Manchmal gehen die guten Nachrichten über richtige politische Entscheidungen ja im Strom der Kritik unter:

Das SPD und CDU/CSU bei der geförderten privaten #Altersvorsorge nun auch noch zusätzlich ein besonders preisgünstige staatliches Standardprodukt bei einem staatlichen Träger (z.B. Bundesbank) vorgesehen haben, ist ein verbraucherpolitischer Meilenstein. Schweden hat es vorgemacht, Kosten von 0,1% pro Jahr.

Also: Wenig Kosten und viel Förderung bedeutet unbedingt mitmachen

@ulrichkelber Das klingt tatsächlich sinnvoll. Mal schauen wie die Details dazu aussehen.
@ulrichkelber Der GDV kritisierte es. Also scheint das wirklich gut zu sein.
@ulrichkelber Bisher haben mich all diese Vorsorgefinanzierungen jedes Mal enttäuscht. Riester ein Flop, Direktversicherung nachtäglich doch nicht mehr abgabenfrei ... Ich kann allen, die es sich irgendwie abkneifen können nur raten, sich irgendwas zuzulegen, wo sie im Alter mietfrei leben können.
@maikek @ulrichkelber
Ich glaube, man hat hier tatsächlich aus den Fehlern gelernt.
@varbin Hoffentlich. Wär ja mal was schön, wenn nicht nur Wohlhabende und die Versicherungsbranche da ihren Reibach machen. Für mich allerdings zu spät 😎. Und für alle prekär Lebenden vermutlich auch keine Alternative. @ulrichkelber

@maikek @ulrichkelber

So wie ich das verstanden habe ändert sich folgendes:
- Die Beitragsgarantie, welche es bei Riester quasi unmöglich gemacht haben nach Kosten Rendite zu erwirtschaften kann abgewählt werden.
- Alternativ kann auch frei(er) in einem Depot investiert werden. Für das Depot sind die Kosten gedeckelt.
- Es wird staatliche Produkte geben, wo man dann unabhängig von den Versicherungen ist (und hoffentlich dafür sorgen, dass kein freier Versicherer teurer als der Staat ist).
- Es soll wohl auch einfacher werden mit wenig Einzahlungen den Kinderzuschlag bekommen.

Bestehende Riesterverträge kann man wohl umziehen - die Gebühren für den Umzug sind wohl auch gedeckelt.

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/riesterrente-nachfolge-100.html

Bisher scheint da wirklich kein Haken zu sein.

Die wichtigsten Antworten zur Riester-Nachfolge

Attraktivere Zulagen, ein Altersvorsorgedepot und die Förderung von Selbstständigen: Schwarz-Rot hat sich auf eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge geeinigt. Was sehen die neuen Regeln vor? Ein Überblick.

tagesschau.de
@varbin imho gibt es nur eine Sache, um die sich die Politik kümmern soll: die gesetzliche Rente so ausrichten, dass alle davon leben können.
Öffentliche Gelder für Privatkram nützen nie denen, die es wirklich brauchen. @ulrichkelber

@maikek @ulrichkelber Die Privatwirtschaft ist hier quasi außen vor, beziehungsweise steht nun in Konkurrenz zum Staat (muss also bessere Konditionen als der Staat anbieten, wenn sie relevant Kunden haben wollen).

So wie es ausschaut soll diese Neufassung langfristig auch Teile des staatlichen Vorsorgekonzeptes erfassen: So sollen Kinder automatisch Geld vom Staat angelegt bekommen - das wird aber heute noch nicht beschlossen werden.

@varbin @maikek Es braucht eine gute gesetzliche Rente, ja. Viele sichern aber auch schon seit Jahrzehnten zusätzlich privat vor. Einige können das nicht, weil ihnen die Mittel für größere Investitionen fehlen. Da einen festen Zuschuss zu geben, der Menschen mit niedrigerem Einkommen überproportional hilft, ist eine gute Idee
@maikek @ulrichkelber Ich habe hier im Haus einige Leute, die "mietfrei" leben und den Austausch der Ölheizung, eine PV-Anlage auf dem Dach usw. blockieren. Alte Immobilien verursachen ebenfalls Kosten und diese können unter Umständen auch sehr hoch ausfallen.
Beliebteste Frage einer Eigentümerin sinngemäß: "Gibt es dafür irgendein Gesetz, dass uns dazu verpflichtet? Nein? Dann bin ich dagegen."
@funqr Das eine hat mit dem anderen genau was zu tun?
@maikek Wohneigentum schützt nicht vor hohen Kosten. Im Prinzip sollte man sich eine Miete für Rücklagen auferlegen oder eine Mehrheit hinter sich haben, mit der man größere Ausgaben, die man nicht mehr für notwendig hält, ausbremsen kann.
Sorry, ich bin gerade etwas desillusioniert, was die Kosten für eine abbezahlte Wohnung angehen. Der Wiederverkaufswert sinkt, weil andere blockieren. Das bedeutet in vielen Jahren höhere Ausgaben für die (noch) jungen Bewohner:innen.

@maikek Ich überlege derzeit eher, ob eine Wohnungsbaugenossenschaft für mich die bessere Wahl wäre.

Ich habe mir vor über 20 Jahren durch Versicherungsverkäufer Produkte andrehen lassen. Das ist etwas, wo ich jetzt auch noch teilweise durchmuss.
Das aktuell diskutierte Produkt könnte da tatsächlich mal eine Ausnahme bilden, wenn man es schafft, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen 🙈

@funqr Genossenschaften finde ich auch gut. Hier im Viertel sind gerade drei Häuser entstanden, zwei übers Mietshäusersyndikat. Da steckt imho genau der richtige Gedanke dahinter. Und du hast keine Miteigentümer, die nur Knete rausholen wollen.
PEPP - Paneuropäisches Privates Pensionsprodukt

PEPP, die Abkürzung für Paneuropäisches Privates Pensionsprodukt, ist ein Produkt der privaten Altersvorsorge. Das Produkt soll jedem Europäer unabhängig von Alter und Beruf offenstehen. Anbieten dürfen es unter anderem Versicherungsunternehmen, Kreditinstitute, Wertpapierfirmen, Investment- und Verwaltungsgesellschaften sowie Verwalter alternativer Investmentfonds mit Sitz in der EU. Seit dem 22. März 2022 dürfen Unternehmen solche Produkte anbieten.

BaFin
@ulrichkelber naja, am Ende ist die Gesamtrendite entscheidend. Dafür müsste man erst mal konkrete Produkte sehen. Und zudem frage ich mich, ob da wirklich der Staat das gesamte Produkt abwickelt, bzw die Sozialversicherungen oder ob dafür nicht doch noch ein Agent zwischengeschaltet ist, der auch mitverdient. Ist das geregelt?
@ulrichkelber Bei aller Wertschätzung, aber hier muss ich widersprechen: Die priv. Vorsorge war bisher für die Versicherten ein Desaster mit mikroskopischen Erträgen (siehe Riester und Rürup). Gewonnen haben die Versicherer, mit staatl. geförderten Renditen, also unserem Geld. Das wird mit dem neuen Modell nicht viel besser. Verlierer ist auch die staatl. Rente und mit ihr alle, die auf sie angewiesen sind. Auch das wird so bleiben. Leider.

@mcse
Es ist schon anders als ältere Produkte bezüglich der Kostenstruktur.
Alleine die Deckelung der Produktkosten (allerdings nur für das "Standardprodukt" - danke Finanzlobby -.-) ist schon ne gute Verbesserung.
Ähnlich vergleichsweise "günstige" Produkte gab es damals auch (hieß Banksparplan. Das gab es immer seltener, eben weil das den Geld-Instituten weniger einbrachte).

Das größte Risiko imo läge im Zusammenbruch des Kapitalismus. Ich denke ich schaffe es noch grade so ins Rentenalter, bevor das relevant wird. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Ich bin gespannt wie es umgesetzt wird, dass die Anrechnung auf anrechenbares Vermögen blockiert wird, wenn es zu Sozialgesetzbuch-Lebenslagen kommt. In nem anderen Gesetz steht, das Altersvorsorge safe ist. Wär gut

@ulrichkelber

@Aubrieta @mcse @ulrichkelber Ich finde das in der Debatte aber auch zu unterdiskutiert: Da wird über Boomer und Renten geschimpft und private Vorsorge gefordert und dann gibt es zig Millionen Riester-Verträge, wo Menschen genau das gemacht haben und hart verarscht wurden. Das muss man thematisieren

@mschfr
Find ich auch.
Ich habs damals immer vorgehabt zu machen und es warum auch immer nicht gemacht - inzwischen bin ich froh drum.

@mcse @ulrichkelber

@mschfr
Eine Nachfrage dazu hab ich: was genau ist das "das" in deinem ersten Satz?

Ich hab es so verstanden, dass es dir darum ging, dass Finanzprodukte, die offiziell zur Vermögensbildung gedacht waren, und zwar staatlich promotet, dieses Versprechen nicht eingehalten haben.

Das gilt es zukünftig zu verhindern.

Gibt es für dich noch einen anderen Aspekt, der es für dich zum Teil "der Debatte" macht?

Keine Ahnung, was "die Debatte" wäre, die es zu führen gilt. Das ist sehr groß und imo Teil einer allgemeinen Verteilungsfrage.

Ich kenne die damaligen Debatten zu Riester nicht, weil es mich damals nicht interessiert hat. Also ob es da Gegenwind gab.

@mcse @ulrichkelber

@Aubrieta @mcse @ulrichkelber Es wird aktuell in der Politik u.a. vom Bundeskanzler stark kritisiert, dass die Rente nicht reicht und dass die Bürger privat vorsorgen müssen. Inkl. Beschimpfung, dass sie das nicht tun. Von jüngeren Usern kommt dann gerne ein Gemeckere über die alten Boomer, die für das Nichtstun eine dicke Rente kassieren.

Dabei halte ich es a) für wichtig festzustellen, dass es diese Debatte schon seit den 2000ern gibt und dass dort viele Millionen Menschen verarscht wurden

@Aubrieta @mcse @ulrichkelber Hättest du halt vor 25 Jahren ein wirklich gut funktionierendes Riester-System aufgebaut, das sich für die Versicherten und nicht nur für die Versicherungen rentiert, hättest du jetzt bestimmte Rentenproblematiken mit Aufstockung & Altersarmut vllt. nicht.

Daraus ergeben sich dann 2 Fragen:

1) Was unterscheidet diese Reform jetzt von den anderen, gescheiterten?
2) Macht sie es wirklich besser und kann sie wirklich die Altersversorgung stützen?

@Aubrieta @mcse @ulrichkelber Und in der Konsequenz gehört da b) eine gehörige Portion Demut in die Debatte. Statt den Merz-Pauschalbeschimpfungen wäre eine ehrliche Entschuldigung der Politik angebracht, dass man die Rentenproblematik gleich auf mehreren Ebenen verkackt hat. Vertrauen ist da halt auch wichtig
@mcse Da kommen Finanztip und Verbraucherzentrale aber zu einem anderen Fazit
@ulrichkelber 1/2 Die Presse-Prognosen waren für Riester und Rürup anfangs auch positiv, die Realität sah dann anders aus. Es bleiben zwei Kernprobleme ungelöst: 1. Die neue priv. Vorsorge ist wieder nicht für alle: Nicht jeder hat dauerhaft 30 EUR / Monat übrig. Damit sind alle raus, die es eigentlich nötig hätten. 2. Die Kosten tragen die Versicherten und wir alle, die wir die staatl. Förderung bezahlen. Profiteure sind wie zuvor: Die Versicherer.
@ulrichkelber 2/2 Das alles müsste nicht sein, wenn wir einfach die Basis der Einzahler:innen in die staatliche Rente verbreitern würden: Österreich macht es vor. Wir könnten das auch. Aber die Lobby der Kapitalseite hat hier über Jahrzehnte die staatliche Rente schlecht geredet und geschrieben und anschließend die staatlichen Subventionen zur priv. Alterssvorsorge als Renditen eingestrichen. Das wird jetzt wider passieren, weil die Politik nicht dazulernt. Es ist zum Haare raufen.

@ulrichkelber

Dazu 2 Beiträge von Finanztip zum hören/sehen:

Ursprüngliche Ideen (noch mit dem übertriebenen maximalen TER von 1.5% (0.2 bis 0.4 ist normal für ETF, 1.5 sind da nah am Wucher...):
https://www.youtube.com/watch?v=OfXB0DSQFgE

Update nach den bekanntgewordenen Änderungen:
https://www.youtube.com/watch?v=OvM0WmGPvjo

Die Stiftung Finanztip kümmert sich um Finanzbildung.

#Finanzbildung #finanztip

Neues Altersvorsorge-Depot mit Riesen-Steuervorteil? Klingbeil muss liefern

YouTube
@ulrichkelber sollte das nicht mal die Riesterrente sein? (zumindest hab ich das gefühl, dass es das schonmal gab)
@ulrichkelber Wenn ich meinen alten "Riester"-Vertrag auch kostenfrei oder zumindest kostengünstig zu einem beliebigen Anbieter mitnehmen kann, würde mich das umso mehr freuen.
Ich finde den Vorschlag mit dem Altersvorsorgedepot gut.
@ulrichkelber Der Kostendeckel für alle Produkte hätte gerne noch nach dem Vorschlag von #Finanztip ausfallen dürfen.
@funqr Definitiv. Ich erwarte allerdings so 0,1-0,3% beim staatlich geführten Standarddepot. Und das wird den Markt ordentlich beleben
@ulrichkelber Die Hoffnung habe ich auch. Mal schauen, was da auf uns zukommt 😊

@ulrichkelber Das Problem ist aber gerade dabei das Vertrauen.
Es hält doch eh nicht lange, dann kommt jemand anderes und will alles wieder kippen. Siehe Energiewende, siehe Mobilität, siehe Sozialrefrom, siehe Rentenreform, siehe Datenschutz, siehe Klimaschutz, Siehe Schulterschluß gegen Rechts ... and so on and so on

Man kann sich auf nahezu nichts mehr langfristig verlassen. Weil jeder dieser Politikdarsteller dieser Tage, nur seine beschissenen "Einaschaltquoten" (fka Wählerstimmen) und seine Versorgung "danach" im Kopf hat.

@ulrichkelber Hilft das auch bei Altersarmut?
@nullbockgeneration @ulrichkelber Glaube prinzipiell nicht mehr an staatlich geförderte Geldanlagen zur Altersabsicherung.
Zu viele sind schon gescheitert.
Eine gute staatliche Rente, wie in anderen Ländern, z.B. Österreich o.a.. Das wärs!

@ulrichkelber Was mich noch interessiert dabei wäre, ob dies im Alter auch auf die Grundsicherung angerechnet wird, sprich, man bekommt dann weniger Grundsicherung.

Ansonsten eine gute Idee für die Jüngeren.