Europas wichtigste Konferenz fürs Radio hat begonnen. Die Radiodays Europe finden in diesem Jahr in Riga in Lettland statt. #rde26
🧵 Hier kommen meine Notizen von Tag eins der Konferenz.
1️⃣ Professionalisierung, Unternehmenskultur, Branchenmentalität, das "Erbe des Senders" und verschiedene Biases sorgen dafür, dass wir immer wieder Programme machen, die nicht strikt nach den Bedürfnissen unseres Publikums hergestellt sind. Das ist zwar mittlerweile auch eine Binse. Andererseits kann man das nicht oft genug aussprechen.
2️⃣ Despina Kritikou von ANTENNA AUDIO in Griechenland wirbt dafür, Musik im Radio anders zu planen: "Wir planen keine Musik - wir definieren, wie unser Publikum unsere Marke wahrnimmt." Datenbasiertes Arbeiten sei wichtig, berücksichtige aber einige Faktoren nicht, die das Publikum trotzdem wahrnehme. Dazu gehöre die Klangdichte eines Songs, seine emotionale Stimmung oder die Stimmfarbe - und all das in Zusammenspiel mit der Marke.
Weil sich einige dieser Kriterien nicht objektiv erfassen lassen, plädiert sie für mehr menschliche Einschätzungen in der Musikplanung. Sie sagt aber auch: "Der Instinkt sollte die Ausnahme sein, nicht die Regel. Wenn er zur Regel wird, handeln wir unberechenbar." Deshalb spricht sie sich für eine "zieleorientierte Musikplanung" aus, die zusätzliche Einschätzungen in die Datenbasis integriert - bewertet von erfahrenen Musikredakteur:innen.