Ich finde am deutlichsten wird die Scheinheiligkeit des westlichen Interesse an Frieden, wenn man bedenkt wie groß die Bekenntnis zur Solidarität mit der Ukraine, und wie gering diese zu Palästina ist.

Würdet ihr es akzeptieren wenn wir als Antwort auf die russische Invasion Russland mit Waffen beliefert hätten? Warum tolerieren wir es also, dass die deutsche Strategie es ist Waffen an Israel, den Aggressor, zu liefern?

Es geht keinen Trump und auch keinen Merz um Frieden. Das wird als Begründung genommen weil es gut zieht, ist aber nicht der Grund. Genau deshalb solltet ihr euch fragen ob die sogenannte Friedensstategie der Waffenlieferungen tatsächlich zu Frieden führt, oder Teil eines Eigeninteresses ist. Mit der Rüstungslobby in Deutschland und den USA habe Ich daran nämlich Zweifel.

@ErikUden Naja erstmal wurde Rußland nicht zum Panzerfahren in die Ukraine eingeladen. Es war ein Angriff. Sämtliche Taten, wie ich sie u.a. von Menschen, die jetzt nicht medial so präsent sind (zB Monika Hauser, die sich um Vergewaltigungsopfer kümmert) sprechen folgende Sprache Rußlands an die Ukraine: "Ihr seid für uns Untermenschen."
Genau das könnte man Israel auch vorwerfen. Nur darf man bei der Gemengelage nicht vergessen, daß Gaza eben von Terroristen durchsetzt war, die ständig irgendwelche Raketen auf Israel abfeuerten und am Ende sogar Israel direkt angriffen. Terroristen vom Iran bezahlt und mit religiösem Anstrich.
Aber ja, was Israel abgesehen davon seit Jahrzehnten betreibt, ist halt auch falsch, ich würde sogar sagen rassistisch und unrecht.
Echter Frieden in Gaza geht aus meiner Sicht nur mit einer Blauhelmtruppe, die stark aufgestellt sein muß, um Israel da zu stoppen UND gleichzeitig den Terror mindestens kleinzuhalten.
Realistisch? Eher nicht :(
@HoSnoopy @ErikUden Ich finde auch den Rasissmusvorwurf an Israel etwas verkehrt. Im Lande Israel (also dem von Israel kontrollierten Land) werden so weit meine Informationslage geht Gläubige aller Regionen und alle Ethnien gleich und fair behandelt. Probleme und ein scharfes Vorgehen Israels gibt es in den Gebieten, wo Terrorgruppen herrschen. Ich würde das eher so formulieren, dass Israel beim Umgang mit Terroristen sich nicht an die im verweichlichten Westen erdachten Konventionen hält und ggf. auch tatsächlich Menschenrechte verletzt. Ich hüte mich aber das harte Vorgehen Israels gegen Terroristen zu kritisieren, ich finde, das Recht zur Kritik hat nur wer selbst derart von Terroristen umzingelt und bedrängt ist. Die Realitäten sind dort einfach andere als bei uns.
@tobifant @ErikUden Mir geht es weniger um das Kernland, mehr um die besetzten Gebiete zB im Westjordanland. Dort wurde mir mehrfach berichtet, daß Palästinenser von jüdischen Siedlern, zT auch unter Polizeieinsatz vertrieben wurden. Zum Teil von Land, das sie selbst noch im Staat Israel bzw. unter israelischer Besatzung GEKAUFT hatten.
Da sehe ich halt keine Rechtsstaatlichkeit gegenüber Arabern - was ich als Rassismus interpretiere.
@HoSnoopy Es ist nicht rechtsstaatlich und nach der Lesart der Vereinten Nationen völkerrechtswidrig, das ist korrekt. Da aber Araber, die in Israel leben, ihr erworbenes Land nicht abgenommen bekommen, sehe ich hier nicht Rassismus als Motiv, sondern den Kampf um den Status des fraglichen Gebiets mit extrem harten Mitteln. Die man auch kritisieren darf. Aber von "Rassismus" zu sprechen greift zu kurz.
@tobifant Das Land bekommen jüdische Siedler.
@HoSnoopy Ja, und ich weiß dass die Siedler ziemlich krass drauf sind. Alles was ich sagen will: Der israelische Staat toleriert das und manche Polizeieinheiten geben wohl Schützenhilfe, nicht aus Rassismus, sondern weil es die Anstrengungen der Gründungen eines palästinensischen Staats untergräbt, von dem Israel Terrorismus zu erwarten hätte. Da die jüdischen Siedler einen solchen gleichfalls nicht wollen, die Palästinenser aber eben schon. Israel hat halt den historischen Anspruch auf das Gebiet nie aufgegeben. Das ähnelt natürlich schon etwas den russischen "historischen" Ansprüchen, allerdings sind die von Israel dann doch eine Kleinigkeit älter als die von Russland. Und der Unterschied hier ist der Terrorismus, der in einem palästinenischen Staat entstehen würde, in einer unabhängigen Ukraine dagegen nicht.
@tobifant Okay, ja, kann man auch so sehen. Danke fürs Erklären.