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Du bekommst die Diagnose #Krebs und musst deine Arbeit aufgeben. Du rutschst ins Krankengeld.
Doch anstatt dich auf deine Therapien konzentrieren zu können und in den Pausen zwischen Chemo und Bestrahlung Kraft zu sammeln, passiert was anderes:
Es ist deine erste schwere Erkrankung.
Du kennst das System nicht – und das System hält seine Informationen zurück.

Du hangelst dich von Monat zu Monat, musst der Krankenkasse ständig aufs Neue beweisen, dass du noch immer krank bist.
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Ohne Atteste, kein Geld.
Der Staat erwartet von dir, dass du in deiner schwersten Zeit die Kraft aufbringst, aufwändige Anträge zu stellen.

Es ist so Paradox: Während dir auf der einen Seite die teure Chemotherapie bezahlt wird, fehlt dir auf der anderen das Geld für die nötige gesunde Ernährung.
Du versuchst, durch Foodsharing, Streuobstwiesen und Garten zu kompensieren.

Bist getrieben von Geldsorgen, während die Fixkosten stur weiterlaufen – so, als wäre alles wie immer.
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Niemand hat dir gesagt, dass dir ein Pflegegrad zusteht. Diese Information erhältst du erst viel später.
Du bist erschöpft, doch zum Durchatmen bleibt keine Zeit. Belege, Anträge, Beweise deiner Bedürftigkeit: Alles fühlt sich nach Demütigung an.

Anstatt deine Energie in die Bewältigung deiner Chemo zu stecken, verbraucht dein Körper nötige Ressourcen für die Bewältigung deiner Existenzangst.
„Hätte ich eine Million, könnte ich mich im Ausland behandeln lassen“, hast du gesagt.
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Die hattest du nicht.

Dein Ăśberlebenskampf musste auf zu vielen Ebenen gleichzeitig gefĂĽhrt werden. Die BĂĽrokratie und die Alltagssorgen haben einen groĂźen Teil deiner verbleibenden Zeit aufgefressen.
Du hast alles Mögliche verkauft, dich von Erinnerungen getrennt, die dir lieb und wertvoll waren.

Hätte ich diese Millionen gehabt, hättest du dich nicht von deinen Schätzen trennen müssen – und vielleicht wärst du jetzt noch hier.
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Alle, die glauben, dass #Armut nur „die anderen“ trifft: Es kann alle treffen. Ganz schnell.

Krankheit fragt nicht nach deinem Status, aber das System entscheidet, wie viel WĂĽrde dir im Kampf dagegen bleibt.

#Cancer #FuckCancer #Krebs #Krankheit
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@Shatrinja Ja, mein Bruder hatte zusätzlich noch Sorge wegen der Rente. Er hat anderen während der Chemo erzählt, dass sie umsonst ein Taxi bekommen können. Das wussten viele nicht. Als das Krankengeld auslief musste seine Ärztin ihn wegen etwas anderem krankschreiben. Weil auch mit Krebs darf man nicht zu lange krank sein! 🤮
@EbruKash @Shatrinja Die größte Angst vieler Deutscher: Es könnte sich ja jemand auf der „sozialen Hängematte“ ausruhen. Oder auf dem Sterbebett. Unser System ist zynisch und menschenverachtend, aber wehe, du sprichst es aus. Dass das *jeden* treffen kann, sehen oft viele nicht.
@realbloginista @EbruKash @Shatrinja Oh ja, der Neid, dass jemand etwas bekommen könnte, das er nicht hart erarbeitet hat.
Aber bei Ăśberreichen, Promis u.a. sind sie blind auf diesem Auge.
Deutsche sind Arschlöcher.
@Mercutio @realbloginista @EbruKash @Shatrinja Schweizer auch.

Wenn du z.B. eine Busse wegen ungĂĽltigen/fehlenden Ă–V Tickets nicht bezahlen kannst gibts Haft. Parlament hat letztens beschlossen dass dies so bleiben soll.
https://www.swissinfo.ch/ger/die-besten-inhalte-der-srg/gef%C3%A4ngnis-wegen-unbezahlter-bussen-ein-teures-system/91047229

Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 9030 Personen inhaftiert; 56% davon wegen Bussen oder Geldstrafen, die in Hafttage umgewandelt wurden. Das Phänomen hat sich in zwanzig Jahren verdoppelt.

Völlig bekloppt
Gefängnis wegen unbezahlter Bussen: ein teures System 

In der Schweiz hat sich die Zahl der Personen, die wegen unbezahlter Bussen in Haft geschickt werden, in weniger als zwanzig Jahren verdoppelt.

www.swissinfo.ch
@Shatrinja
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Ich hatte GlĂĽck, bin davongekommen.