"Eine Vorgabe aber gibt es trotzdem für Öl- und Gasheizungen. "Voraussetzung ist, dass diese ab 1.1.2029 einen zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe nutzen", so die Koalition. Bei der sogenannten "Bio-Treppe" soll zunächst eine Mindestquote von zehn Prozent gelten. Sie soll dann schrittweise ansteigen. Der genaue Pfad muss noch festgelegt werden. Damit ist nicht klar, welche Kosten am Ende beim Hausbesitzer, Mieter oder Investor verbleiben.
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Ein Gesetz der Ökonomie sagt, dass knappe Güter teuer sind. "Wasserstoff und synthetisches Methan sind auf absehbare Zeit knapp und müssen effizient eingesetzt werden. Daher haben sie im Heizungskeller in der Regel nichts verloren und drohen für Haushalte zur Kostenfalle zu werden", sagte Malte Küper vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln der Nachrichtenagentur dpa.
Zwar ist noch vieles offen, aber es könnten Mehrkosten drohen. Denn Gas und Öl mit Bioanteil sind teurer. Nach Angaben der Fraktionen verursacht Biogas für ein Einfamilienhaus mit durchschnittlichem Jahresverbrauch von 23.000 Kilowattstunden aktuell Mehrkosten von bis zu 16 Euro im Monat. Bioöl sei bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.000 Litern pro Monat 23 Euro teurer. Auch die Grünen warnen davor, dass geeignete Gase auf absehbare Zeit knapp und damit teuer bleiben.
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Klar ist, das auch Mieter und Mieterinnen betroffen sind, auf die Heizkosten bekanntlich umgelegt werden. Zwar sagen Union und SPD, Mieter, die nicht selbst über ihre Heizung entscheiden könnten, sollten "vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen" geschützt werden. Aber Details müssen noch ausgehandelt werden.
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Die Politik verweist auch auf eine EU-Richtlinie, nach der ab 2030 strenge Klimaschutz-Vorgaben für alle Neubauten gelten. "Die Wärmeversorgung muss dann vollständig aus erneuerbaren oder CO2-armen Quellen stammen. Das bedeutet in der Praxis, dass Bauherren die Wahl zwischen einer Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse haben", heißt es in einem Papier der Fraktionen. Die von Union und SPD jetzt ausgehandelte Wahlfreiheit könnte damit womöglich nur für wenige Jahre greifen."
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/faq-heizungsgesetz-100.html