Anti­kapitalismus ist nicht Plan­wirtschaft.

Er richtet sich nicht gegen den Markt als Mechanismus, sondern gegen (politische) Rahmen­bedingungen, die dazu führen, daß Einzelne so viel Vermögen anhäufen können, daß sie damit Menschen kaufen können, daß sie Politik kaufen können, daß sie mehr als ihren gleichwertigen politischen Einfluß haben. Er richtet sich gegen Ausbeutung, gegen eine Ideologie des grenzenlosen Wachstums, und er kommt auch ohne Marx¹ und sogar ohne Sozialismus im klassischen Sinn aus.

Antikapitalismus ist demokratisch. Und antifaschistisch.

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¹auch wenn der zur Analyse beitragen kann

#pol #neoliberal #kapitalismus

@Lapizistik

Die Schwierigkeit ist halt das nur weil man den Kapitalismus abschafft, der Egoismus der Menschen der ihn antreibt nicht einfach verschwindet.

Du hast also auch weiterhin jede Menge egoistischer Akteure im System und dein System muss in der Lage sein, damit umzugehen, dass diese Leute im Zweifel in einer Excel Tabelle auf die 4. Nachkommastelle ausrechnen was jetzt für sie die profitabelste Handlungoption ist.

Nun kann man harte Regelverstöße natürlich sanktionieren, aber an der Unlust "etwas zu tun" sind auch die brutalsten Diktaturen bislang immer kläglich gescheitert mit den dementsprechenden Outputproblemen welche mittelfristig den politischen Support der Bevölkerung kosten.

Menschen sind - gottseidank - nicht nur egoistisch - hier irren die BWLer - aber sie sind - hier irren die Sozialismusbefürworter - halt leider auch nicht nur altruistisch sondern operieren de facto auf einer Skala irgendwo dazwischen.

Systeme die funktionieren wollen, müssen das berücksichtigen.
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@Lapizistik

Und bislang waren wir - trotz zahlloser Schwächen - schlichtweg besser darin, die Nachteile des Kapitalismus auszugleichen als ein anderes System besser zum laufen zu kriegen.

Die soziale Marktwirtschaft (Ordoliberalismus) funktioniert eigentlich ganz gut, das Problem ist eher der Drift weg vom "Soziale".

@AdrianVolt
Ich glaube gerade du verwechselst grad wieder Kapitalismus und Marktwirtschaft.

Markt geht nicht weg. Das ist auch nicht das Problem. Kapitalistys mögen den Markt nicht wirklich. Sie beeinflussen die Politik, die Rahmen­bedingungen so zu gestalten, daß Verluste vergesellschaftet und Gewinne privatisiert werden.

Das merken wir gerade bei der laufenden Energiewende und dem Protektionismus, der eine Fossil­industrie am Leben halten will, die unwirtschaftlich ist.

Markt ist etwas, was Politik gestaltet – wie schon Adam Smith wußte – und die Politik gestaltet diesen (u.a. aufgrund von Lobbyismus) so, daß Ungleichheit größer wird.

Der Markt braucht kein grenzenloses Wachstum, der Kapitalismus schon.