Ich habe die Tage ein kleines #Interview zu #Antifa und linken/anarchistischen Strategien in der ostdeutschen #Provinz gemacht. Mein Gesprächspartner ist in einem sächsischen Provinzkaff aufgewachsen - er weiß also, wovon er redet. Ich würde mich freuen, wenn dieses Interview kontroverse aber lösungsorientierte Diskussionen nach sich ziehen würde (aber das ist vielleicht auch zuviel gehofft). Naja. Jedenfalls wünsche ich produktives Lesen!
https://geigerzaehler.info/2026/02/23/grosstadt-provinz-und-die-ineffektivitat-antifaschistischer-strategien/
#ostdeutsch #sachsen #basc
Großstadt, Provinz und die (In)Effektivität antifaschistischer Strategien – Paul Geigerzähler

@geigerzaehler Einige sehr wichtige Punkte! Ich frag mich nur ob das mit dem "die radikale linke biete keine Lösung" wirklich stimmt, oder das zu sagen nicht Teil des Problems ist, weil viele selbst nicht sehen, das in selbstorganisierten Projekten (Mietshäusersyndikat, SoLaWi, Küfas, autonome Zentren, Wagenplätze, freie Radios, die Zapatistas, rote Hilfe & EA-Gruppen, die FAU, etc. etc.) diese eigentlich klar ausgedrückt wird - nur selten wird es auch so formuliert.

@yoshi @geigerzaehler also so gut ich alle diese Projekte finde - die sind alle nur begrenzt anschlussfähig einfach weil überall die materiellen Kapazitäten begrenzt sind. Am Ende wenn es eins in ein solches Projekt schafft führt dass dann meist nur zu einer Abkoppelung von denen außerhalb.

Ich seh da nur sehr begrenzt Raum für Wachstum außerhalb des Milieus welches Zugang zu diesen Projekten hat.

@missqarnstein @yoshi
Das stimmt! So schön Subkultur auf ner kulturellen Ebene ist, so begrenzt sind ist ihre Wirkung auf die Gesamtgesellschaft. Aber die Subkultur war in sich Käffern das Einige an (historischer) Jugendkultur, die der "National befreiten Zone" ihre Existenz entgegengestellt hat. Das ist ne Menge.

@missqarnstein @yoshi

Wir müssten uns aber trotzdem etwas Besseres einfallen lassen. Im Neoliberalismus hat die Subkultur ihre Sprengkraft verloren und ist nur noch ein Farbtupfer im marktkonformen Allerlei. Aber was?

@geigerzaehler @yoshi ich fürchte es geht nicht anders als einen neuen Marsch durch die Institutionen.

Sich organisieren und den Leuten die sich organisieren einen solidarischen menschlichen Rückhalt zu verschaffen. Es muss menschliche Grundbedürfnisse abdecken damit es eine tragfähige Struktur schaffen kann. Keine Ahnung wie man das institutionalisieren könnte und ob ne Partei da dass richtige Instrument sein kann.

Regelmäßige Veranstaltungen abhalten die Verbündete anziehen könnten und aktiv versuchen Menschen einzubinden. Seine eigenen privaten Freundschaften strategisch wählen und offen sein für unerwartete Menschen.

@geigerzaehler @yoshi Vertrauenswürdige Menschen pushen und Narzissten, Karriereleute und Selbstdarsteller in weniger einflussreiche Orte abgleisen... Idk?

@missqarnstein @geigerzaehler @yoshi

ich denke, ~wir müssen~ Strategien entwickeln, die sich nicht in Subkultur erschöpfen. wo das nicht anders geht: besser als nix.

aber ich sehe zu wenige Linke, welche sich offensiv als Teil der Gesellschaft begreifen. dazu gehört sowohl, sich selbst in die Lage zu versetzen Leute abzuholen, die denken unpolitisch zu sein als auch, offensiv dafür zu streiten die Teile der Institutionen zu bekommen die ~uns~ zustehen.

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@missqarnstein @geigerzaehler @yoshi

dabei denke ich, dass wenn Leute individuell sich in Institutionen begeben, die Gefahr gross ist, dass sie selbst durch die Institution aufgefressen werden (da ist ein ungelöster Widerspruch)