Neulich bin ich hier als "Wissenschaftsleugner" bezeichnet worden, weil ich nicht an die "Wirksamkeit der Homöopathie glaube", obwohl das "wissenschaftlich bewiesen" ist.
Ganz interessante Angelegenheit, weil hier tatsächlich Befürworter und Kritiker "die Wissenschaft" auf ihrer Seite sehen.
Wie erkläre ich Unbeteiligten, woran sie die Validität von Homöopathie-Studien erkennen können?
Wobei ich selbst da eine ziemlich radikale Position habe und behaupte, dass es keine validen Homöopathie-Studien geben kann, weil schon die Fragestellung komplett unsinnig ist.
Wer sich ernsthaft damit beschäftigt, ob verdünntes Wasser gegen spezifische Krankheiten hilft, hat versäumt, sich eine sinnvolle Aufgabe zu suchen.
Aber damit überzeuge ich natürlich niemanden.

Die Diskussion ging noch eine Weile weiter. Er hat mir dann vorgeworfen, einem irrationalen Glaubenssystem anzuhängen. Schließlich wissen alle vernünftigen Menschen, dass Homöopathie wirkt und ich solle meine abwegige Minderheitenmeinung langsam mal überdenken.

Ich fand die Argumentation tatsächlich ganz spannend. Mal etwas Abwechslung zu "Du bist von der Farmermafia bezahlt !!1!".

@skeptator

Ich kenne mich überhaupt nicht aus damit und frage mich immer mal ob TCM, Akupunktur ebenso zur Homöopathie gehört oder das eigenständig betrachtet wird.

@Mike_G_Hyrm Das wird eigenständig betrachtet und hat eine ganz eigene Entstehungsgeschichte.
@skeptator aha, danke für die Klarstellung. Interessant und gibt es da Studien, die eine Wirksamkeit belegen? Viele schwören ja auf Akupunktur.
@Mike_G_Hyrm Studien laufen auf den Placeboeffekt hinaus. Es macht keinen Unterschied, wohin man die Nadeln steckt.
@skeptator @Mike_G_Hyrm Hmm, die Wirkung einer Nadel, die in den Allerwertesten plaziert wird, geht erfahrungsweise deutlich über einen Plazeboeffekt hinaus 
@webjo @skeptator @Mike_G_Hyrm Zum Abnehmen helfen Nadeln besonders effektiv wenn man sie ins Essen gibt.
@webjo Die Nadel ist das Ritual. Sie hat ja keine medizinische Wirkung.
Eine Tablette schlucken ist auch ein Ritual mit einer Wirkung, selbst wenn die Tablette keine medizinisch wirksamen Substanzen enthält.
@skeptator @Mike_G_Hyrm Darüber hinaus gibt es ja so weit ich mich erinnere für Vergleichsstudien segmentierte Placebo-Nadeln (wie gute alte UKW-Teleskopantennen) die nur an der Haut kleben aber gar nicht eingestochen werden.
Natürlich kann man sich wissenschaftlich mit Homöopathie beschäftigen. Zum Beispiel in der Kriminologie.
@skeptator Wissenschaft ist eine Meinung, die muss jeder sagen dürfen! (Reinald Grebe)
@skeptator
an der Aussage zur Wirksamkeit von H.😆

@skeptator Doppelverblindung und vernünftige Definition und Messung von Endpunkten (also z.B. Laborwerte oder Symptome). Weder Behandler noch Patient wissen ob sie ein Placebo oder ein "richtiges" Medikament bekommen. Und es muss klar sein, wann genau das Zeug als wirksam gilt.

Wenn Homöopathie wirkt, müsste so eine Studie etwas jenseits des Placebo-Effekts bewirken.

Ich meine, Natalie Grams hatte in ihrem ersten Buch davon geschrieben.

@spinni81 Ja, hat sie. Man kommt allerdings nicht daran vorbei, sich damit tiefgehend zu beschäftigen. Das so nebenbei jemandem beim Kaffee erklären ist schwierig.
@skeptator

Es wird niemals relevante Studien dazu geben, denn die müssten ja unter den notwendigen ethischen Rahmenbedingungen stattfinden.

Aber wenn man jemanden, der wirklich krank ist, mit Wasser und Zucker behandelt, dann ist das natürlich grob Fahrlässig, wird also kein Institut machen.

Ein bisschen Wissen dazu gibt es aber schon, denn die Doppelblindstudien werden ja mit Tabletten ohne Inhaltsstoffen gemacht und dabei kann man durchaus nachweisen, dass die Farbe der Pillen durchaus einen Einfluss auf den Plazeboeffekt haben.

Die Klamotten der Menschen, die die Medikamente überreichen übrigens auch.

@skeptator

https://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie
Beschreibt es mMn recht gut.
Der Placebo-effekt ist bekannt und hilft auch wirklich.
Das ist dann schon aber auch Alles, was es mit Wissenschaft zu tun hat.

Ich glaube an den Placebo-effekt und "alternative" Medizin, die da oft mit rein genommen wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie

Dachte, dass das zusammen gehoert.

Homöopathie – Wikipedia

@cmister26 Der Unterschied: An den Placeboeffek muss man nicht glauben. An "alternative" Medizin schon.

“You know what they call alternative medicine that's been proved to work? - Medicine.” Tim Minchin

@skeptator

Gut, er funkt auch, wenn man nicht dran glaubt, aber es ist nachgewiesen, dass er besser funktioniert, je mehr man daran glaubt.

Auch bei alternativer Medizin gibt es wissenschaftlich nachgewiesene Effekte, die ueber den Placebo-Effekt hinaus gehen.
Haengt immer von der Definition ab.

Oft wird "Hexenwissen", also handfest nachweissbare Wirkungen von natuerlichen Stoffen auch darunter eingeordnet.

Wer das nicht glaubt, der sollte sich einen Tee vom blauen Fingerhut machen.