Wisst ihr was auch kacke ist: wenn man sich bemüht, als AG Dinge anders zu machen, menschlicher, anständiger und dann einfach drauf gesch... wird.

Seit Dezember laber ich an ein Menschy hin, dass da ein Problem auf uns zukommt (Orthopädisches Problem, unvereinbar mit dem aktuellen Job, OP nötig, bereits die zweite). Bin immer abgewiegelt worden, so schlimm sei das alles nicht und überhaupt müsse man abwarten.
#Arbeitsschutz #Arbeitsrecht #Wiedereingliederung
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Mir war wichtig, dass wir nach der Heilungsphase über eine Wiedereingliederung zurück in die Arbeit gehen. Weil es eben schon das zweite Mal ist. Weil ich die Arbeit kenne. Weil ich weiß, dass es schnell geht, dass man sich überlastet. Weil mir die Gesundheit meiner Mitmenschen wichtig ist.

Ich hab also mit Engelszungen auf den Mensch eingeredet, das doch bitte mit dem behandelnden Arzty zu klären. Wieder wurde ich mehrfach vertröstet, das könne man dann sehen.
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Und weil natürlich die geplante OP auch mit meinem schon lang vorher geplanten Urlaub zusammen fiel, durfte ich mich dann währenddessen damit beschäftigen, den Mensch dazu zu bringen, diese Wiedereingliederung nach dem Hamburger Model mit dem Arzty zu klären.
Das hat aber nur so leidlich funktioniert. Dem Arzty war das offenkundig zu mühsam. Schlussendlich hat dann die Medizinische Fachangestellte (!) den Schein dafür ausgefüllt.
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Und natürlich ohne jegliche - von uns eigentlich dringend benötigte - Eingrenzung, welche Arbeiten zunächst vermieden werden sollen.

Dem Mensch ist auch nichts dazu erklärt worden. Zum Beispiel auch nicht, dass die Arbeitsleistung völlig freiwillig ist und jederzeit abgebrochen werden kann. Ich als AG also nichts einfordern darf.

Jetzt ist dem Mensch gestern aufgefallen, dass Krankengeld ja nur 70% des bisherigen Lohns ist.
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Ich habe gesagt, dass wir das evtl durch "freiwillige Zahlung des AGs" abfedern können, ich aber nicht genau weiß, wie das geht.
Zur Erinnerung: ich habe seit Dezember darauf hin gewiesen, dass wir da gemeinsam nach schlauen Lösungen suchen müssen.

Der Mensch hat irgendwelche Beratys im Hintergrund, von denen mir seit Dez gesagt wird, sie würden sich mal mit mir in Verbindung setzen um zu helfen. Ist natürlich nicht passiert.

Die Wiedereingliederung sollte morgen starten.
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@Chaotica Ich habe in ähnlichen Fällen Gutscheine vom bevorzugten Supermarkt ausgegeben. Das sind zwar nur 50 € / Monat, aber man kann es das ganze Jahr über jeden Monat machen.

“Für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter sind seit 2022 in Form von Gutscheinen und Geldkarten 50 Euro monatlich steuer- und abgabenfrei drin. Damit ein Gutschein als Sachlohn unter die Freigrenze fällt, muss der Arbeitgeber diesen seit 2020 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewähren.”