Viele Kommunen betreiben einen #Mängelmelder. Nicht selten begegnen mir aber auch Leute, die, wenn sie ein Missstand umtreibt, sich an die für sie sichtbarsten Politiker*innen wenden: Typischerweise an MdB oder Bürgermeister*innen. Das ist in mehrerer Hinsicht interessant: Politiker*innen verfügen bis jetzt in aller Regel über keine nennenswerte digitale Infrastruktur, die über z.B. MS Outlook oder WhatsApp hinausgeht. 1/x
Völlig offen ist, wie eigentlich ihr Vorgangsmanagement aussieht, mit dem sie aufnehmen und nachhalten, was an sie herangetragen wird. Wer in Person von den herangetragenen Themen erfährt - ob bspw. Ortsgruppen oder passende Arbeitskreise ihrer Parteien -, ist vollkomen offen. Nicht nur haben sie also dort eine Gatekeeperfunktion, es dürfte in ihrem Informationsmanagement, das auf Butterbrotpapier und ihren Elefantengehirnen basiert (können sich gut Personen merken), einiges verloren gehen. 2/x
@herdsoft Mit #CiviCRM kann man außerordentlich gut kollaborative Anliegenverwaltung realisieren. Nach meiner Beobachtung verfügt über sowas bislang aber praktisch keine der #Parteien. Sich "an die Politik" zu wenden, versackt in aller Regel, indem man sich an eine politisch exponierte Person gewendet hat. Die kann nach Kräften den Kümmerer geben, was i.d.R. damit endet, dass sie a) korrekt an die zuständige Stelle der Verwaltung weitermeldet, ggf. b) deren Rückmeldung rückmeldet und dann .. 3/x
..c) "weiß", dass da "was gewesen ist". Das ist so in etwa die Flughöhe der "Informations- und Beteiligungsprozesse", auf deren Grundlage politische Vereine inhaltlich an der politischen Willensbildung mitwirken. Auf dieses Infrastruktur- und Informationsprozessthema bin ich neugierig, wenn ich mir Politik und Parteien anschaue. Und entsprechend belustigt betrachte ich informationell "Personalisierung", die "Blüte" politischer Kultur, als auf dem Niveau von Fellkleidung und Holzkeulen. 4/x
Plinubius 🇪🇺 (@[email protected])

#Parteien, #Parteimitgliedschaft neu definieren. Entscheidend ist weniger der vermeintliche Gesinnungsunterschied, sondern die Leistungsfähigkeit der zueinander in Konkurrenz stehenden Infrastruktur. Entscheidend, ob man nun Mitglied dieses oder jenes Vereins sein will, wird sein, für einen persönlich produktive Rollen in der Wertkette politischer Arbeit zu finden. Das wird auf die Qualität des politischen Outputs durchkoppeln. Es wird dann sachlicher, potentiell persönlicher und vertrauter. 1/x

chaos.social
Interessant am Konzept kommunaler #Mängelmelder ist im übrigen, dass hier der Gegensatz von Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik als wahlweise unpolitische Selbstverwaltung im Unterschied zu Konkurrenz/Konkordanzdemokratie und Selbstregierung sehr konkret wird. Siehe #BogumilHoltkamp2013, u.a. S.8ff, insbes. S.12. 6/x