@Parabel @ErikUden @HoSnoopy Sagen wir mal so, unser Pfarrer in Tel Aviv (Rev. Sadlovsky, ein konvertierter Jude, nun bekenntnistreuer Lutheraner) hat im einem Interview mal gesagt: Als er das Evangelium erkannte, wurde ihm bewusst, dass nicht alle Araber Terroristen und nicht alle Israeliten Heilige sind. Er sieht im modernen Israel durchaus unheilige Versuche, Gottes Heilszusagen gegenüber dem Volk Israel, letztlich den Messias selbst, im modernen Staat Israel zu sehen. So in etwa ist meine Sicht auf die Dinge auch. Ich möchte nicht weißwaschen, was in Israel auch falsch läuft. Ich gebe nur zwei Denkanstöße: 1. Es gibt diese und zahlrecieh andere lutherische und sonstige christliche Gemeinden in Israel, die vielleicht mal mit Alltagsrassismus konfrontiert sein mögen, jedoch im Übrigen frei und unbehelligt arbeiten können. In irgendwelchen anderen arabischen Staaten in der Gegend gibt es die nicht, die christen werden dort massiv bedrängt und verfolgt. Es gibt keinen Grund, zu glaubne, dass das in einem Palästinenserstaat irgendwie besser wäre. Ich bin ein Fan vom Einordnen in den richtigen Kontext: Aus deutscher Sicht mag der Alltagsrassismus einiger Israelis abstoßend sein. Aus Nahost-Sicht aber, gemessen an ihren Nachbarn, sind die Israels selbst bei all ihren dann noch ein Musterbeispiel an religiöser und ethnischer Toleranz.
Ich lade dann noch zu einem weiteren Gedankenexperiment ein: Gibt es in Deutschland nicht auch eine MEnge Rassismus? Zum Beispiel in Dunkeldeutschland gegenüber Migranten durch die AFD-Wählrschaft? Oder auch im progressiven Deutschland durch längst eingebürgerte Migranten mit islamischem Hintergrund gegenüber jüdischem Leben? Gab es nicht auch bei uns schon rechtswidrige Polizeigewalt? Das alles darf und soll auch aus dem Ausland kritisiert werden, beides definiert uns aber nicht als Deutschland. Jetzt angenommen einer unserer Nachbarn käme auf die Idee, uns durch Terrorismus von der Landkarte tilgen zu wollen.Sollte man uns wegen der AFD-Wähler in Dunkeldeutschland (und nicht nur da) oder wegen bestimmter antisemistischer eingebrügerter Migranten dann als Deutschland als Ganzem die Lieferung der notwendigen Ausrüstung zur Bekämpfung dieses Terrorismus verweigern?
Ja, man darf Rassismus, den es in Israel gibt, benennen und kritisieren. Ich warne nur davor, den Staat Israel als Ganzes rassistisch zu nennen, da begibt man sich auf einen schlüpfrigen Pfad, der sich den Verdacht gefallen muss, im Kern selbst rassistisch, nämlich antisemitisch, zu sein.