch kleinste Sprachveränderungen dem Patriarchat die Verachtung und Kritik entgegenzubringen, die es verdient hätte.
Damit wäre es ganz sicher noch lange nicht getan.
Und noch immer verweigern sich meistens diejenigen, die am wenigsten unter dieser Unterdrückung leiden müssen, auch nur den kleinen Finger zu krümmen.
Ich erspare mir eine pauschalisierende Adressierung und zugehörige Diskriminierungsformen.
Aber es macht leider auch das Fediverse überhaupt nicht zugänglich für viele Menschen, die täglich damit zu kämpfen haben und darunter leiden. 😔
@nebel @Rana @nehrka @freitagvormittag
Da sich Sprache nicht so einfach verordnen lässt, setze ich vor allem auf Erweiterungen der sprachlichen Möglichkeiten. Die Indefinitpronomen »man« sowie davon abgeleitete (niemand, …) können problemlos durch ein »mensch«, »frau«, »mann«, »kind« ergänzt werden. Die klingen vielleicht anfangs ungewohnt, fügen sich aber grammatikalisch problemlos ein – das ist reine Gewöhnungssache. Zusätzliche Indefinitpronomen kann ich in Texten je nach Situation (vermehrt) einfließen lassen. Das wird dann eben mehr oder weniger von anderen aufgegriffen werden und so zu einem sprachlichen Wandel führen. https://ingo.lantschner.name/post/2023-03-12-niemensch/
@Rana Danke noch mal an dich für deine Geduld. Du machst mich hier auf einen Irrtum / eine Ungenauigkeit meinerseits aufmerksam. Ich habe unter Gendern ausschließlich von den sprachlichen Aspekten gesprochen.Das ist anscheinend nur ein Teilbereich der Genderwissenachaften, auf die ich mich gar nicht beziehen wollte und die ich so nicht auf dem Radar hatte. Bei Medizin, Biologie, Unfallforschung, KI-Bias etc. sehe ich tatsächlich noch weiteren Forschungs- und Änderungsbedarf.