Vor vielen Jahren – lange bevor ich in die Politik gehen wollte – habe ich als Christin gegen das #Tanzverbot demonstriert, indem ich öffentlich still getanzt habe … und es damit in die Abendnachrichten (zdf?) geschafft.

Meine Haltung dazu hat sich nicht geändert: dass ich an #Karfreitag selbst (eigentlich) nicht tanze, ist das eine; zu akzeptieren, wenn die Staatsmacht Menschen das Tanzen verbietet, … das ist etwas ganz anders.

Freiheit der (und von!) Religion, ist immer die der anderen.

@AwetTesfaiesus Tja, ich als Christin bin anderer Ansicht:
Einmal ein Tag voller Ruhe - das schadet niemandem. Im Gegenteil.

Unsere Welt ist eh viel zu viel, zu laut, zu hektisch.

Dass immer und überall alles geht, tut uns nicht gut. Daher gab es schon im jüdischen Leben den Sabbat. Er ist für den Menschen da.

Und wenn Menschen immer und überall alles zur Verfügung haben: Wo ist das Besondere?
Wo ist die Ruhe?
Wo ein Rhythmus?

@andabahn

Recht auf einen ruhigen Ruhetag? Da bin ich total dabei.

Aber Zwangsweise?

Warum nicht dann jeden Samstag (wie es in der Bibel steht) oder Freitag?

Warum an einem Tag, den sogar nur ~70% der Christen (nämlich in der Westkirche für "Karfreitag" halten)?

@AwetTesfaiesus Der wöchentliche Ruhetag hat sich bei uns Christen halt am Sonntag entwickelt durch das Gedenken an die Auferstehung. Mit den 7 Tages-Rhythmus stehen wir in der Tradition.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum man mit dem Karfreitagstanzverbot dermaßen ein Problem hat. Der eine Tag und es ist dermaßen ein Problem?

Mich erinnern häufig Reaktionen an die Diskussionen um das Tempolimit.
(Ich will aber, keine Verbote, meine Freiheit!)

@andabahn

Zunächst: Mir geht die gesamte Debatte auf den Zwirn, weil sie was von Kulturkampf hat - und zwar beiderseits.
Historisch ist das hochproblematisch und die Fragmente dessen äußern sich halt bis heute in Tanzverbot und Co.
Auf der anderen Seite dann Gegenbewegungen (entsprechende Insolvenzerklärungen finden sich auch hier), bis hin zu jenen, die sich bereits vom Existenz von Religiösem persönlich beleidigt fühlen.

1/2

@AwetTesfaiesus

@andabahn

2/2 Es könnte alles so einfach sein: Etwas gegenseitiger Respekt, etwas Verständnis füreinander, etwas GEGENSEITIGE Rücksichtnahme.

So schwer ist das doch alles nicht.

@AwetTesfaiesus

@Saupreiss @andabahn @AwetTesfaiesus
In Großbritannien gibt es den ganzen Bums gar nicht, obwohl ich das Land als wesentlich religiöse empfinde als Deutschland.
Keine Tanzverbote, keine Ladenschlusszeiten (nur Alkoholverkaufsverbot sonntags vor 10:00 früh), minimalste gesetzliche Feiertage (wie Weihnachten, Neujahr, World Cup [kein Scherz]), aber Schutzregelungen, das Angestellte Feiertage ihrer eigenen Kultur oder Religion frei nehmen können.

Funktioniert auch.

https://www.mygov.scot/scotland-bank-holidays

Public and bank holidays

Scotland’s bank holidays for the year, including January, May, summer and winter dates. Find out how they work and where to check local public holidays.

@StephanMatthiesen

Ich halte schon - jenseits von Religiösem Background - viel davon, das manche Tage eben gemeinsam frei sind. Den wenigsten hier bedeutet Ostern, was es mir bedeutet - aber sind halt ein paar freie Tage im Frühling. Dito mit Weihnachten.

Anfangen, drüber zu streiten, ob es derlei geben sollte, geht doch meist genau dann los, eben WEIL es „Dual Use“ mit religiösem Kontext ist?

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@andabahn @AwetTesfaiesus

@Saupreiss @StephanMatthiesen @andabahn @AwetTesfaiesus Ich hatte mal eine Diskussion mit jemandem, der die Ansicht vertrat, wenn man das Tanzverbot nicht wolle, dann sollten doch einfach die ganzen kirchlichen Feiertage weg, der dann auf etwa diesen Einwand - daß feste freie Tage fürs Treffen von Freunden und Familie sehr hilfreich seien - nur zu erwidern wußte, daß mehrtägige Familienfeste eher selten sein dürften, und es war so traurig.