Was hast du in letzter Zeit Herausforderndes geschafft, was hast du ausgehalten? Hast du allein oder mit anderen etwas Feines in die Welt gebracht?

Erzähl mal, egal, ob du dich stolz fühlst oder nicht.

Darf gern geteilt werden. 🙂

@JonasJRichter
Meines geht auch in eine ähnliche Richtung, wenngleich nicht ganz so studiert:
Nach etwa einem Jahr konnte ich vor Kurzem meine Besondere Lernleistung (quasi „Seminar-/Hausarbeit“, die ein mündliches Abiturprüfungsfach ersetzt) abschließen. Am Ende 33 Seiten ohne Anhang, zu einer Wappenabbildung aus einem Kampfbuch von 1459. Es ist immer noch ein wunderbares Gefühl das Ding gedruckt und gebunden in der Hand zu halten. 🥰
Die Arbeit war natürlich gerade am Ende super stressig, passenderweise war ich dann auch noch krank, was mir zumindest die Möglichkeit gegeben hat, den restlichen Schulkram ganz zu ignorieren. Aber es hat mir einige wertvolle Erfahrungen geliefert und zum Glück hatte ich auch einen tollen, externen Berater, der mir geholfen hat das Ganze auf einem Uni-nahen Niveau zu halten (hoffe ich jedenfalls).
(Und irgendwann kommt dazu sicherlich nochmal ein Post mit einer glücklichen Drachenschuppe… garantiert!)

@Drachenschuppe Respekt!
Kannst du zu dem Thema noch ein bisschen mehr sagen? Ging es darum, über das Wappen die Provenienz des Kampfbuchs zu erschließen?

Mit Kampf- und Fechtbüchern hab ich mich selbst nicht befasst, höchstens Kleinkram am Rande aufgeschnappt. Ich weiß, dass Eric Burkart in dem Bereich forscht.

@JonasJRichter
Gerne! :D
Das Kampfbuch war das Ms. Thott 290.2° von Hans Talhofer, also kein sehr unbekanntes Buch. Zentraler Punkt war eher, welche Aussage die Wappenabbildung an sich und ihre einzelnen Elementen über Talhofers Person zulassen. Das Wappen wurde zwar schon kurz beschrieben und erwähnt, war aber nie Zentrum einer Arbeit oder wurde überhaupt detaillierter (bspw. im Kontext einer Diss) besprochen. (Was durch Einleitung, Kontextualisierung, Schluss, etc. am Ende natürlich auch nur einen Teil der Arbeit ausgemacht hat)
Besonders interessant war in dem Kontext, dass Talhofer sich eindeutig eines adeligen Elements (in Form einer Laubkrone) bedient, das aber als gemeine Figur im Schild und nicht auf dem Helm nutzt - weshalb es mit keiner wirklichen Konvention oder Norm bricht. Und eben einen sehr bewussten, grenzwertigen Umgang mit eigener bürgerlicher und adeliger Sphäre zeigt.
(1/2)
@JonasJRichter
Aber ja, Eric ist auch einer der (wenn nicht gar der) führenden Experten in der Talhoferforschung. Ich hatte kurz überlegt, ihn um meine Betreuung zu bitten, mich dann aber gemeinsam mit meinem späteren Betreuer dagegen entschieden, da er damals durch diverse Forschungsprojekte und absehbar auch seine Habilitation sehr eingespannt war (und ist) und die Kommunikation nach Trier deutlich unentspannter gewesen wäre. So konnten wir uns persönlich im Café treffen, beziehungsweise sahen uns sowieso beim Training. 😄
(2/2)
(Angehangen mal die Wappenabbildung.^^)

@Drachenschuppe Herzlichen Dank für die Ausführungen! Echt interessant.

Wenn du noch Nerv hast: Was ist das für eine Stange mit Schnur auf dem Helm?

@JonasJRichter
Sehr gerne! Ist nicht so häufig, dass ich darüber reden kann. ;)
Das auf dem Helm ist einfach eine Stockpeitsche (die selbst nochmal auf einem Tatzenkreuz steht). Weshalb Talhofer gerade das als Helmzier gewählt hat, habe ich leider auch keinen richtigen Anhaltspunkt.

@Drachenschuppe Peitsche hab ich auch gedacht, aber als Symbol auf dem Helm hat mich der Gedanke erstmal nicht überzeugt. Danke, dann lag ich ja sowohl beim Raten als auch mit meiner Verwunderung richtig. 😁

Wenn du Bock hast, noch mehr Fun Facts oder Kuriositäten zu infodumpen, halte ich dich nicht ab. 😉