Anlässlich der existenziellen Krise der SPD wird ihr geraten, doch stärker die Interessen der Lohnabhängigen zu vertreten. Da mag ja etwas dran sein, aber es erklärt eben nicht, warum die Linkspartei nicht im selben Maß zulegt wie die SPD an Stimmen verliert. Hinzu kommt: Viele sehen ihre Interessen als Arbeitende vertreten, wenn es gegen vermeintliche Drückeberger und Einwanderung in die Sozialsysteme geht, gegen Geflüchtete und Menschen, die sich nicht auf dem Altar des BIP opfern wollen oder können. Dieser Hetze muss man gleichermaßen etwas entgegenzusetzen.

@ingo und doch erringen Sozialdemokraten, die so eine Politik glaubhaft vertreten regelmäßig Wahlerfolge.

Gegen die Hetze abgehen ist wichtig, ja. Aber 50 Jahre neoliberale Indoktrination lassen sich leider nicht so einfach wegwischen. Die 💩 ist tief in die Köpfe eingepflanzt worden.

@rhold Ich mache hier ja auch keinen Gegensatz auf und denke, dass es hier einen Zusammenhang gibt (der nicht so einfach zu begründen ist, wie wir in unsrem Buch zur "antifaschistischen Wirtschaftspolitik" ausführen), sprechen von Ressonanzboden (i.d.S., dass etwa die Individualisierung und verschärfte Konnkurenz rassistische Deutungsmuster verstärkt hörbar macht). Aber gegen die neoliberalen Deutungsmuster muss man eben mit solidarischem und antirassitichem Gepäck entgegentreten.