Obendrauf steht Jugendschutz, aber real geht es darum Ausweispflicht für alle Webseiten einzuführen.

Einmal weil das bequem für eine kommende faschistische Regierung ist, und andererseits weil Einwilligungen zur Datenverarbeitung im Plattformkapitalismus so rechtlich bindende Verträge sind und das Geschäftsmodell von Facebook so Bestand haben kann. Das ist ihnen ja neulich in der EU weg geklagt worden.

Aber denkt vor allen Dingen an die Kinder.

Wir kommen seit dreißig Jahren ohne Ausweis und großartigen Jugendschutz im Internet hin. Wir werden das auch weiter tun, wenn wir Plattformen ihre algorithmischen Dark Patterns weg regulieren. Niemand außer Facebook braucht EUID Wallet dringend, und bei denen geht's nicht um Jugendschutz, sondern um Eure Erlaubnis zum Ausspionieren.

https://www.heise.de/news/SPD-will-Social-Media-Verbot-fuer-Kinder-unter-14-11177275.html

SPD will Social-Media-Verbot für Kinder unter 14

Die SPD fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Eine Altersverifikation mittels „EUDI-Wallet“ soll dies ermöglichen.

heise online

@isotopp

Und als Steigbügelhalter war sich die SPD ja nie zu schade.

@isotopp Social Media Verbote fordern, damit Kinder geschützt werden. Aber im Presseregal dürfen sie auch weiterhin jede Lüge und Hetze weiter verbreiten. Auch an Kinder!
Genau mein Humor. /s
@isotopp Es ist technisch möglich eine Altersverifikation so zu bauen, dass eine faschistische Regierung damit nichts anfangen kann.

@droidboy Das ist aber nicht Teil der Diskussion.

Es geht ja auch nicht um Jugendschutz oder Altersverifikation.

@isotopp Wenn es darum geht einen Jugendschutz durchzusetzen, dann muss das ja irgendwie umgesetzt werden. Wenn das falsch gebaut ist und nicht von sowas wie einer regierungsfernen Institution gebaut wird, auf die die Regierung schwerlich Zugrff hat, dann ist das das Kernthema. Oder was verstehe ich hier nicht?

@droidboy

Diese Variante ist nicht Bestandteil der Diskussion.

Es geht gezielt um die Einführung der EUID Wallet, weil es die jetzt neu gibt und sie keine Anwendung hat. Und nicht um Jugendschutz durchzusetzen, sondern um Identifikation aller Nutzer durchzusetzen.

Der Jugendschutz ist nur das Zückerchen, auf dem das serviert wird.

Er ist auch nicht wirklich notwendig. Wir haben das jetzt 30 Jahre im Internet ohne Ausweise oder anderen Nachweis geschafft, die ersten Manschen, die so aufgewachsen sind, sind jetzt 45.

@isotopp Was meinst du genau mit "wir haben das bisher 30 Jahre im Internet ohne Ausweise geschafft?" Ich meine, wir haben hier doch Probleme, die es zu lösen gilt. Von schaffen würde ich hier nicht sprechen.
Und natürlich sollten wir darüber diskutieren, wie eine Altersverifikation eigentlich gebaut sein sollte, unabhängig von bereits bestehenden System. Wenn sich ehrausstellt, dass die super passen, nehmen wir die. Habe das Gefühl, dass das aber eher nicht so ist?

@droidboy

Welches Problem meinst Du lösen zu müssen?

Das Problem der Sucht-Algorithmik? Das ist nicht für Kindern zu lösen, sondern für alle.

Das Problem, daß Verhalten ausspioniert wird. Auch das ist kein kinderspezifisches Problem.

Beides ist für Menschen jedes Alters schlimm und durch Verbot der entsprechenden Systematik zu lösen, nicht durch Zugangskontrolle.

Das Netz braucht keine Altersverifikation – es hat eine ganze Generation keine gehabt, und das war nicht schlimm. Es brauch gewiss keinen Identitätsbeweis.

Was der Identitätsbeweis löst, ist dieses Problem:

https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/urteil-gegen-meta-kann-jeder-facebook-nutzer-jetzt-klagen,VALjZKa

Denn damit und mit einem Vertrag kann Facebook das weiter tun.

Urteil gegen Meta: Kann jeder Facebook-Nutzer jetzt klagen?

Online-Shops, Nachrichtenportale, Dating-Seiten: Überall sammelt der Facebook- und Instagram-Konzern Meta Daten über seine Nutzer. Ein Gericht in Dresden sagt nun: Das ist ohne wirksame Einwilligung illegal. Was steckt dahinter?

BR24
@isotopp Na wenn du Kindern verbieten willst Social Media zu nutzen, dann musst du auf Social Media eine Altersverifikation durchführen. Darum gehts. Könnte auch für Pornoseiten genutzt werden. Im Grunde sollte das Netz per se kinderfreundlich sein. Willst du Zugriff auf Erwachsenenkram, musst du dich als erwachsen verifizieren. Es ist technisch möglich das datenschutztechnisch völlig unproblematisch zu bauen.

Hörst du eigentlich zu?
Es wird direkt am Anfang gesagt, dass das kein Ziel ist und kein Ziel sein sollte.
Jeder der diese Diskussion aufnimmt, verschiebt den Diskurs in Richtung mehr Überwachung.
Frage mich, was du glaubst, wie lange ein autoritärer Staat selbst eine perfekte Lösung akzeptieren würde und sich nicht eine Möglichkeit überlegt, wie man trotzdem an die Daten kommt...
Siehe NSA oder auch Staatstrojaner hier in DE...

@droidboy @isotopp

@vuuc @isotopp Wenn wir einen autoritären Staat bekommen, überwacht der doch sowieso, völlig egal was es schon gibt oder nicht. Der baut sich das dann halt. Da werden dann mal komplette Datenbanken in ein LLM reingeladen, wie wir das jetzt in den USA gesehen haben.
Wenn eine Altersüberprüfung super datensparsam und staatsfern durchgeführt werden kann, bin ich dafür, da wir keinen autoritären Staat haben. Und wichigstes Argument: Wir haben zu wenig Bildung und Regulierung der PLattformen.
@vuuc @isotopp Gibt mir unendlich viel Bildung und eine gute Regulierung (Durchsetzung) und ich lasse von meinem Social Media Verbot und damit der Altersüberprüfung ab. Bis dahin halte ich am Verbot fest.
@isotopp
Schöner Nebeneffekt (schön für Big Tech): Wenn Ausweispflicht (aka "Jugendschutz") kleine aufmüpfige Konkurrenz (z.B. dem Fediverse) auch Pflicht wird, schmeißt das denen hervorragend ein paar Steine in den Weg.

@unixwitch
Ich muss jedoch zugeben, dass ich mir dennoch einige Gedanken mache: sind wir hier (im Fedi) auch auf einen etwaigen Zustrom jüngerer Menschen (z.B. SchülerInnen/Schulklassen) vorbereitet?
Eher klein & noch nischig zu sein, entbindet ja nicht von Verantwortung...
Und wieviele Eltern würden einfach stellvertretend ihren Ausweis zücken, um ein "Weiter"-Spielen ihrer Kinder zu ermöglichen (bspw. in Roblox, da sonst anteilig keine Chatfunktion mehr)?

@isotopp

@Regez @unixwitch

Du mußt Kinder nicht verhätscheln oder anders behandeln als Du jeden anderen Menschen behandeln würdest.

Insbesondere mußt Du sie nicht identifizieren oder Content vor ihnen verstecken.

Wenn Kinder etwas sehen, daß sie nicht verstehen, dann fragen sie Dich oder sie ignorieren es. Wenn Kinder etwas sehen, was sie verstört, dann fragen sie Dich.

Was sie dann brauchen ist Erklärung und Tooling. Also: "Es gibt in der großen weiten Welt Dinge, die Du noch nicht verstehst und auch Dinge, die Du nicht sehen willst oder nie sehen willst. Hier ist wie Du wählen kannst." und "Es gibt da draußen Leute, die dies oder das machen. Das ist (okay, nicht okay), weil ..., aber auf jeden Fall kannst Du ... und dann siehst Du es nicht." Oder "Das ist illegal, und so zeigen wir das an."

Das funktioniert (*1).

*1: n=1, jetzt 15, mehrere angezeigte Scammer und die niederländischen Polizeireports um das zu beweisen.

@isotopp
Preisfrage: wieviel hast Du mit Deinen Eltern tatsächlich im Bedarfsfall "angesprochen"? Und auch im Kontext einer sonst vertrauensvollen Bindung, Beziehung? (Ich selbst hab damals auch mehr innerhalb der Peergroup erzählt)
Es geht mir auch nicht um "verhätscheln" - ich blicke als Mutter eines 11-Jährigen auf das Thema - und bin genauso wenig von den aktuellen Vorschlägen begeistert...

@unixwitch

@Regez @unixwitch

Mein Kind ist jetzt 15, fast 16, und wir haben nie irgendwelchen Kram zurück gehalten oder Filter installiert.

Wir haben ihm außerdem beigebracht zu lügen, was sein Alter angeht (also 1990 oder 2000 statt 2010 anzugeben), seinen Youtube Account von seinem normal GMail Account zu trennen und sich auch sonst nach Bedarf Sockenpuppen zu machen (das war so circa als er 8 war).

Ich habe das vor 6 Jahren mal aufgeschrieben.

https://blog.koehntopp.info/2020/01/28/mein-sohn-sitzt-vor-dem-computer/

https://blog.koehntopp.info/2022/12/30/was-mein-kind-in-der-schule-so-macht/

Das Kind ist jetzt 15, fast 16.

Er hat ein Handy ohne SIM seit er 4 ist. Er hat ein Handy mit SIM seit er 7 ist und unter Aufsicht (ab 8: Ohne Aufsicht) vom Dorf nach Amsterdam zum Chor und zurück fährt (Bus -> Bahn -> Tram und zurück). Er hat einen Minecraft-Youtube-Channel seit er 10 ist (Ja, wir haben die Videos angesehen bevor er sie posten durfte).

Inzwischen führt er einen Discord mit 1200+ Menschen, die dort und in seinem Minecraft-Server spielen, streiten, einander bekriegen und voneinander lernen. Er spricht Deutsch, Niederländisch und English und lernt Französich und Russisch (das letzter aus Langeweile selbst angefangen).

Er hat einige Java Entwickler ausgebildet und leitet das Entwicklungsteam für den gemeinsamen Server. Ich habe ihm einen 12 Core/128 GB/SSD Dedi bei Hetzner gemietet, der die Minecraft-Instanzen hosted. Er wartet den selbst.

Er hat sich durch Minecraft diverse Programmiersprachen (Python, Java, Go, Javascript und Typescript) angeeignet, lineare Algebra und 3D-Projektion gelernt, Teamführung, Streit schlichten und Projektorganisation gelernt, und einen Haufen über Linux, Browser, Frontend und Backend gelernt.

Selbstständig.

Der Schlüssel ist bedingungsloses Vertrauen in das Kind und dastehen und helfen, wenn er sich irgendwo den Hammer auf die Hand ballert, was er unweigerlich tun wird.

Mein Sohn sitzt vor dem Computer | Die wunderbare Welt von Isotopp

Kris Köhntopp's blog (Fedi: @isotoppinfosec.exchange)

Die wunderbare Welt von Isotopp
@isotopp @Regez @unixwitch Hi :)
"Wir haben ihm außerdem beigebracht zu lügen"
tolle erziehung, egal ob er sonst tolle sachen macht.
@ehtron @isotopp @Regez @unixwitch gratuliere, Lichtjahre am Punkt vorbei...
@ehtron @isotopp @Regez @unixwitch Zur Erziehung gehört auch dem Kind beizubringen wie man sich im Leben verhält. Nicht immer spielen die willkürlich aufgestellten Regeln eine wirkliche Rolle. Wichtiger ist es zu verstehen worum es geht und was ok ist und was nicht.

@ehtron @isotopp @Regez @unixwitch

Ja. Gegen die Hausregeln von anderen zu verstoßen ist absolut inakzeptabel.

Wenn jemand mein Geburtsdatum haben will und ich will das nicht, melde ich mich da nicht an. Lügen ist auch da keine Option (aus sehr vielen Gründen)!

@nik
Um auf die Unsinnigkeit mancher Datenerhebungen hinzuweisen, hab ich auch schon Fantasie-Eingaben getätigt - vor allem, wenn ich nicht nachvollziehen kann, wofür bei der Abwicklung teils sensible Daten überhaupt notwendig sind (gerne lasse ich mir das auch in einer separaten Email erläutern)...
Hast Du den Kuketz'Blogbeitrag gesehen - insbesondere den Kasten "Sind eigentlich falsche Daten erlaubt?"
https://www.kuketz-blog.de/telefonnummer-und-geburtsdatum-als-verpflichtende-angabe-bei-bestellungen/

@ehtron @isotopp @unixwitch

Telefonnummer und Geburtsdatum als verpflichtende Angabe bei Bestellungen?

Wer online bestellt, muss immer öfter verpflichtend Telefonnummer und Geburtsdatum angeben. Das ist aber nur in wenigen Fällen erlaubt, sagt ein Urteil.

Ich mag Dir glauben, @isotopp, dass in eurer Familie die lockeren Zügel den Erkundungsraum und den eigenen, selbst erarbeiteten Erfahrungsschatz bereichert haben...vllt kannst Du auch zustimmen, dass diese Konstellation nicht pauschal auf andere Familien übertragbar ist?
Ich sehe eher die Problematik, dass einige Elternteile heutzutage nur noch eine Anwendung proprietärer Software beherrschen - Verständnis über hintergründige IT-Strukturen ging über die letzten Jahrzehnte zunehmends verloren...
@isotopp
Und der Ruf nach mehr oder besserem Jugendschutz ist schon auch gerechtfertigt - es mutet vor diesem Hintergrund aber auch wie ein unbeholfener Griff zum Feuerlöscher an, ohne dabei grundlegenden Brandschutz im Vorfeld zu beachten...
* ich kann den Wunsch nach einer einfachen Lösung erstmal nachvollziehen, während Du das Thema etwas mehr aus Datenschutzsicht und vorgeschobenen Gründen sattelst...

@Regez Ob der Ruf nach “mehr Jugendschutz” gerechtfertigt ist hängt auch davon ab was man darunter versteht. Deutschland versucht seit 30+ Jahren das Konzept “Jugendschutz” aus Prä-Internet Zeiten auf das Internet anzuwenden und es funktioniert nicht.

Es kann auch nicht funktionieren.

Praktischerweise hat @isotopp über die Jahre mehrmals erklärt warum, was mir wieder Arbeit spart. 😉

Ich empfehle u.a. diese beiden Posts:
https://blog.koehntopp.info/2010/01/26/ab-18/
https://blog.koehntopp.info/2024/01/16/jusprog-ist-nur-der-anfang/

Ab 18 | Die wunderbare Welt von Isotopp

Kris Köhntopp's blog (Fedi: @isotoppinfosec.exchange)

Die wunderbare Welt von Isotopp
@Regez 1998 hat das AG München den deutschen Compuserve Chef verurteilt: 2 Jahre auf Bewährung und 100.000 DM Geldstrafe wegen „Mittäterschaft bei der Verbreitung von Kinderpornographie“. Wurde dann aufgehoben, aber Prof. T. Hoeren, *der* Experte für Telekommunikations- und Medienrecht sagte dazu: "Die Bayern haben versucht, Tabula Rasa zu machen." <das Internet sei> … "immer schon ein Dorn im Auge des BKA und der Musikindustrie" <gewesen>. "Die wollten das partout zumachen."
@isotopp
@Regez Beim Lesen der älteren Beitragen von @isotopp und dem was er zu den Gatekeepern, Verlagen etc schreibt auch an dieses Urteil und Hoerens Aussage zu „Dorn im Auge … der Musikindustrie“ denken. Was die Sache heute mit Altersgrenze, daraus resultierender Altersverifikation für alle und der Umsetzung dessen betrifft, sollte man nicht nur an das erwähnte BKA denken. Die feuchten Überwachungsphantasien von Vertretern der Exekutive und dem was Rechte wie Peter Thiel tun sind noch viel schlimmer.

@RecoveredExpert
Dass die Einführung einer "eID" auch vielfälige, falsche Taschen füllt, und unterm Strich mehr Missbrauch mit Daten ermöglicht, als ihn zu verhindern, mag ich ja gar nicht verneinen...aber Kapitulation, weil die gesamte Programmatik keine "saubere" Anwendungslösung zulässt, ist mir auch zu wenig...wir können (insbesondere die überforderten) Eltern nicht mit aller Restverantwortung allein lassen - entmündigen jedoch auch nicht...
* vllt Kooperationsraum vergrössern?

@isotopp

@Regez Wenn man per Gesetz oder Verordnung dafür sorgt das bestimmte Inhalte oder Dienstleistungen nur ab einem bestimmten zugänglich sind *muss immer und bei *jedem* das Alter *rechtssicher* überprüft und *protokolliert* werden, ansonsten gibt’s ein Felix-Somm-Problem.

Das geht nicht anders. Wer behauptet das Problem liesse sich tech. lösen ohne die Privatsphäre massiv einzuschränken oder anonyme Nutzung im Netz generell zu verhindern setzt Technolgie mit Hogwarts-Magie gleich.
@isotopp

@Regez Das ist auch keine Frage von „Anwendungsproblem“, ja nicht mal wirklich eine von Technologie* sondern es geht um Logik. Vorausgesetzt man akzeptiert das Technologie keine Magie ist.

Es geht auch nicht darum ob ich (oder sonstwer) das möglich machen will oder nicht. Wenn es ginge, prima. Geht nur nicht.

Übrigens: Der Prä-Internet „Jugendschutz“ war auch eher lachhaft. Sendezeiten? Haben wir schon in den 80ern nicht ernst genommen.

@Regez Apropos 80er: Nehmen wir an es wäre nach Mitternacht etwas im TV gezeigt worden das kein Jugendlicher sehen darf. Nehmen wir weiter an, dass im Haushalt ein Videorekorder vorhanden war, aber keiner der Erwachsenen wusste wie man das Ding benutzt, der/die Jugendliche aber schon.
@Regez So in etwa scheint das heute mit dem Internet zu laufen. Ja, das mag alles schwierig und komplex erscheinen, aber ist es das wirklich oder wollen „wir“ nur eine einfache Lösung (man könnte es u.U. auch „Outsourcing“ nennen) um uns Arbeit und Aufwand abzunehmen? Wenn man sich anschaut was (in einem anderen Unterteil dieses Threads) @isotopp und andere aus ihrer Erfahrung berichtet haben deutet ja eher auf den Wunsch nach einer einfachen Lösung hin.
@Regez
Mal vom Jugendschutz ganz abgesehen: Wie auch woanders (war glaube ich nicht in diesem Thread) schon erwähnt wurde sind die Dinge die heute als Aufhänger genutzt werden, wie z.B. Probleme durch Social Media Nutzung, ja vor allem auch bei Erwachsenen ein Problem. Vermutlich ein noch viel größeres als bei Jugendlichen. Auch durch Manipulation und Desinformation - wie man bei Wahlen und Wahlumfragen sieht.
@RecoveredExpert
Ich vermute, das bewusste Weglassen von Hürden könnte ggf. strafrechtliche Auswirkungen haben (dass diese "Hürden" auch immer Schlupflöcher für einige bieten, da mache ich mir keine falsche Vorstellung - gelegentliche "Updates" wären halt auch erforderlich...
Komplettes Verhindern ist sicherlich utopisch - aber komplett alles offen laufen lassen (und wer ein Problem hat, wird wohl sicher selbst aktiv und meldet sich oder durch deren Vertreter) ist irgendwie auch dystopisch...

@RecoveredExpert
Das Problem entsteht genau da, wo die Masse sich aufdoktriniert ausweisen "muss" - wie lange wir uns einer eID mit breiterer Anwendung noch entziehen können, ist indes unklar (vllt bleibt nur, an einer möglichst datenschutzfreundlichen Variante mitzuwirken)..
Inwieweit Sandbox-artige od. Intranet-Modelle (ggf. mit durchlässige Abstufung) für Jüngere überhaupt machbar wären - auch keine Ahnung - Teilhabe sollte auch nicht durch starre Altersverbote beschränkt werden..

@isotopp

@Regez

An uns und dem was wir machen ist nichts besonderes.

Dem Kind Raum lassen, zuhören und mit dem Kinde reden halt über das, was er getan hat, was ihn interessiert und wo er Hilfe bekommt. Nie Hilfe anbieten und immer helfen, wenn er fragt.

Ich erlaube mir über die Methoden anderer Familien kein Urteil. Ich denke aber, daß die klarkommen – warum auch nicht. Das Internet ist nicht neu, es existiert so seit 30 Jahren und die ersten Menschen, die Online aufgewachsen sind, sind jetzt 45.

Die Arbeit, ein Kind aufzuziehen, es wahrzunehmen, ihm zuzuhören und mit ihm zu reden, das kann Dir kein Jugendschutzfilter abnehmen. Und Menschen, die das tun, die brauchen so etwas auch nicht. Bei den anderen ist es eh wirkungslos.

@isotopp
Ich möchte noch etwas offen lassen, wie gut die damaligen Teenies tatsächlich durch die Zeit gekommen sind...
* ich bin bis heute nur Laie, erkenne aber immer besser, dass ein Erkundungsdrang nicht ausreichend in einem geschützen Rahmen ermöglicht & v.a. "gefördert" wurde (also auch ausserhalb des Elternhauses)...

@isotopp @Regez

Full ack!

Mein ältestes Kind ist 10 Jahre älter als isotopps Nachwuchs und wir haben das praktisch genauso gemacht. Und mit dem nächsten Kind 3 Jahre später ebenso.

Rausgekommen sind zwei junge selbstbewußte, kritisch denkende Menschen die einen guten Einblick haben wie das Netz und die Welt laufen (das merk ich schon an den Büchern, die ich von Ihnen kriege).

Die Zauberworte sind primär Medienkompetenz und Vertrauen, daß Deine Kinder wirklich mit jedem Problem oder jede Sache, die sie beschäftigt zu Dir kommen können.

Und wenn mir einer mit Lügen daherkommt: Fast Euch mal an die eigene Nase wie lang die ist.

@Regez @isotopp Wenn die Eltern nicht verstehen was das Kind im Internet macht ... können die Eltern dem Kind auch nicht dabei helfen zu verstehen was gut und was schlecht ist.

Die Hauptaufgabe liegt weiterhin bei den Eltern.

Unser Kind hat seit es 6 ist einen Laptop, später ein Handy. Da gab es fast keine Einschränkungen. Ab und zu mal kam es zu uns und hat von sich aus gefragt ob wir bestimmte Sachen sperren können.

Möchte behaupten dass es gut groß geworden ist.

@ascherbaum
Herausfordernder wird es, wenn andere Eltern anscheinend gar keine Leitplanken setzen...ein Kind, das sich Hänseleien ausgesetzt sieht, wird Anerkennung suchen und ist sich, je nach Alter, auch noch nicht über manch langfristigen Folgen im Klaren - bin bei Youtube-Shorts nicht grundlos auf der Bremse...

@isotopp

@Regez @ascherbaum

Ist hier in der Grundschule und auch der VWO vorgekommen und ist einer Sache bei der die Schule Ausbildung und Verfahren hat und hart eingreift.

Kinder werden hier ab Groep 3 basisschool in Medienkompetenz ausgebildet. Das fängt damit an, dass Nachrichten des Tages aus dem NOS Jeugdjournaal aufgegriffen und kontextualisiert werden, und dass am Groep 3 auch mit Computern im Unterricht gearbeitet wird (25-50% der Zeit)

Die basisschool mit Chromebooks weil man die zwischen Schülern durchtauschen und ohne Aufwand zurück setzen kann

@isotopp ich hab den Post damals gelesen und glaube ich nix dazu geschrieben. Heute mach ich's. Toll! Ich versuche das ähnlich hinzubekommen (mit n=2 und mittlerweile in Summe 32 Jahren Erfahrung). Klingt bei mir nur halb so gut. Falls du mal irgendwann Zweifel haben solltest, lass dir von dem Typen aus dem Internetz sagen, du machst das toll. Das war alles.
@isotopp @Regez @unixwitch Super. Alles gute dem jungen Mann.

@isotopp @Regez @unixwitch

> Wenn Kinder etwas sehen, daß sie nicht verstehen, dann fragen sie Dich oder sie ignorieren es. Wenn Kinder etwas sehen, was sie verstört, dann fragen sie Dich.

Es sei denn, du hast von vornherein kein Vertrauensverhältnis zu ihnen. Dann fragen sie dich nicht.

Aber dann entgehen sie auch der Kontrolle, ohne, dass du es mitbekommst.

In jedem Fall hast du verloren, wenn du von etwas anderem ausgehst als "mein Kind redet mit mir".

@isotopp Die nicht zu kontrollierenden Algorithmen der großen Plattfprmen sind eine Gefahr für unsere Demokratie und Gesellschaft. Auch weil deren Herkunftsländer an einer Destabilisierung von Deutschland und der EU kräftig arbeiten. Behandeln wir diese Plattformen also das was sie sind: Gegen uns gerichtete nichtmilitärische Waffen. Da wäre es mehr als sinnvoll, nicht nur über den Schutz von Jugendlichen zu sprechen, sondern Über Enteignungen und Verbote.
@CGN2WORLD Mit der SPD? LOL.
@isotopp Idealerweise mit einem überparteilichem Konsens.

@isotopp

"Wir kommen seit dreißig Jahren ohne Ausweis und großartigen Jugendschutz im Internet hin."

Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht so sicher, ob der gelebte Jugendschutz im Sinne von "Ich bin 18, trust me bro" klicken wirklich eine Errungenschaft der letzten 30 Jahre ist, oder ob da nicht auch einiges kaputt gegangen ist.

@isotopp

Ich meine, es ist aus Sicht eines Staates nachvollziehbar, dass wenn es da ein von anderen Staaten beeinflusstes Element gibt, das die Aufmerksamkeitsspanne deiner Bevölkerung brät, dieses auch entfernt werden soll.

Gleichzeitig will ein freiheitlicher Staat dir so viele Freiheiten wie möglich lassen. Du darfst als Erwachsener dein Hirn auch mit Gras und Alkohol braten.

Nicht-erwachsene Hirne sind anfälliger für solche Mechanismen.

Lösung: Wir hauen ein Mal Jugendschutz davor.

@isotopp Das ist viel zu einfach gedacht und blendet Seiteneffekte aus, die man nicht will.

Aber ich vermute bei unseren Neulandpolitikern da eher Inkompetenz als einen bösen Plan uns alle zu unterjochen.

Das Problem dabei ist, dass wir eine Partei haben, die uns wirklich alle unterjochen will und solche Werkzeuge gerne haben würde.

Daneben steht, dass wir wirklich was gegen die Algorithmierung des Medienkonsums tun müssen und dass Jugendschutz im Internet wirklich nicht so pralle ist.

@isotopp Naja, aber mit ePerso geht das ja auch datenarm. Da könnte man ja easy einfach nur die Info teilen, ob über oder unter 18. Ich weiß nicht, ob das schon geht, aber z.B. nur das Geburtsjahr zu teilen dürfte keine Schwierigkeit werden.

@zuk Es geht aber nicht um den ePerso, das ist ja eine deutsche Insel-Lösung, sondern um die EUID Wallet (auf dem Handy).

Die so gestaltet worden ist, daß das nicht geht. Es geht auch nicht wirklich um Attribute, sondern man will Identitäten.

@isotopp Ah, das wusste ich nicht.

@isotopp

Medienkompetenz vermitteln wäre wohl der bessere Weg, als erst verbieten und dann unvorbereitet in den Dschungel entlassen.