Mir kommt da sofort Naruto in den Kopf. Am Anfang der Serie kennt ihn jeder nur als den lauten Störenfried, der Aufmerksamkeit sucht. Aber das war nie die ganze Geschichte, es war das Einzige, was er kannte, um nicht unsichtbar zu sein. Eine Strategie, die irgendwann mal funktioniert hat. Und wenn etwas einmal funktioniert, macht man weiter, auch wenn es längst nicht mehr passt. (1/5)

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nd genau da fängt das Problem an: Er eckt an. Ständig. Überschreitet Grenzen, nervt, liest Situationen falsch. Nicht aus Bosheit, sondern weil die Strategie, die ihn vor dem Unsichtbarsein schützt, gleichzeitig dafür sorgt, dass niemand sieht, wer er wirklich ist. In der Psychologie nennt man das Erfahrungsvermeidung: Man tut alles, um ein unangenehmes Gefühl nicht spüren zu müssen. (2/5)
Die Maske, der Lärm, das Überspielen, das sind keine Charakterfehler. Das sind Schutzstrategien, die irgendwann ihren Preis haben. Und der Preis betrifft nicht nur einen selbst. Unser Verhalten existiert nicht im Vakuum. Wenn ich mich hinter einer Maske verstecke, betrifft das jeden, der mit mir in Beziehung steht. Mein Gegenüber sieht jemanden, der sich zurückzieht, der vergisst, der zu viel oder zu wenig redet und hat keine Erklärung dafür. (3/5)
Es fängt an, sich eigene Erklärungen zu bauen: "Der ist halt so." "Die interessiert sich nicht." So entsteht eine Dynamik, in der sich beide Seiten immer weiter voneinander entfernen, nicht weil jemand etwas falsch macht, sondern weil eine wichtige Information fehlt. Bei Naruto war es genau das: Erst wenn es geknallt hat, kam die Entschuldigung. Und erst in diesem Moment konnten die anderen einen Blick auf den echten Naruto werfen. (4/5)
Erst Iruka und Hinata. Am Ende das ganze Dorf. Aber es brauchte jedes Mal erst den Crash. Das muss nicht so laufen. Sich zu öffnen heißt nicht, die Schutzstrategie wegzuwerfen. Es heißt, sich zu entscheiden, dass einem Verbindung wichtiger ist als die Sicherheit der Maske. Manchmal reicht ein einziger Satz. Und wer nachfragt statt zu urteilen, verdient mehr von der Geschichte. Wie geht ihr damit um? (5/5)