Frage an alle, die bei #BoD verlegen: Darf ich eine Auflage (z.B. mit Farbschnitt) selber über eine Druckerei drucken? Ich finde leider nichts dazu auf der BoD-Seite :/. Ich befürchte ja, nein, oder nur mit eigener ISBN? Kennt sich da jemand aus?

#selfpublisher #autorenleben

@Phantastopia Das sollte im Vertrag stehen, den du mit BoD geschlossen hast. Als ich das vor Jahren mal getan habe, hatten sie die gesamten Nebenrechte und sogar Hörbuch musste ich mir erst von ihnen wiederholen, ehe ich ein Hörbuch selbst produzieren durfte.
@viennawriter Ich hab ja noch keinen Vertrag - das wollte ich im Vorhinein klären.
Ich befürchte sowas mit den Rechten. Worüber veröffentlichst du, wenn ich fragen darf?
@Phantastopia Ich hab seit 2019 meinen eigenen ISBN-Block und lade die Bücher an mehreren Stellen hoch: Tredition für Print (DE Buchmarkt), Amazon (Print & eBook; werde ich mir aber im März anschauen, ob ich das überhaupt noch will); und eBook über Tolino Media (DE Buchmarkt). Alles, was ich international veröffentlichen will, lade ich als eBook bei Draft2Digital hoch und für Print bei IngramSpark.

@Phantastopia Wenn für dich nur der deutschsprachige Buchmarkt interessant ist und du keine eigenen ISBNs haben willst, schau dir mal Tolino Media an, die machen seit ein paarJahren auch Print und eine liebe Autorenkollegin ist damit sehr erfolgreich.

Edit: Tolino Media kann leider keine eigenen ISBNs, die fungieren immer als "Verlag".

@viennawriter Danke für den Tipp, das schaue ich mir an! Ich bin durchaus bereit, eigene ISBNs zu kaufen, weil ich das Ebook auch selbst im eigenen Shop verkaufen will. Aber ich brauche einen Dienstleister, der den Print-Vertrieb über VLB etc übernimmt. amazon will ich gar nicht unbedingt. Hm. BoD schließt sich jetzt selbst aus, schade. Aber ich will ja die Ebook- und Hörbuchrechte behalten und eine Schmuckauflage selbst drucken.

@Phantastopia Ah, verstehe. Bei Tolino kann man Amazon ausnehmen, bei Tredition nicht mehr.

Sonst ggf auch über mehrere Anbieter spielen.

SkandinavianBooks machen übrigens sehr schöne Drucke mit Foliendruck, Lackspot, Lesebändchen und allem. Und das in Bookboxes, also Staffelungen zu unter 30 Stück, wenn man mag. Die hatte ich mir für die Kickstarter Kampagne rausgesucht. :)

@viennawriter Ah, danke! Also zumindest überträgt man wohl die nicht-exklusiven Rechte an tolino-media. Das verstehe ich so, dass ich dann eine eigene Farbschnitt-Auflage drucken darf, aber die eine eigene ISBN braucht. Das wär okay, solange ich eine reguläre Print-Version habe, die automatisiert über tolino vertrieben wird. Auch für das Ebook kauf ich zur Not ne ISBN, um es im eigenen Shop zu haben.
Und den Farbschnitt verticke ich exklusiv auf Messen und im Shop.
@Phantastopia Wenn du eine Schmuck-Ausgabe machen möchtest, die du nur bei Lesungen verkaufst oder die nur über deinen eigenen Shop zu kaufen geht, brauchst du für die keine ISBN. Das ist ja nur die Inventarnummer für den Buchhandel.

@viennawriter Ah danke, das ist ein wichtiger Hinweis ❤. Dann werde ich mal ne Druckerei suchen 😄.

Aber laut Vertrag von Bod (habe einen Mustervertrag gefunden) haben die exklusiv alle Verfielfältigungsrechte. Und das Ebook dürfte ich mit denen auch nicht selbst verkaufen - da hatte ich mal nachgefragt.

Es fehlt mir also noch ein Dienstleister für den Buchhandel. Da ist Tolino Media gerade attraktiv, aber ich suche noch weiter.

@Phantastopia Das klingt, als wärst du da gerade schon auf nem guten Weg, deinen Plan mit den Möglichkeiten abzugleichen. Schonmal super, wenn du vorher weißt, was du willst und nicht hinterher drauf kommst, was alles nicht geht. Ist zwar jetzt einmal mühsam, aber danach wird‘s leichter. Toitoitoi!
@viennawriter Danke, du hast mir sehr geholfen 🥰. Und die anderen hier auch. ❤
@Phantastopia Sehr gerne! Toitoitoi!

@viennawriter @Phantastopia falls du auf der Leipziger Buchmesse bist, schau doch mal bei https://booxboo.de vorbei und frag nach Misch-Lösungen, die gerade mit ein paar Dienstleisterinnen aus der Selfpublisher-Szene entwickelt werden.[1] Im Selfpublishing gibt es einige Leute, die an der Grenze zum Verlagsdasein Leistungen bündeln.

Falls du dich selbst um Druck und Lektorat etc kümmern willst, kannst du das auch einfach selbst als Kleinverlag regeln.

1: ich berate das Unternehmen

booxboo.de

@jakob @Phantastopia Ich bin leider nicht auf der Buchmesse. Aber könntest du mal meinen Usecase mitnehmen: Ich will eBooks und Printbücher im eigenen Shop verkaufen, selbst gehostetes Shopware im Optimalfall. Konkret fehlen mir APIs europäischer Anbieter für Print on Demand. Kann ja nicht sein, dass das nur bei Lulu geht und die Bestellungen und Kundendaten dann erst in die USA laufen, ehe in der EU dann ein Druckservice anspringt.

@viennawriter @Phantastopia das mit dem Druckauftrag wird womöglich knifflig:

Ohne Druckdateien musst du für Print Inhalte an irgendeinen Rundumdienstleister mit Setz-Algorithmus geben oder eine Person mit dem Satz beauftragen.

Hast du saubere Druckdateien, brauchst du ja eigentlich kaum noch Print-On-Demand sondern haust halt auf eigene Faust digitalen Druckauftrag bei einer lokalen Druckerei in Kleinserie raus oder?

@jakob @Phantastopia Nein, ich will mit der Logistik gar nichts zu schaffen haben. Ich mache seit 2019 Print on Demand und bin damit sehr glücklich, nichts selbst verschicken zu müssen. Ich habe saubere Druckdaten aus Vellum und kann überall auf der Welt PoD machen. In den USA und in UK haben Anbieter wie Lulu und Bookvault seit Jahren APIs dafür, dass das auch aus dem eigenen Autorinnen-Shop raus geht. Das wird hier dringend Zeit.

@viennawriter @Phantastopia ah, jetzt verstehe ich, glaube ich. Ja, das stimmt.

Mit fehlenden (oder proprietären) APIs kämpfen wir auch regelmäßig.

Ich gebe das mal weiter!

@viennawriter @Phantastopia

Habe die Problematik mal mit dem booxboo.de-Team diskutiert. Sie finden die Option für "dropshipping" (Streckengeschäft + Just-In-Time-Produktion im Branchenjargon) von Büchern auch interessant und die Logistik dahinter spannend. Einiges lässt sich mit etwas Aufwand und den passenden Partnerschaften regeln.

Größte Hürde bleibt das Verkaufen bei Amazon: Dort hast du 36h Lieferfrist, also musst du wenigstens einen Grundstock an Lager vorhalten. Wie macht ihr das?

@jakob @Phantastopia Bei Amazon lade ich direkt hoch. Und nachdem deren Katalog nur sich selbst beliefert, wenn man dieses Häkchen nicht setzt, ist Amazon somit "self-contained". Mir geht es wirklich rein um's POD aus einem eigenen Shop auf der Webseite raus. Also API, dass der Kauf direkt an einen POD-Dienstleister geht, der das Fulfillment, also Druck & Shipping macht.

@viennawriter Danke dir. Ist wirklich ein anderes Modell als "branchenüblich". ich rede mir beim Börsenverein auch schon länger den Mund fusselig, dass deren Angebote mit einer wachsenden Klientel derzeit womöglich unvereinbar sind.

(Ist nicht Teil deines beschriebenen Wunsches, nur zum Verständnis): Kommst du über den US-Dienstleister mit irgendwelchen Tricks in den Zwischenbuchhandel und Buchläden oder ist das gar kein Teil deines Vertriebsmodells und interessiert dich auch nicht?

@jakob Ich kann glaub ich bei allen Dienstleistern international ausliefern lassen. Kann nächste Woche mal in Ruhe schauen. Das läuft im Hintergrund dann wohl via BoD Third Party Listungen in beide Richtungen, also vom DE Buchmarkt nach international (zB Ingram Spark), als auch umgekehrt.

@viennawriter Meine Verständnishürde: kommst du mit deinen Büchern durch BOD auch in Buchhandlungen? Dass ich im Laden dein Buch bestellen kann, weil die das für mich im VLB suchen und entsprechend bei einem vermittelten Dienstleister ordern können?

Oder ist Buchhandlung jenseits Amazon überhaupt nicht mehr deine Lebensrealität und Vertriebs-Ebene?

Ausland ist gar nicht meine Baustelle, ich versuche nur zu verstehen ob es in DACH parallele Buch-Strukturen gibt und wie die funktionieren. Thx!

@viennawriter ...btw ich versuche das zu verstehen und möglichst sauber abzubilden, um dem Börsenverein als nomineller Branchenvertreter zu vermitteln, wo sie Nachwuchs und womöglich derzeit ignorierte Branchenteilnehmende aus parallel-Märkten unterstützen können und sollten. Falls du also eine hier vergessene politische oder strukturelle Forderung hast, die ich weitertragen soll, kann ich das gerne damit verknüpfen.
@jakob Ah. Ins VLB kommen sie aktuell über die API bei Tredition, dem aktuellen POD-Dienstleister, der aber null Interesse und auch keine Kapazitäten für Druck aus einem eigenen Autorinnen-Shop raus hat. Im VLB kann ich die Titel auch selbst eintragen oder bearbeiten. Strukturelle Forderung TL;DR: Less Gatekeeping! ;) Indie-Autorinnen sollen genauso gut in Buchhandel und Bibliotheken kommen können wie Verlage. Größte Hürde: Elends lange Rückgabefristen, die Indies finanziell das Genick brechen.
@jakob POD (ohne Rückgabe) macht da vieles einfacher, weil Buchhandlungen ad hoc Exemplare bestellen können, wenn die Nachfrage da ist. Trotzdem trau hen sich viele kleine Buchhandlungen da nicht drüber, weil von der Verlagswelt gefühlt noch immer das Schmuddel-Image des SP propagiert wird.
@jakob Meine Forderung nach einer Möglichkeit, POD auch aus dem eigenen Shop heraus anzustoßen kommt vom internationalen Markt. Die US- und UK-Kolleginnen haben schon seit Jahren die Möglichkeit, #selldirect zu betreiben und ihre Lesenden aus eigenen Shops, Shopify, WooCommerce etc zu bedienen und damit ein solides Einkommen aufzubauen.
@jakob Das ist also nochmal davon unabhängig und zielt auf den Aufbau einer vom Buchhandel unabhängigen Strunktur, analog zu den eigenen Shops auf Verlags-Webseiten, allerdings mit einem POD-Dienstleister als Fulfillment-Partner dazwischen.
@jakob Falls du oder noch wer da reden mag zu Bedarf/Anforderungen/Vorstellungen, jederzeit gerne. Video-Telko geht ja schnell mal. :)