@byggvir @SheDrivesMobility Ăh ja. So eine Antwort habe ich erwartet. Die kommt zuverlĂ€ssig von Leuten, die eine Menge Voraussetzungen unterschlagen; zB weil sich deren ĂŒberhaupt nicht bewusst sind.
Du zÀhlst auf:
- Klamotten wechseln
- ggf duschen
- naher Arbeitsplatz
Ist schon mal nicht so zuverlÀssig gegeben ausserhalb von StÀdten.
Ich fĂŒge hinzu:
- gesund und fit
- wenig Transportvolumen
- ausreichend Zeit (weil lÀngere Strecken und geringe Geschwindigkeit)
- keine Kinder oder unfitte Menschen zu transportieren
- nicht nur Arbeitsplatz sondern auch Einkauf, Ărztys etc in Reichweite
- Fahrradwege vorhanden und benutzbar(1)
Auch das ist im lÀndlichen Raum hÀufig nicht gegeben. Ich lade dich ein, dir das hier mal anzusehen. Landkreise OHZ und CUX.
Deine 6-9km liegen weit unter den typischen Strecken auf dem Land. Das habe ich ja beschrieben: Durchschnitt 15-18km Pendelstrecke eine Richtung, 27km âFreizeitfahrtenâ aka gesellschaftliche Teilhabe, einkaufen, Dinge erledigen, Hobbies, Freundys, usw.
Ich wohne 15km von der Bremer Landesgrenze. Das nĂ€chste Dorf ist schon weiter als 6km. Die Kleinstadt 10km, der nĂ€chste Supermarkt auch. Der nĂ€chste Bahnhof (stĂŒndliche Verbindung nach Bremen), die nĂ€chste Autovermietung und das nĂ€chste Carsharing jeweils 16km.
In den letzten Monaten habe ich meine Mutter bei ihr zuhause (Bremen) betreut: 15km eine Strecke. Dann mehrere Wochen tÀglich im Krankenhaus: 17km eine Strecke. Jetzt ist sie im Pflegeheim: 13 km eine Strecke.
Der ĂPNV, der von Bremer Seite an der Landesgrenze quasi abbricht, wurde hier letztes Jahr ausgebaut: Statt 3mal tĂ€glich zu Schulzeiten haben wir nun tagsĂŒber stĂŒndliche Verbindungen, aber in die Kleinstadt dauert es trotzdem 45 Minuten (1x umsteigen) und nach 20 Uhr komme ich hier nicht mehr raus.
Heisst: Wenn ich nach Bremen will oder mehr als ein oder zwei Ziele pro Tag anfahren muss, kriege ich das mit dem Rad schon zeitlich nicht gebacken.
Dabei bin ich noch ziemlich beweglich und fahre die Strecken bis 12 oder 15km mit dem Ebike, wenn die Zeit und der Zweck es hergibt. Ich bin ja auch noch berufstÀtig.
Ich stimme jederzeit zu, dass die Rad- und ĂPNV-Infrastruktur auf dem Land fast ĂŒberall grottig ist. Ich stimme auch jederzeit zu, dass zu viele DorflĂ€den etc dichtgemacht, die LĂ€den, Praxen, Apotheken und andere Angebote in KleinstĂ€dten dichtmachen und die Einkaufsmöglichkeiten hauptsĂ€chlich auto-orientiert sind.
Das trĂ€gt zur Autolastigkeit bei und ich wĂŒnsche mir das auch anders. Aktuell mĂŒssen wir hier aber mit dem Ist-Zustand klarkommen.
Aber so ein - sorry - ĂŒberprivilegierter Mist von wegen "du musst nur die richtige Kleidung anziehenâ ist einfach nicht hinreichend fĂŒr eben diese LebensrealitĂ€ten vieler Menschen im lĂ€ndlichen Raum.
ââ
(1) An vielen Landstrassen kein Fahrradweg oder ĂŒbersĂ€t mit Schlaglöchern, GestrĂŒpp oder aufgebrochen von Baumwurzeln. Teilweise nur Schotterwege. Viele Strassen sind schmal; eine Autobreite und geschotterte Seitenstreifen zum Ausweichen.
Stan