"Ich muss Menschen töten, mit denen ich kein Problem habe, außer dass sie unter einer anderen Staatsherrschaft leben, die andere politische Ziele verfolgt als die meinige. Das ist der Grund, warum ich im Krieg auf diese Menschen schießen müsste. Und dazu bin ich - wenn es denn eine Sache des Wollens wäre - nicht bereit."

Das fasst es stichhaltig zusammen.

Aus diesem Interview: https://www.ndr.de/kultur/buch/sachbuecher/gegen-die-kriegstuechtigkeit-ole-nymoen-im-gespraech,nymoen-100.html

#Wehrpflicht #Bundeswehr #Krieg #Schulstreik #OleNymoen #Militarisierung #Zeitenwende

Influencer und Podcaster Nymoen: "Ich würde nicht für Deutschland kämpfen"

Bereits im Frühjahr hat der 27-jährge Podcaster, Journalist und Autor Ole Nymoen mit seinem Buch "Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde" ein streitbares Plädoyer "Gegen die Kriegstüchtigkeit" (Untertitel) veröffentlicht. Im Gespräch begründet er seine Haltung.

ndr.de

@wolf

ich möchte auch keine Wehrpflicht, und niemand will für Fritze, Dobrindt etc in den Krieg.
aber wären Meinungsfreiheit, LGBTQ-rechte etc es nicht eingentlich wert, verteidigt zu werden ?

@virgil_tibbs ja so abstrakt und im friedlichen Alltag lebend, sagt sich das relativ leicht. Aber ist es am Ende nicht genau wie er in dem Interview sagt: Wenn Du ganz konkret und persönlich vor der Wahl stehst Dein eigenes und das Leben anderer ebenfalls zum Krieg gezwungener Menschen zu beenden für "die Meinungsfreiheit" als abstrakten Wert eines Staates, in den ich nur zufälltg hineingeboren wurde, dann würde ich wohl auch genau diese fundamentalpazifistische Haltung einnehmen.
@wolf
ja, es ist abstrakt. aber wie und wo willste diese Rechte verteidigen? ich möchte nicht ohne diese Rechte leben.

@virgil_tibbs sorum werden das viele und ich auch sofort zustimmen.

Aber wie schaut es bei der Umkehrung aus (und um die geht es hier):

Möchtest du, wenn es konkret wird dafür wirklich sterben und töten?

@wolf
ich möchte gar keine Sicherheit vorspielen in meiner Aussage.
Ich weiß es nicht. Natürlich würd ich mir in die Hosen scheißen. Aber es bleibt die FRage, ob es einen Punkt gibt, an dem man nicht mehr die Koffer packen kann und weiterziehen, weil es kein weiter mehr gibt. Wenn alle Demolartien gefallen sind, wohin gehste dann? Wann ist der Punkt, an dem man seine Freiheit verteidigt?
Ob das für Fritze sein muss? passe
@wolf
was hätten die Ukrainer machen sollen? 55 Millionen Flüchtlinge?
Ich habe keinen Schimmer, was ich gemacht hätte. Bin froh nicht in dieser Situation zu sein. Aber ich glaube, daß man Putin von so einer scheiße nur abhalten kann, wenn man Stärke zeigt.

@virgil_tibbs ich sehe das so ähnlich. Nur wie gesagt haben wir es leicht.

Hast Du das Interview ganz gehört?
Ich glaube er hat schon einen sehr guten Punkt, wenn er sagt, dass diese Geschichte von den tapferen Landesverteidigenden Ukrainischen Soldaten eben eine Geschichte ist, die man individuell sehr anders sehen wird. Nüchtern draufgeschaut wurden da, wie in jedem Krieg, Menschen gezwungen, Menschen umzubringen und sich selbst potentiell umbringen zu lassen. Das ist kein "freier" Wille zur Landesverteidigung. Eher eine Zwangslage ein Dilemna, in dem es sehr schwierig ist sich dagegen zu entscheiden.

@wolf
Ich würde niemandem einen vorwurf machen, vor einem.krieg zu flüchten. Aber es gibt immer viele, die das nicht können
@virgil_tibbs genau das ist der Punkt. Ich persönlich werde vermutlich in so einer NotsSituation versuchen, mich an anderen Stellen sinnvoll einzusetzten, mit hoher Sicherheit aber nicht beim destruktiven, per se menschenfeindlichen "Dienst an der Waffe".
@wolf
und wieder: unabhängig vom staatlichen Zwang -was blieb den Ukrainer denn übrig?
Mit Zivis kannste die Russen nicht aufhalten
@virgil_tibbs ich weiß, es ist wie gesagt ein nicht auflösbares Dilemma. Da muss jeder seine Entscheidung verantwortlich für sich treffen.