Ich halte Klöckners Holocaust-Rede für das gefährlichste und perfideste, was ich seit langem von einer Staatsvertreterin gehört habe. Sie übernimmt eine bekannte rechtsextreme Argumentation zur Täter-Opfer-Umkehr, wenn sie behauptet, die Rechte des Einzelnen seien gefährdet, wenn Minderheitengruppen Anerkennung und Schutz verlangen. Nach dieser Logik wären Juden verfolgt worden, weil sie sich als Juden identifiziert hätten, nicht weil der Staat sie als Gruppe ausgegrenzt und verfolgt hat.
@jensscholz
Wisst ihr noch, damals, 1988?
Aber hey, #Klöckner ist halt nicht #Jenninger.
@musevg und Jenninger war nur eine schlecht geschriebene Rede, aber schon das hat für den Rücktritt gereicht.
@jensscholz
Jep.
Ich will das jetzt nicht auf die beiden genannten Personen begrenzen, aber mir scheint, Politiker:innen hatten damals mehr Format als heute.
@musevg @jensscholz Kürzlich wurde eine recht ordentliche Rede von Christian Wulff veröffentlicht. Wenn man sich überlegt dass er damals wegen - gerichtlich festgestellt - nichts zurückgetreten ist, ist es erschütternd welche „Versehen“, „Missverständnisse“ und an Verletzung des Amtseids grenzenden Fehlentscheidungen mittlerweile gar keine Konsequenzen haben.
@musevg @jensscholz Ich glaube ja immer noch dass ihm „Der Islam gehört zu Deutschland“ zum Verhängnis geworden ist und die Affäre um die Immobilienfinanzierung ihn aus dem Amt entfernt hat bevor er auch noch solche Dinge wie in o.g. Rede gesagt hätte.

@musevg
Mir scheint, damals gab es Alternativen. Die Parteien mussten sich nicht mit jedem zufrieden geben, der bereit war es zu machen - aus welchen Gründen auch immer.

Dafür hatten sie weniger berater. Weniger Marketing, weniger Umfragen und mussten mehr selbst entscheiden.

Ich wage zu bezweifeln, dass das Ergebnis schlechter war.
@jensscholz