Wo die hohen Benzinpreise hinfĂŒhrenđ đ đ
Wo die hohen Benzinpreise hinfĂŒhrenđ đ đ
Wetten, ĂŒber Pfingsten gibts wieder #Stau? Wenn ja, ist der #Benzinpreis immer noch zu tief.

Mit 52 Millionen verkauften 9âŹ-Tickets im Sommer 2022 wurde deutlich, wie groĂ die Nachfrage nach einem einfachen und bezahlbaren Angebot fĂŒr klimafreundliche MobilitĂ€t in Deutschland ist. Auch die Internationale Energieagentur betont aktuell die Notwendigkeit kurzfristiger MaĂnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs â darunter eine stĂ€rkere Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Das 9âŹ-Ticket kann durch eine Ăbergewinnsteuer der Ălkonzerne finanziert werden, die aktuell hohe Krisengewinne...
Also das mit den Spritpreisen ist schon eine krasse Sache. Das Zeug ist so teuer geworden, dass es gepanscht werden muss.
Evidenz: Hier fahren stÀndig Kfz mit hochdrehenden Motoren vorbei. Da sich #Blechdosenpiloten in ihrer Selbstdarstellung immer an alle Regeln halten, kommt also nur eine massiv reduzierte LeistungsfÀhigkeit des Kraftstoffs infrage.
#Spritpreise #Spritpreis #Benzinpreis #Benzinpreise #MotorisierteGewalt #Verkehrswende #ScheiĂpfosten
Solange an langen Wochenenden immer noch #Stau ist, ist der #Benzinpreis zu tief. #Verkehrswende
Aktuelles zur Lage der Nation
Es gibt Leute die tanken immer noch "das gute" und teure V-Power Benzin - damit der Motor im SUV nicht kaputt geht. Gerade erst wieder erlebt.
Freie Fahrt fĂŒr freie BĂŒrger â Deutschland im RĂŒckwĂ€rtsgang
Ich gestehe: Auch ich bin Jahre lang mit meinen Dienstwagen ĂŒber die deutschen Autobahnen geheizt. NatĂŒrlich schneller als 130 Stundenkiloometer, Ein typischer Vertreter der Dienstwagenfraktion, die mit ihren Reiserennmaschinen Typ Audi, Mercedes oder BMW Autobahnen bevölkern. Pro Jahr bin ich zehntausende Kilometer geschrubbt, von Event zu Event, von Redaktion zu Redaktion, von Niederlassung zu Niederlassung. Gut, ich war niemand der zu dicht aufgefahren ist, rechts ĂŒberholt oder mit Lichthupe die anderen Autofahrer drangsaliert hat. Immerhin das. Trotzdem.
Heute fahre ich entspannter â elektrisch â und ich vermisse die Raserei kein bisschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Thema inzwischen anders betrachte: nicht als Angriff auf meine persönliche Freiheit, sondern als eine der simpelsten und offensichtlichsten Vernunftfragen der deutschen Energiepolitik, gerade in einer Phase explodierender Benzinpreise. Doch nein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung steht nicht zur Diskussion. Selbst jetzt nicht. Stattdessen subventioniert man den Benzinpreis.
Freie Fahrt â die heiligste Kuh der Republik
In keinem anderen Land der Welt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen so politisch unantastbar wie in Deutschland. Dabei wolle: 55 Prozent der Deutschen ein Tempolimit, wie Horst Schulte zusammenfasst â sogar unter den ADAC-Mitgliedern ist die Stimmung entsprechend. Dennoch ist das Thema in Berlin nicht diskutierbar, weil es eine Autolobby und Politiker freie Fahrt zur Grundsatzfrage erklĂ€rt hat. Es sind vor allem Konservative , Neoliberale und die Rechten, die das Narrativ pflegen. Die notorisch engen Beziehungen Christian Lindners zu Porsche waren kein Zufall.
VorschlĂ€ge wie Tempo 30 in StĂ€dten, autofreie Zonen, höhere ParkgebĂŒhren fĂŒr SUVs werden reflexartig als linksgrĂŒnversiffte âIdeologieâ diskreditiert und unter âVerbotspolitikâ abgeheftet, wie Edo Reents in der FAZ (âŹ) treffend und mit wohltuender SchĂ€rfe seziert: die Möglichkeit, mit einem knapper oder teurer werdenden Gut einfach sparsamer umzugehen, wird politisch nicht einmal als Option erwogen.
Dabei wĂ€re die Logik simpel: Die Benzinpreise explodieren â befeuert durch den Iran-Konflikt, abgesahnt von Ălkonzernen, deren Gewinne laut Analyse kein Zufall sind und die die Ăbergewinnsteuer lĂ€ngst verdient hĂ€tten. Die naheliegendste energiepolitische Antwort â zumindest ein temporĂ€res Tempolimit â ist nicht einmal Gegenstand einer ernsthaften Debatte. Stattdessen greift der Staat groĂzĂŒgig an die ZapfsĂ€ule, senkt die Energiesteuer um 17 Cent, und zwar mit der GieĂkanne fĂŒr alle, nicht nur fĂŒr jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Das Signal, das diese Politik aussendet, ist unmissverstĂ€ndlich: Ihr dĂŒrft weiter rasen, und wenn der Sprit zu teuer wird, zahlen wir mit.
Doch es ist nicht nur ein Problem des Lobbyismus und er Politik. Auf der einen Seite jammern viele ĂŒber Inflation und steigende Preise, weniger Geld im Portemonnaie, aber deswegen mal nur 120 Stundenkilometer auf der Autobahn fahren und Benzin sparen. Das geht gar nicht. Dieses Verhaltensmuster lĂ€sst sich meiner Beobachtung nach auch auf andere Berieche ĂŒbertragen.
Atomkraft â das teuerste Placebo der Republik
Weil Subventionieren an der ZapfsĂ€ule allein aber offenbar nicht reicht, holt Jens Spahn die nĂ€chste Wunderwaffe aus dem Schrank und spricht ĂŒber Atomkraft und AKW-Reaktivierung. Kanzler Merz hat den Ausstieg zwar fĂŒr âirreversibelâ erklĂ€rt, das Wort aber kaum kalt ist, bevor es in der politischen Debatte schon wieder aufgewĂ€rmt wird. Dabei haben Mischa Ehrhardt und Florian Neuhann im ZDF sorgfĂ€ltig herausgearbeitet, dass EnBW selbst Atomkraft fĂŒr nicht rentabel hĂ€lt â Bauzeiten von Jahrzehnten, kein Endlager in Sicht, und die Kosten landen am Ende beim Steuerzahler. Der Rest dieser Debatte ist Wahlkampf oder gar Propaganda.
Dabei zeigt das Beispiel des AKW Grohnde, wohin die Reise eigentlich gehen könnte: Aus dem alten Reaktor wird eine Batterie â mit mehr Leistung als der Reaktor jemals hatte. Drei GroĂspeicher, ein Solarpark, ein Umspannwerk â allein zwei der Speicher kommen auf 1,47 GW, das alte AKW hatte 1,36 GW, und das Ganze wird privat finanziert und ist in vier Jahren am Netz, ohne radioaktiven MĂŒll. Das ist die Energiewende, wie sie in der Praxis funktionieren kann.
Reiche schaltet den RĂŒckwĂ€rtsgang ein
Das eigentliche Trauerspiel dieser Energiepolitik schreibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das habe ich ja hier schon ausgefĂŒhrt. Eine vom eigenen Ministerium â vor ihrer Zeit als Ministerin â beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln könnten. Das Ergebnis passt ihr nicht ins Zeug, also wurde den Ergebnisse versteckt auf einer Unterseite veröffentlicht, beworben wurde sie mit keinem Wort.
Florian Harms hat es im Tagesanbruch eingeordnet: Merz behauptet, Klimaschutz dĂŒrfe die industrielle Basis nicht gefĂ€hrden, aber in Wahrheit ist es genau umgekehrt â kluger Klimaschutz treibt Wirtschaftsentwicklung voran, schafft neue MĂ€rkte und ArbeitsplĂ€tze, und wer das nicht versteht oder nicht verstehen will, verschenkt gerade die nĂ€chste deutsche Industrie an China, so wie wir die Solarindustrie schon einmal verschenkt haben. Der Copernicus-Klimabericht 2025 reiĂt die 1,5-Grad-Grenze, die Ozeane heizen sich rekordverdĂ€chtig auf, die Gletscher schmelzen â und die Antwort von Schwarz-Rot lautet Tankrabatt fĂŒr Benziner, KĂŒrzung der Solar- und Windförderung, Gaskraftwerke.
Die ADAC-Statistik als unfreiwilliger Kommentar
In diese Gemengelage hinein liefert die ADAC-Pannenstatistik 2026 einen unfreiwilligen, aber treffenden Kommentar zur Debatte, die Diesel-Dieter und Elektro-Eddie seit Jahren fĂŒhren: Elektroautos sind in allen Altersklassen zuverlĂ€ssiger als Verbrenner, mit einer Pannenkennziffer von 6,5 bei vierjĂ€hrigen E-Autos gegenĂŒber 12,5 bei vergleichbaren Verbrennern. Das Narrativ vom unzuverlĂ€ssigen Stromer, das jahrelang gepflegt wurde, lĂ€uft aus.
Wir fahren inzwischen lieber entspann elektrisch vorwĂ€rts. Die Politik fĂ€hrt rĂŒckwĂ€rts â und gibt dabei ⊠Gas.
Quellen & Leseempfehlungen