📣 Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen (#IYWF2026) erklärt.

Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit fehlen in der Landwirtschaft weitgehend. Doch Frauen spielen auch in diesem Bereich eine zentrale Rolle. Trotz ihres immensen Beitrags bleibt die Leistung von Frauen oft unsichtbar und rechtlich ungleich anerkannt.

🧵

Foto: Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.

Die Erklärung zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 fordert Maßnahmen
🥦 zur Förderung von Frauen als Eigentümerinnen und Betriebsleiterinnen,
🥦 zur sozialen Absicherung,
🥦 zur Anerkennung und gerechten Verteilung von Care-Arbeit,
🥦 zur Lohngerechtigkeit,
🥦 zu sicheren Arbeitsbedingungen,
🥦 zur politischen Teilhabe,
🥦 zu geschlechtergerechter Bildung und Forschung sowie
🥦 zur Sicherstellung der Daseinsfürsorge in ländlichen Räumen.

Foto: Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

⬇️

In der Solidarischen Landwirtschaft (#Solawi) spielen diese Themen eine besondere Rolle, da sie auf Kooperation und Gemeinschaft basiert.

Solawis können als Modell dienen, um die geforderten Maßnahmen umzusetzen. Durch die direkte Zusammenarbeit zwischen Erzeugenden und Verbrauchenden können Frauen in der Landwirtschaft gestärkt werden. Solawis können beispielsweise sicherstellen, dass Frauen gleichberechtigt an Entscheidungsprozessen beteiligt sind, dass ihre Care-Arbeit anerkannt und gerecht verteilt wird, und dass sie faire Löhne erhalten. Zudem können Solawis dazu beitragen, die politische Teilhabe von Frauen zu stärken, indem sie Plattformen für den Austausch und die Mitgestaltung bieten.

Foto: Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

⬇️

@solawi in einer solawi dürfen sich dann Frauen zusätzlich zur eigenen Care- Arbeit auch noch für eine Landwirtschaft engagieren, damit landwirtschaftliche Betriebe besser überleben. Dazu wird einfach der Zwischen- und Enzelhandel ausgeschaltet und Kühlschränke bei privat untergestellt. Das ist keine vorbildliche Strategie, sondern einerseits klassischer Kapitalismus, der die Kosten zu minimieren versucht. Und am Ende brauchst du die gleiche Arbeitskraft, nur dass diese dann unbezahlt ist.

Hallo @kielkontrovers,
grundätzlich hast du Recht: Frauen engagieren sich in allen Bereichen zusätzlich zur Care-Arbeit, da ist Solawi keine Ausnahme. Wenn Männer die Care-Arbeit mit übernehmen, werden Frauen entlastet. Das gilt in der Landwirtschaft genauso, wie in allen anderen Bereichen.

Forschungsergebnisse und der individuelle Austausch mit Solawista (Menschen, die sich in Solawis engagieren) zeigen zudem, dass sich Solawis von anderen Landwirtschaftlichen Betrieben unterscheiden. Solawis bezahlen ihre Gärtner:innen z.B. überdurchschnittlich gut.

Auch ist das Ziel nicht, Handel "auszuschalten", sondern sich vom Markt komplett zu entkoppeln und das macht u.a. auch möglich, bessere Löhne zahlen zu können.

Mehr zum #Solawi-Konzept
gibt es hier: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/ueber-solawi/was-ist-solidarische-landwirtschaft/?mtm_campaign=fedi

Was ist Solidarische Landwirtschaft? :: Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.

@solawi Naja, es ist ja eine Form der Direktvermarktung. Ich kann die Motivation verstehen. Aber es geht halt darum Kosten zu minimieren, oder den größeren Batzen des Endverkaufspreises selber zu holen. Daher Zwischen- und Einzelhandel ausschalten.

@kielkontrovers

Solawi ist in allererster Linie der Versuch, sich vom Markt unabhängig zu machen. Das ist natürlich nicht einfach, weil die ganze Gesellschaft kapitalistisch funktioniert und der Spielraum begrenzt ist.

Der Versuch, den Spielraum zu erweitern ist, dass Verbraucher:innen ein Jahr lang den Betrieb finanzieren. Die Produkte werden nicht verkauft sondern unter den Mitgliedern aufgeteilt. Der Solawi-Betrieb legt seine Finanzen offen und die Verbraucher:innen können mitentscheiden, wie der Betrieb wirtschaften soll. Z.B. ohne Pestizide und mit wenig Maschineneinsatz. Die einzelnen Mitglieder können so viel oder wenig beitragen wie sie können, solange das Budget gedeckt ist.

Kapitalistisch betrachtet ist es eine Form der Direktvermarktung. Aber darum geht es nicht.

@solawi

@irom @solawi Ja, es sind halt auch anthroposophische Konzepte. Aber primär lassen sich Betriebe darauf ein, um ihre Höfe zu retten. Dazu schalten sie eben den Zwischenhandel aus, um Bioläden preislich ausstechen zu können. Ziel ist, dass die Menschen weniger direkt im Bioladen um die Ecke kaufen, sondern direkt im entfernten Hof. Und dann in einer Abholstation privat ihren Anteil zu holen, wo Leute nicht bezahlt werden, sondern als Mitglieder ehrenamtlich umsonst. Das kann kein Bioladen.
@irom @solawi ... weil sie ja die Miete und die Löhne zahlen müssen.

@kielkontrovers Für mich gibt's keinen Zusammenhang zwischen Anthroposophie und dem, was ich da geschrieben habe.

Wenn ich dich richtig verstehe schreibst du, dass Solawis hauptsächlich in dieser Form existieren, um Bioläden preislich ausstechen zu können. Ich habe in dem Toot vorher ganz andere Gründe behauptet. Was hältst du von denen? Für mich ist Solawi Welt retten, nicht Konkurrenz sondern explizit Zusammenarbeit – *Solidarisches* Wirtschaften! Aber ich verstehe wie du drauf kommst, wenn du Solawi als Konkurrenz zu deinem Bioladen empfunden hast. Hattest du mal mit denen geredet? Konkurrenz untereinander ist auch ein Thema bei Solawis und die offizielle Ansage ist, dass man dann miteinander spricht und kooperiert. Es gibt tatsächlich auch Kooperationen von Solawis.

@solawi