#CDU und #Wirtschaftskompetenz, my ass!
Die Entscheidung für #Kupfer sparte in den 80er Jahren kurzfristig ein paar Milliarden D-Mark ein, hat Deutschland aber langfristig eine dreistellige Milliardensumme an Wirtschaftskraft gekostet.
Wir zahlen heute den "Zinseszins" für eine technologische Abkürzung, die sich als #Sackgasse herausgestellt hat.

@jvos63

"Kupfer" in den 80er Jahren war als Verteilinfrastruktur für TV-Signale gedacht. Als das World Wide Web seine Tesläufe am CERN hatte, war das Breitband-Netz schon 5 Jahre an Haushalte angeschlossen.

Glasfasertechnik im Konsumentenbereich gab es erst 30 Jahre später.

Man hat sich 1980 nicht für Kupfer entschieden, es gab damals schlicht keine andere Technik. Von bezahlbar ganz zu schweigen.

@laemmerbiss Das ist so nicht korrekt: 1981(!), also kurz vor dem Regierungswechsel hatte die Regierung von Helmut Schmidt bereits beschlossen, Deutschland mit Glasfaser zu modernisieren. Man wollte ein „integriertes Breitbandfernmeldenetz“ (IBFN). Die Experten wussten damals schon, dass Telefon, Daten und Fernsehen irgendwann über eine Leitung kommen würden.
⬇️
@laemmerbiss Die Techniker der damaligen Bundespost (die ja ein Staatsmonopol war) warnten eindringlich davor, auf Kupfer zu setzen.
Sie nannten Glasfaser die „zukunftssichere Infrastruktur“.
Sie argumentierten, dass Koaxialkabel eine Sackgasse seien, weil sie kaum Potenzial für Interaktivität (Rückkanäle) böten. Man ahnte bereits, dass die Menschen nicht nur passiv Fernsehen gucken, sondern irgendwann Daten versenden wollten.

@jvos63 und deshalb hätte man ein Netz bauen sollen, an dem man keinen Fernseher hätte anschließen können?

In einer Zeit als weniger einen Commodore 64 hatten und noch weniger einen PC?

Ein Netz an den sich für über zwei Jahrzehnte kein Fernseher hätte anschließen lassen?

Eine Zeit in der ein US Robotics über 500DM kostete? In einer Zeit als das FidoNet gerade gegründet wurde?

@jvos63 die ersten für Consumer Datenübertragung nutzbaren Glasfasern kamen Mitte der 90er Jahren auf den Markt, Preise für Modems vierstellig. Ich hab die damals verkauft. Frag Mal einen der Hersteller ab wann die lieferfähig waren. Und er hat damals privat finger oder MHS genutzt?

Selbst für den Backbone des Internets war es damals noch zu teuer, zu langsam, zu anfällig. Bis Ende der 80er wurde Glasfaser fast ausschließlich für Langstrecke eingesetzt und für störungsfreien Transfer in der Industrie.

Und selbst heute zahlt man für 1Gb bei BBK 65€ im Monat und bei Glasfaser Deutschland 90€.

Glasfaser ist ein totgeborenes Kind. Ich habe weder Kabel noch Glasfaser, ich nutze 5G und habe 300Mb für 40€, das ist nur wenig teurer als Kabel, billiger als Glasfaser und ich kann es im Urlaub und sonst mitnehmen. Aber zwischen den Sendemasten ist natürlich Glasfaser die sinnvolle Technik.

@laemmerbiss Nutze selber auch "nur" Koax, 500 MBit/s über Vodafone (früher Unitymedia).
Bandbreite ist völlig ausreichend (könnte auch 1 GBit haben), aber Volumenbegrenzung ist für mich als Software-Entwickler ein No-Go: komme auf 2-3 TB Downstream (inkl. Streaming) und ~60 GB Upstream im Monat. 😱