100% zahlen, obwohl vom Programm vielleicht gerade mal 5% für einen relevant sind und genutzt werden. Ist das schon Kommunismus?

#Zwangsgebühren #ÖffentlichRechtlicherRundfunk #rundfunkbeitrag #ard #zdf

@bob

machst du diese Rechnung auch für steuerfinanzierte "Dienstleistungen" auf?

wenn ja, benutzt du dann auch rechts belastete Begriffe?

wenn nein, warum nicht?

@kami_kadse

Krankensystem ist jetzt auch nicht fair, aber ich sehe das auch ich davon profitieren kann. So auch bei anderen Dienstleistungen im Staat. Aber beim Verblödungssystem halt nicht. Was für „rechts belastete Begriffe“? Meinst du Kommunismus?

@bob

ich meine "Zwangsgebühren".

ich würde mal behaupten du profitierst auch nicht von der Subventionierung von Flugbenzin, Aussteigerprogrammen, und wenn dann nur in sehr geringem Masse von der BPB. trotdzem haben aus meiner Sicht gerade letztere beide eine gewisse Berechtigung.

ich finds falsch, mit der Hauptkritik an der Finanzierung anzusetzen statt an der inhaltlichen Gestaltung. weil am Ende ist die Abschaffung des ÖRR nicht besser

@kami_kadse

Peripher profitiere ich von den genannten Dingen sehr wohl. Die inhaltliche Gestaltung zu kritisieren ist viel zu subjektiv. Wenn Boomer gerne 20 Bullensendungen sehen wollen, klar why not, aber warum soll ich dafür zahlen? Weder hat das nen aufklärerischen, kritischen oder sozialen Faktor. Ich wöllte auch ÖRR nicht abschaffen, aber die Finanzierung muss erklärbar, fair sein für ALLE Teilnehmenden da sein und keine Klientelpolitik halt.

@bob

ich fänds - solange wir dir Realität eines Staates nicht wirklich angreifen können - vollkommen okay, ÖRR tatsächlich steuerfinanziert laufen zu lassen.

ne tatsächliche transparente Rechtfertigung für Programmgestaltung würde da auch dazugehören IMO

@bob

ich finds sehr fair, Sparten-Unterhaltung in Frage zu stellen. dafür fänd ich einen robustes journalistisches und aufklärerisches Programm ne Art Grund-Infrastruktur

@kami_kadse

Btw. es wäre mir ein Bedürfnis, wenn du nicht immer versuchen würdest meine Begrifflichkeiten moralisch zu normieren. Ich halte nichts von liberaler Sprachpolitik und bin auch kein Idiot, dem man sowas erzählen müsste, geschweige denn ein Kind, dem man die Welt erklären muss. Ich benenne Dinge wie sie sind, dafür is Sprache da, und ich lass mir weder von linken noch rechten Ideolog*innen den Mund verbieten oder die Benutzung meiner Sprache begrenzen. Jede*r liest was er/sie will.

@bob

ich verbiete dir nicht den Mund, ich kritisiere.

und dass eins etwas benennen würde "wie es ist", ist leider eine idiologische Falle

@kami_kadse

Kritisieren ist aber nicht nur zu sagen Gruppe A benutzt das auch deswegen darfst du das nicht. Ich bin nicht Teil von Gruppe A weil ich Wort B benutze, welches Gruppe A sich aneignete. Wenn man das konsequent durchziehen würde, müsste man gaaaaanz viel anders machen. Hammer und Sichel finden einige auch noch witzig oder Gulagwitze. Entweder gleiches Maß für alle oder halt nichts für niemanden, aber kein moralisches Cherrypicking.

@bob

ich sage auch nicht "du darfst es nicht". ich sage du benutzt ein Wort, welches rechts vorbelastet ist. und zwar nicht weil es Dinge ausdrückt wie sie sind, sondern weil es einen Frame bedient.

@kami_kadse

Frame von? In meiner Wahrnehmung war der Begriff schon vor einer rechten Vereinnahmung aktiv, als es Bewegung gegen die GEZ gab.

Begriffe kann man auch nicht re-claimen? Einmal benutzt sind sie verbrannt für immer? Dem muss ich mich als Individuum unterwerfen, weil es Kollektiv sich ermächtigt ein Wort für sich zu framen?

@bob

eins kann Worte reclaimen. solange dies aber nicht gelungen ist, läuft eins Gefahr, den Leuten zugeordnet zu werden, welche Diskurs dazu dominieren.

dem Frame liegt ein neoliberaler, individualisierter Freiheitsbegriff zugrunde (welcher duch den "Zwang" aufgerufen wird)

@kami_kadse

Dann ist der Zustand der Worte minimal zeitlich begrenzt. In 100 Jahren wurde der Diskurs vergessen, weil der Zeitgeist überholt ist. Also interessiert es wen eigentlich? Während das Wort für immer bleiben wird ist deine Interpretation der Benutzung völlig willkürlich auf einen kleinen lokalen Rahmen begrenzt aus Zeit und Raum. Nutze ich das Wort außerhalb von Deutschland verliert es doch auch sofort den Sinn. Also i mean, where is the sense about all that?

@bob

ich wusste ja nicht dass das was du hier so sagst für die Zeit in 100 Jahren gedacht ist 🙄

@kami_kadse

Ja, aber was erhoffst du dir davon? Das ich mich selbst normiere? Also ja ich weiß wie liberale Transformation funktioniert: wenn genug Leute sagen etwas ist schlecht, dann wird solange auf dich eingeredet, bis du es selbst auch schlecht findest, ohne es begründen zu können. Ist halt ein schlauerer Herrschaftsmechanismus als konkrete Verbote, massentauglicher und von allen reproduzierbar.

@bob

nee, ehrlich gesagt erhoffe ich mir ne Reflexion.

@bob

das mit der Herrschaft ist natürlich nett geschrieben, damit lässt sich jede Abwehr gut begründen

@kami_kadse

Auch wenn Coronadiktatur sicher nicht der komplett korrekte Begriff ist, beschreibt er schon genau das was passiert ist. Da es ja von Links NULL öffentliche Kritik mit eigenen Begriffen gab, würde ich jetzt niemanden als Rechts laben wollen, der den Begriff für die Beschreibung der Umstände benutzt. Demokratisch wars nicht.

@bob

halte ich für doppelt falsch. weder war da irgendwie ne Diktatur noch gabs es keine Kritik von links.