Viele Fachleute warnen. Ein Social-Media-Verbot kann Kinder nicht schützen. Aber es kann sie isolieren. Isolation heißt: weniger Kontakt zu Freunden. Weniger Hilfe. Mehr Einsamkeit. Das ist ein Risiko für die Psyche. Wer das ignoriert, handelt fahrlässig. Verbreitet das.

#SocialMediaVerbot #Jugendschutz #PsychischeGesundheit #Digitalpolitik #Kinderrechte #EinfacheSprache

@SchreibeEinfach

Non sequitur, imho. Die Begründung ist eine Aneinanderreihung von Konjunktiven, der gezogene Schluss daher gewagt.

Wenn es stimmte, wären Generationen von Kindern vor der Existenz von Social Media als psychische Wracks aufgewachsen und würden nun als mentale Zombies durch die Gegend wanken. (Obwohl, wenn man aktuelle Nachrichten liest, könnte man beinahe diesen Eindruck gewinnen ... 🤔)

Ich finde, solch pauschale, plakative Aussagen helfen der konkreten Lagebewertung wenig.

@moranaga Aber genau das liefern die Zwischenergebnisse der aktuellen Studien aus Australien. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass digitale Kommunikation eben auch über Social Media früher einfach nicht vorhanden war, aber heute zur Lebensrealität so ziemlich aller Menschen gehört.

@SchreibeEinfach

Valide Einwände. Ich denke allerdings, es ist einerseits noch zu früh, das als belastbar zu werten. Natürlich treten zunächst Entzugserscheinungen auf, wenn man Menschen ein Suchtmittel wegnimmt, das sie zuvor intensiv gebrauchten und an das sie gewöhnt waren.
Es ist etwas anderes, wenn sie von vornherein nicht damit konfrontiert waren. Insofern ließen sich Schlüsse erst dann ziehen, nachdem Kinder im Verbot auf- und daraus herausgewachsen sind.

(Zzgl. Übertragbarkeit auf D.)

@moranaga Naja, viel spannender finde ich die Gefahren für die Kinder und Jugendlichen, die dann mit einem Schlag und sicher ohne anständige Medienbildung dem Ganzen erneut ausgesetzt werden. Aber dann greift ja zum Glück das Strafrecht und wir können sie auch dafür bestrafen.

@SchreibeEinfach

Es stünde zu hoffen, dass sie dann zumindest etwas größere Reife besäßen. Schließlich lässt man sie auch dann erst hinter das Steuer von Fahrzeugen, z. B.
Für die Medienbildung sind imho die Eltern zuständig. Sofern diese ihre Verantwortung wahrnähmen, stünde ihnen dafür mehr Zeit zur Verfügung.

Viel problematischer sind die Überwachungs- und Kontrollstrukturen, die mit den derzeit propagierten Lösungsansätzen einhergehen und sich dazu anbieten, kreativ missbraucht zu werden.

@moranaga Beim Zweiten Teil deines Tröts möchte ich dir zu 100% zustimmen. Allerdings ist es nicht meine Intention, lediglich die für uns logischen Argumente anzuführen, die eben für viele andere abstrakt sind. Mir geht es darum, einen echten Schutz für Menschen zu etablieren, und das bitte altersunabhängig.

@SchreibeEinfach

"Definiere 'echten Schutz'", wäre meine Reaktion darauf, "wie soll er aussehen?" -

Das Problem ist, "das Netz" ist nicht wirklich darauf ausgelegt, Inhalte zu filtern oder Schutzfunktionen zu erfüllen. Es ist unter der Prämisse entstanden, dass sich nur Erwachsene darin bewegen. Es wird schwierig bis technisch unmöglich, nachträglich Beschränkungen aufzupfropfen. Das wäre nur mit einem Umbau in eine Richtung möglich, die sich auch wiederum kein Mensch ernsthaft wünschen kann.

@moranaga DSA scharf schalten. Suchtmachende Algorithmen verbieten, bei Hass und Hetze umgehend die Plattform in Haftung nehmen. Meldepflichten bei strafrechtlich relevanten Inhalten. Aber eben auch Löschen von Kinderpornograpie im Netz und nicht so wie jetzt einen "Geheimbeschluss" der Innenministerkonferenz umsetzen, der genau das nicht priorisiert.

@SchreibeEinfach

Gefährlich, weil: "Quis custodiet ipsos custodes?", "Wer wacht über die Wächter?"

Es beginnt bei den - heute auch in Netzdiskussionen recht willkürlich und individuell ausgelegten - Definitionen, was Hass und Hetze eigentlich genau sind. Darunter fallen mittlerweile selbst Adressaten nicht genehme, anderslautende Meinungen - ein Schritt in Richtung der von dir befürchteten, autoritären Kontrolle.

@SchreibeEinfach

Löschen ist nicht wirklich zuverlässig möglich. Generell sind technische Maßnahmen in der überwiegenden Mehrheit der Fälle keine Lösungen für soziale Fragestellungen oder Probleme - eine Falle, in die besonders Politiker immer wieder gerne tappen.

Es besteht imho ein Dilemma zwischen Schutzforderungen einerseits und Abbau bzw. Aufgabe existenter Freiheiten andererseits. Ich hege Zweifel daran, dass es dafür eine allseits zufriedenstellende, dauerhafte Lösung geben kann.

@moranaga Sorry, aber wenn man nicht mal versucht zu löschen, um die Opfer zu schützen, dann muss man mich auch nicht über Kinderschutz belehren oder mir Freiheitsrechte wegnehmen.

@SchreibeEinfach Wen meinst du mit "man"? Das ist mir nicht ganz klar.

Was mich betrifft, sage ich nicht, dass man es nicht tun oder versuchen sollte. Nur, dass es bei einem dezentralen Medium schwierig bis unmöglich ist, das Ziel zu erreichen.
Es ist auch kein Opferschutz, weil an dem Punkt längst eine Schädigung stattgefunden hat. Es ist nachträgliche Schadensminderung. Auch wichtig, aber sie schützt nur vor späteren Folgen, nicht vor der eigentlichen Tat. Ein Schutz muss weit davor ansetzen!