Mein Mann und ich haben gerade unseren Favoriten unter den pädagogisch wertvollen Lieblingssätzen unserer Mütter gekürt:
"Wenn dein Vater nach Hause kommt, kannst du dich auf was gefasst machen!"

So ungemein wichtig für eine harmonische, angstfreie Vater-Kind-Beziehung...

#Kinder #Erziehung

@LeilahLilienruh
Och. Meine Mutter hatte keine Hemmungen selbst zuzuschlagen.
@villon Meine Mutter war eine "Dame". Sie machte sich an mir nicht "die Hände schmutzig". Zum Schlagen hätte man das Kind ja berühren müssen, was meine Mutter grundsätzlich nach meinem ersten Lebensjahr niemals mehr tat.
Zum Brüllen und Schlagen hatte sie "den Herrn im Haus". Und der hat das nicht ungern erledigt. Er hatte ja sonst wenig Spaß.
@LeilahLilienruh Das tut mir sehr leid für dich. Wobei ich mir vorstellen kann und in diesem Fall auch weiß, dass die Schläge leichter zu ertragen waren, als die Lieblosigkeit der Mutter. War jedenfalls bei mir so.
Der Hass gegen die Täterinnen und Täter möge irgendwann mal nachlassen, damit ich nicht in Verbitterung sieche.

@villon Ja, das "Ghosting" war vernichtend. Wenn ein Therapeut später fragte, sagte ich immer: "Mein Vater hat nur geschlagen. Meine Mutter hat mich richtig verletzt."
Das "Wie Luft behandeln" ging manchmal über Wochen. Und ich lief ihr hinterher wie ein kleiner Hund, auch wenn ich gar nichts falsch gemacht hatte. So dressiert man Menschen.

Und ja: Man muss arg aufpassen, nicht daran zu verbittern.

@LeilahLilienruh
Und dieses Verhalten unreflektiert zu kopieren. Ist echt ein ganz beschissener Ansatz.
@villon @LeilahLilienruh Also Lieblosigkeit und Prügel schließen einander keineswegs aus. Glaube ich zu wissen ...
@LeilahLilienruh
Welch eine Verachtung musst du gespürt haben. So viel Trauer.

@villon Damals habe ich keine Verachtung gespürt. Ich glaubte immer, ICH sei schuld, weil ich ein ganz schrecklicher Mensch wäre. Sie sagte auch gern rückblickend: "Du warst ein wirklich schlimmes Kind! Deshalb bist Du Einzelkind geblieben. Noch so eins wäre zuviel gewesen."

Ich war das herzallerliebste Kind der Welt. Keine Frechheiten, keine Lügen, supergute Manieren in jeder Lebenslage und stets adrett, Klassenbeste, höflich...

@LeilahLilienruh
Ich hab's wortwörtlich rausgehauen. Schuld war ich "natürlich" auch. Und wenn ich nicht schuld war, hat es mir eine tiefe Befriedigung gegeben, so zu tun, als wenn ich schuld wäre, nur um für mich zu beweisen, wie vorurteilsbeladen und vorschnell die anderen waren. Was ein krankes System.

@LeilahLilienruh @villon

Ich kann gar nicht sagen, wie schlimm ich das finde.

@buboxa @LeilahLilienruh
Ist im Nachhinein nicht zu ändern. Das einzige was zu verhindern ist und muss, dass sich so etwas wiederholt. Durch Ursachenforschung, die sich nicht von irgendwelchen Klischees täuschen lässt und aufzeigt und aufarbeitet, wie es zu so etwas kommen kann.
Ich hänge da mal den Tag dran.
Wäre es in deinem Sinne Leilah, wenn ich dies sogar zum Anlass für eine Umfrage nehme, ob die Anwesenden als Kind geschlagen oder psychisch gequält wurden?

#Kinderrechte

@villon @buboxa Wäre ich sogar sehr einverstanden mit.
Wir haben mal in einem Soziologie-Seminar an der Uni (ca. 27 Teilnehmer*innen) rumgefragt, wessen Eltern seines/ihres Wissens ihretwegen (also wegen Schwangerschaft) "heiraten mussten" u. dies an ihnen ausgelassen haben. Zwei Kommiliton*innen mochten nicht teilnehmen.
Vom Rest haben 23 die Hand gehoben...
Warum die Kindheiten der 1960er bis 1980er Jahre in den Medien immer gern so pauschal glorifiziert werden, ist mir schleierhaft.
@LeilahLilienruh @villon
Buh, das ist unterste Schublade.
@cojajo @villon Eine Schublade, die in bürgerlichen Kreisen mindestens genauso oft geöffnet wurde wie bei den von ihnen so verachteten "Asos".
Wenn die Generationen VOR den Millennials mal offen sprechen würden, was sie als Kinder erlebt haben, statt alles schönzureden, dann würde man vieles besser verstehen...
@LeilahLilienruh @villon
Erst ab den siebzigern wurde über Kindererziehung offiziell „nachgedacht“. Vorher waren sie da, hatten jedoch still zu sein. Das war halt so, damals, hat ja auch keinem geschadet (sagt man).