Bin ziemlich geladen. Heute Mittag hat mich einer erst absichtlich mit dem Auto von der Straße gedrängt. Dann ein paar hundert Meter weiter nochmal überholt, mehrfach ausgebremst, sodass ich fast auf ihn aufgefahren wäre. Und dann ein Kilometer weiter stand er auf'm Fahrradweg und hat mich beschimpft und bedroht.
Was sein Problem war? Keine Ahnung.

Bin dann zur Polizei (zum ersten mal) und das war fast noch frustrierender...

Bei der Polizei angerufen, nein, ich muss zu einer Wache hingehen. Also im Internet gucken wo die nächste ist. Dort geklingelt. Ich soll draußen warten. Nach einer halben Stunde wurde ich eingelassen, dann noch mal gute Stunde warten in einem Vorzimmer.
Schließlich hat ein Polizist mir zugehört, dann eine halbe Stunde still vor sich hingetippt und einen sehr kurzen Text voller Fehler produziert, der nur so ungefähr wieder gab, was passiert ist.
Und: Als ich wartete, klingelte jemand draußen. Ein Polizist fragte durch die Sprechanlage und er murmelt in sehr gebrochenen Deutsch von "Tochter verloren". Der Polizist herrschte ihn durch die Sprechanlage an, dass noch zwei Leute vor ihm dran seien und dann sei die Öffnungszeit rum und er solle zu der Wache beim Saturn gehen. Der Arme Mann sah ziemlich hilflos aus, aber ich konnte durch die versperrte glastür auch nur mit den Schultern zucken.
Das mit dem Mann hat mich fast noch mehr mitgenommen als mein eigenes Erlebnis. Ich weiß ja nicht, was er genau wollte, vielleicht war es auch ein Missverständnis, aber ich hätte zumindest erwartet, wenn jemand was von "Tochter verloren" sagt, dass ein Polizist mal rauskommt und freundlich klärt, um was es eigentlich geht und ob es vielleicht ein Notfall ist, und den nicht einfach weg schickt, wenn der sich vielleicht in Nürnberg gar nicht auskennt.

Insgesamt hat mich gewaltig geärgert, dass bei der Polizei alles sehr ineffizient und unprofessionell ablief.

Ich hatte in Schottland mehrfach als Betroffener und Zeuge mit der Polizei zu tun und das war immer freundlich, kompetent und man konnte vieles telefonisch klären bzw. melden.
Es ginge also anders, wenn sich ein Innenminister mal wirklich kümmern wurde.

Das britische "Policing by Consent" als Grundprinzip hatte ich ja schon mehrfach erwähnt.

Nur zur Ergänzung, der Polizist war durchaus freundlich und der Strafantrag ist gestellt und alles.

Mir geht's nicht so sehr um mich, mir ist ja nichts passiert und ich bin ziemlich stabil und steck das weg. Aber mich ärgert es gewaltig, dass das ganze System einen so im Stich lässt, wenn ich das aus Schottland ganz anders erlebt habe.

Mir ist nichts passiert, aber jemand anderes mit schlechteren Reflexen läge jetzt wahrscheinlich im Krankenhaus.

@StephanMatthiesen Danke, dass du angezeigt hast. Und das auch noch persönlich bei denen.
@GegenAutogewalt Geht das auch anders als persönlich? Ich habe vorher angerufen und da wurde mir gesagt, dass ich persönlich zu einer Wache hingehen muss. Im Internet gibt es ein Kontaktformular, aber da steht explizit, dass das nicht für Anzeigen ist und bei dem Online-Meldepersonal kann man nur Fahrraddiebstelle melden.
Vielleicht ist das ein anderen Bundesländern anders. Polizei ist ja Ländersache.

@StephanMatthiesen Ja, per Brief direkt an die zuständige Staatsanwaltschaft mit der Aufforderung zur "Anzeige aller in Frage kommender Straftaten" mit detaillierter Beschreibung der Vorfälle und ggf. vorliegenden Beweismitteln.

Ist wesentlich weniger stressig als bei der Polizei und ohne Risiko, dass man blöd angeredet wird oder sogar versucht wird, einem selbst irgendeine Schuld zuzuschieben.

Die Polizei wird dann später mit der Zeugenbefragung beauftragt und lädt einen ggf. vor, um noch weitere Infos einzuholen.

(Dies ist keine Rechtsberatung, nur meine persönliche Erfahrung.)

@GegenAutogewalt

@advancingu @GegenAutogewalt danke. Dass das so auch geht, wusste ich nicht.
@StephanMatthiesen ich persönlich zeige lieber gleich bei der Staatsanwaltschaft an. Dann gibt es dort ein Aktenzeichen und die Polizei kann es nicht einfach einstellen.