Benzinpreis in Krisenzeiten.

Sofortlösung: Verzicht des Staates auf die Energiesteuer plus Verzicht auf die CO2 Abgabe. Das macht zusammen ca. 80 Cent pro Liter. Auch nicht dramtisch viel, würde aber helfen. Mehrwertsteuer auf einen fiktiven Literpreis (Preis vor der Krise) einstellen ist wohl schwierig im europäischen Zusammenhang und praktisch schwer umsetzbar.
Die Sofotlösung ist damit ziemlich eindeutig. Warum wird es nicht gemacht?

#benzinpreis #co2steuer #energiesteuer

@waidler Warum sollten in Krisenzeiten zuerst Klimaschutzmaßnahmen (CO2-Preis) wegfallen, obwohl der Sinn dahinter das verhindern einer noch größeren Krise ist? Die Idee ist doch gerade, den Sprit teurer zu machen, um eine Lenkungswirkung zu erzielen.
@waidler Den Preis in einer Phase der Versorgungsknappheit staatlich zu drücken halte ich auch allgemein für gefährlich, weil so die der Knappheit angemessenen Sparanreize weg fallen.
@thomas
Theoretisch hört sich das alles immer ganz gut an. Leute, die auf das Auto angewiesen sind, sehen das ganz anders. Und damit meine ich nicht die Leute, die ohnehin viel fahren und denen auch jetzt die Preise relativ egal sind. Ich meine Leute in strukturschwachen Gebieten, wo man nur mit dem Auto von A nach B kommt. Und ja Anreize zum Spritsparen sind natürlich gut. Momentan ergibt sich das aber ganz automatisch. Der vorübergehende Verzicht auf die CO2 Steuer ist m. E. unkritisch. 1/2
@thomas
Ich behaupte jetzt einfach mal stumpf, dass nennenswerte Teile der CO2-Steuereinnahmen gar nicht für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt werden. Vielmehr werden damit andere Projekte gefördert bzw. Haushaltslöcher an anderer Stelle gestopft. Die vorhandene Intransparenz läßt dazu leider keine ganz genauen Zahlen zu. 2/2

@waidler Der primäre Gedanke hinter dem CO2-Preis ist ja nicht, davon Klimaschutz zu finanzieren. Es soll vielmehr klimaschädliches Verhalten einen Preis bekommen. Im Tandem mit der direkten Wiederauszahlung als Klimageld ergäbe sich so ein doppelter Anreiz, möglichst wenig CO2 auszustoßen.

Das gilt auch jetzt in der Ölkrise. Verschlafenen Klimaschutz mit Verlagern der Verantwortung in die Zukunft zu beantworten (Emissionen jetzt, die Zeche zahlen die Kinder), empfinde ich als extrem ungerecht.

@waidler Was ich auch als ungerecht empfinde ist, alle Autofahrer mit der Gießkanne zu entlasten. Soziale Härten im ländlichen Raum (ich kenne das sehr wohl) sollten zielgerichtet abgefangen werden.

Gleichzeitig könnte man mal anfangen, ebendiesen ländlichen Raum aus der Autoabhängigkeit zu befreien. Das ist ja kein Naturgesetz, sondern Ergebnis politischen Handelns.

@thomas
Schwieriges Thema. Bei ca. 6€ pro Liter würde sich alles über die Mehrwertsteuer kompensieren. Wollte eigentlich nur den momentanen Spielraum von ca. 80 Cent zur Diskussion stellen. Bei sehr hohen Literpreisen spielt das am Ende auch kaum noch eine Rolle.

@waidler Und ich liefere nur Gegenargumente. :-)

Das eigentliche Problem ist halt die (oft selbst verursachte) Autoabhängigkeit des ländlichen Raums.