Wie gerecht ist die neue erhöhte Pendlerpauschale?
Wie gerecht ist die neue erhöhte Pendlerpauschale?
Für den Weg zur Arbeit nicht das Auto, sondern den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, kommt für die Mutter nicht in Frage: “Der ÖPNV bei uns auf dem Land ist ein Witz”, sagt sie
Ah, da isser wieder, der schlechte ÖPNV auf dem Land. Die Dame wird dann aber auch schön immer progressive Parteien bei der Kommunalwahl wählen, die das Thema mal angehen, hm?
Der größte Witz ist ja, wie das verkauft wurde als die große Entlastung von bspw. Fahrradfahrern, aber bei den Distanzen die man mit dem Rad pendelt, kommt man halt niemals über den AN-Pauschbetrag. Also wunderbar kaschierte Autoförderung.
Doppeljokus: das untere Einkommensdrittel der Haushalte zahlt praktisch kaum Einkommensteuer. Die muss man aber zahlen, un dann durch Steuerrückerstattungen überhaupt etwas zurückzubekommen.
Ist die Erhöhung also gerecht? Sie hilft
(gut, beim letzten Punkt spricht nur mein Zynismus)
Ich folgere: sie ist nicht gerecht.
Jahaa, haben wir gehört. Aber zu Fuß, zu Fahrrad fährt man meistens nicht genug Kilometer, um über den Pauschbetrag zu kommen. Es ist also für die überwiegende Mehrheit der Fuß- und Fahrradpendler ega-hal.
Das ist ja die geniale Verschleierung der Autoförderung. Weil immer wer kommt und erzählt “Das geht ja mit jedem Verkehrsmittel und gilt jetzt ab dem 1. Kilometer”.
Dann findet man bestimmt als Showcase noch den einen Fahrradfahrer im Land, bei dem es einen Unterschied macht, weil er sonst noch absurd hohe Werbungskosten hat, und fertig ist das Märchen.
ES - NUTZT - NUR - DEN - AUTOFAHRERN. Und ab jetzt sogar ab dem 1 Kilometer. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die CDU hier plötzlich was für andere Verkehrsmittel tun würde?
Den öffentlichen Nahverkehr dagegen nutzten bundesweit nur 16 Prozent, das Fahrrad sogar nur zehn Prozent der Erwerbstätigen.
Da sind Städte mit eingeschlossen wo du solche Strecken im Leben nicht zurücklegst. Denke ich lehne mich nichtmal zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass von den 16% die meisten in Städten leben.
Du bist die Ausnahme.
Ah, da isser wieder, der schlechte ÖPNV auf dem Land.
Was ich auch nicht verstehe, dass sich Leute da immer als Opfer der Umstände darstellen.
Ich meine, wenn ich fünf Kinder habe, dann war es meine Entscheidung, fünf Kinder zu haben.
Wenn ich auf dem Land lebe und 50 Kilometer zur Arbeit fahren muss, dann war es meine Entscheidung, das so einzurichten.
Diejenigen sollen dann auch die Folgen ihrer Entscheidungen tragen.
Natürlich gibt es unterpriveligierte Menschen, die Unterstützung verdient haben. Aber wenn’s um Steuern geht, meint jeder, dass er zu hoch besteuert wird, weil er zur armen leidenden Mittelschicht gehört, und wenn es ums Auto geht, sind auf einmal alle Gelegenheitsarbeiter, die mit Ach und Krach ihren 50 Jahre alten Opel Kadett finanziert bekommen, um ihre vielköpfige Familie zu ernähren. Da passt was nicht zusammen.
Und abgesehen davon nervt mich dieses Opfergehabe an. Wir sind ein freies Land, keine kommunistische Dikatatur. Der Preis der Freiheit ist die eigene Verantwortung. Man kann ja wohl erwarten, dass sich erwachsene Menschen auch wie Erwachsene benehmen.