Was hast du in letzter Zeit Herausforderndes geschafft, was hast du ausgehalten? Hast du allein oder mit anderen etwas Feines in die Welt gebracht?

Erzähl mal, egal, ob du dich stolz fühlst oder nicht.

Darf gern geteilt werden. 🙂

@JonasJRichter
Ich habe es geschafft, rund fünf Wochen im Winter nicht das Haus zu verlassen (ich sag nur Eisglätte, Schnee, Gehbehinderung) UND nicht völlig daran zu verzweifeln, sondern mir Ablenkungen und Beschäftigungen zu Hause zu suchen.

Mir wäre es allerdings lieber, im nächsten Winter nicht wieder wochenlang zu Hause festzusitzen.

@amalia12 Wow, großen Respekt! Natürlich wünsche ich dir auch, dass das nicht wieder vorkommen muss.
@JonasJRichter ich habe aufgrund einer vagen Idee vor genau einem Jahr einen völlig neuen Beruf angefangen, den genau das ausmacht, von dem ich mein ganzes Leben am meisten Angst hatte und das ich gemieden habe um jeden Preis. Und es war richtig. Es war das, was mir gefehlt hat. Wild.
@deepsy Sehr cool! Das klingt so, als hätte es richtig viel Mut erfordert.
@JonasJRichter ja, ich musste Anlauf nehmen und habe vielleicht auch die Augen dabei zugekniffen. Hattest du auch schon einmal so einen Moment, in dem du plötzlich bereit dazu warst, etwas völlig anderes auszuprobieren?
@deepsy Nicht in der Form. Aber während des Studiums ins Ausland zu gehen und gewisse Coming-Outs erforderten auch Mut und eine Portion Augen-zu-und-durch.

@JonasJRichter
Ich wollte es jahrelang, hab es dann im Grunde aufgegeben und dann doch im Oktober noch Mal angefangen meinen Master anzufangen. Beste Entscheidung 2025 😁

Erste Prüfungsphase durch und es fühlt sich immer noch gut an.

@Bartimaeus Stark. Ich wünsch dir viel Erfolg!
@JonasJRichter
Meines geht auch in eine ähnliche Richtung, wenngleich nicht ganz so studiert:
Nach etwa einem Jahr konnte ich vor Kurzem meine Besondere Lernleistung (quasi „Seminar-/Hausarbeit“, die ein mündliches Abiturprüfungsfach ersetzt) abschließen. Am Ende 33 Seiten ohne Anhang, zu einer Wappenabbildung aus einem Kampfbuch von 1459. Es ist immer noch ein wunderbares Gefühl das Ding gedruckt und gebunden in der Hand zu halten. 🥰
Die Arbeit war natürlich gerade am Ende super stressig, passenderweise war ich dann auch noch krank, was mir zumindest die Möglichkeit gegeben hat, den restlichen Schulkram ganz zu ignorieren. Aber es hat mir einige wertvolle Erfahrungen geliefert und zum Glück hatte ich auch einen tollen, externen Berater, der mir geholfen hat das Ganze auf einem Uni-nahen Niveau zu halten (hoffe ich jedenfalls).
(Und irgendwann kommt dazu sicherlich nochmal ein Post mit einer glücklichen Drachenschuppe… garantiert!)
@Drachenschuppe @JonasJRichter Gut gemacht, junger Drache! 💪 🐉

@Drachenschuppe Respekt!
Kannst du zu dem Thema noch ein bisschen mehr sagen? Ging es darum, über das Wappen die Provenienz des Kampfbuchs zu erschließen?

Mit Kampf- und Fechtbüchern hab ich mich selbst nicht befasst, höchstens Kleinkram am Rande aufgeschnappt. Ich weiß, dass Eric Burkart in dem Bereich forscht.

@JonasJRichter
Gerne! :D
Das Kampfbuch war das Ms. Thott 290.2° von Hans Talhofer, also kein sehr unbekanntes Buch. Zentraler Punkt war eher, welche Aussage die Wappenabbildung an sich und ihre einzelnen Elementen über Talhofers Person zulassen. Das Wappen wurde zwar schon kurz beschrieben und erwähnt, war aber nie Zentrum einer Arbeit oder wurde überhaupt detaillierter (bspw. im Kontext einer Diss) besprochen. (Was durch Einleitung, Kontextualisierung, Schluss, etc. am Ende natürlich auch nur einen Teil der Arbeit ausgemacht hat)
Besonders interessant war in dem Kontext, dass Talhofer sich eindeutig eines adeligen Elements (in Form einer Laubkrone) bedient, das aber als gemeine Figur im Schild und nicht auf dem Helm nutzt - weshalb es mit keiner wirklichen Konvention oder Norm bricht. Und eben einen sehr bewussten, grenzwertigen Umgang mit eigener bürgerlicher und adeliger Sphäre zeigt.
(1/2)
@JonasJRichter
Aber ja, Eric ist auch einer der (wenn nicht gar der) führenden Experten in der Talhoferforschung. Ich hatte kurz überlegt, ihn um meine Betreuung zu bitten, mich dann aber gemeinsam mit meinem späteren Betreuer dagegen entschieden, da er damals durch diverse Forschungsprojekte und absehbar auch seine Habilitation sehr eingespannt war (und ist) und die Kommunikation nach Trier deutlich unentspannter gewesen wäre. So konnten wir uns persönlich im Café treffen, beziehungsweise sahen uns sowieso beim Training. 😄
(2/2)
(Angehangen mal die Wappenabbildung.^^)

@Drachenschuppe Herzlichen Dank für die Ausführungen! Echt interessant.

Wenn du noch Nerv hast: Was ist das für eine Stange mit Schnur auf dem Helm?

@JonasJRichter
Sehr gerne! Ist nicht so häufig, dass ich darüber reden kann. ;)
Das auf dem Helm ist einfach eine Stockpeitsche (die selbst nochmal auf einem Tatzenkreuz steht). Weshalb Talhofer gerade das als Helmzier gewählt hat, habe ich leider auch keinen richtigen Anhaltspunkt.

@Drachenschuppe Peitsche hab ich auch gedacht, aber als Symbol auf dem Helm hat mich der Gedanke erstmal nicht überzeugt. Danke, dann lag ich ja sowohl beim Raten als auch mit meiner Verwunderung richtig. 😁

Wenn du Bock hast, noch mehr Fun Facts oder Kuriositäten zu infodumpen, halte ich dich nicht ab. 😉

@JonasJRichter Ich hab die letzten Wochen als FAP den Krankenstand meiner Kollegen kompensiert, was sehr anstrengend war, nicht zwischendurch wechseln zu können und sich um das meiste dann kümmern zu müssen, vor allem unsere neue Schulungsgruppe zu begleiten.
Jetzt hat's mich diese Woche rausgehauen wegen starker Schmerzen, sodass ich ausfalle.
Aber ich habe es jetzt auch mal geschafft an meinem #Drachzine weiterzuschreiben und damit meine kleine Schreibkrise überwunden. Darüber bin ich happy.

@AlexiaDrael Das klingt wirklich intensiv und anstrengend.

Ich drück dir die Daumen, dass die Schmerzen rasch nachlassen - und freu mich natürlich auch, dass es mit dem Drachzine weitergeht! (Wobei ich es gut finde, sich auch mal die Schreib-Auszeit zu nehmen, die man braucht.)

@JonasJRichter oh ja, das war es und wird weiter so sein. Aber so anstrengend es auch ist, mach ich meinen Job gern.

Schreibpausen sind definitiv wichtig, aber ich bin immer ganz froh, wenn es bei mir weitergeht. 😊

@AlexiaDrael Falls du erzählen magst: Was arbeitest du? Und erklärst du mir bitte, wofür FAP steht? Ich finde online verschiedene Erklärungen, am plausibelsten klingt gerade "Flexible Arbeits- und Praktikums-Begleitung", aber ich hab keine Ahnung, ob es das ist. 😅
@JonasJRichter FAP ist bei uns Fachansprechpartner. Ich bin für meine Kollegen da, um ihnen zu helfen, wenn sie im Kundengespräch oder bei der Bearbeitung von Schriftsücken nicht weiter wissen. Ich helfe auch dabei, in den zig Programmen, die wir haben, das zu finden, was sie brauchen oder das auszuführen, was für die jeweilige Aufgabe wichtig ist. D.h. ich muss mich jedes Mal in die einzelnen Fälle und Probleme reindenken, besonders wenn mehrere Kollegen gleichzeitig Hilfe benötigen.
@JonasJRichter es gibt noch andere Aufgaben als FAP, z.B. coachen wir unsere Kollegen und helfen ihnen Fehler und Probleme zu erkennen und besser zu werden. Qualitatsprüfung machen wir auch. Also ziemlich viel kommt da zusammen, sodass ich kaum zu einer kleinen Pause komme und mich immer mit FAP Kollegen absprechen muss, damit einer von uns immer da ist. In den letzten Wochen stand ich teilweise allein da. 😅
@AlexiaDrael Danke für die Erklärung. Klingt cool! Aber ja, wenn zuwenig Leute dafür da sind, muss es wirklich stressig sein.
@JonasJRichter gerne 😊 ich hab ein wirklich tolles Team und fühle mich hier wohl, der Stress gehört einfach dazu. Ich hab in der Vergangenheit andere Arbeitgeber gehabt, wo ich froh bin, nicht mehr dort zu sein.
Aber durch die Beanspruchung des Jobs hab ich nach der Arbeit nur wenig Muse noch zu schreiben oder zu zeichnen. Gezeichnet hab ich vor allem die letzten Monate in meiner Mittagspause. 😅Dabei hab ich dringendes Bedürfnis mich um meine Kreativprojekte wie mein Drachzine zu kümmern. 😂