Wer schießen soll, muss auch wählen können.

Aufgrund der aktuellen Ereignisse sahen wir das Bedürfnis, uns auch zu dem Thema zu äußern - und zwar aus einer anti-autoritären Perspektive. Es geht nicht um das Opfern für den Kampf der "imperialistischen Weltmächte", sondern fängt direkt vor Ort an, wo gespart wird an der Jugend und Menschen als Kriegsmittel eingesetzt werden sollen.

#wehrpflicht

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Seit dem 01. Januar 2026 gibt es eine neue Regelung für den Wehrdienst. Dieser beruht auf Freiwilligkeit, sodass alle nach 2008 Geborenen an einer Wehrerfassung teilnehmen müssen, also Fragebogen und medizinische Musterung, aber nicht dazu verpflichtet werden. Die Bundeswehr will so versuchen, ihre Reihen - zunächst ohne Pflicht - aufzustocken.

Nun ist das aber auch ein Vorentscheid, wer im Ernstfall direkt ansprechbar ist, da man seine Daten abgibt. Quasi eine Pflicht durch die Hintertür.

Wie auch immer, ist eine Verpflichtung im Ernstfall nicht tragbar. Die Frage, wieso man sich für eine Regierung opfern sollte, die man nicht mal selbst gewählt hat, ist doch sehr fragwürdig. Die Entscheidung liegt bei älteren Menschen, die sich über die Freiheit der jungen Menschen hinwegsetzen können.

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Ein Zwang hilft hier jedoch nicht viel, denn Zwang bringt keine Motivation sich für andere Menschen stark zu machen, geschweige denn für ein Land zu kämpfen. Viel mehr sollten bspw. Freiwilligendienste attraktiver gemacht werden und so alternative Hilfen, die unsere Gesellschaft tatsächlich unterstützen, geschaffen werden, statt eines Zwangs zum Dienst an der Waffe.

Es ist außerdem fragwürdig, da die Regierung nicht die jungen Menschen fragt, sondern sich einfach über sie hinwegsetzt. Eine verpflichtende Musterung ab 55 würde es so vermutlich nicht geben, weil man ja dann selbst mitmachen müsste ;).

Zu beachten ist dennoch die Bedrohung, die durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ausgeht. Es ist und bleibt eine angespannte Weltlage, die nicht zu leugnen ist und unfassbar komplex.

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Die zentrale Frage bleibt aber: Warum junge Menschen, denen in den letzten Jahren nichts gegeben wurde, die eine Pandemie hinter sich haben, an deren Bildung und Entwicklung gespart wird und deren Welt aktiv von den zum Teil in den Parlamenten sitzenden Parteien zerstört wird, sich für genau diese Menschen freiwillig(!) opfern sollten? Einmal mehr zeigen uns CDU und SPD, wie wenig ihnen junge Leute und die Zukunft wert sind.

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@piranhas definiere „nichts gegeben“ und „freiwillig opfern“ 🤨
Was mich persönlich betrifft: Wenn in meinem Land fremde Soldaten plündern, morden und die Frauen meiner Familie vergewaltigen, bin ich sehr gern bereit, Wehrdienst zu schieben.