Ich finde die Forderung nach OSS Entwicklung als gemeinnützig einzustufen ja interessant. Aber wie wir abgrenzen, welche OSS denn begünstigungswürdig im Sinne des §52 AO sein sollen ist echt nicht so easy.

Also ich würde es allen Leuten gönnen, die in ihrer Freizeit offene Software bauen und pflegen. Allerdings finde ich das pauschal so für Organisationen schwierig. Aber es wäre auch kompliziert jedes Tool und seine Dependencies auf §52 Erwägungsgründe zu prüfen.

Und dann halt noch das Ding, dass die komplette Regelung bzgl. Gemeinnützigkeit halt primär auf Vereine, … ausgelegt ist.

Sprich kleine Projekte, einzelne Contributors zu unterstützen. Vielleicht sogar damit Leute easy zu motivieren in ihrer Freizeit zu OSS zu contributen wird damit eher schwierig.

Weil OSS eben nicht immer ein System mit Vereinsmeierei und Ländergrenzen ist und nicht jede Library von nem deutschen Verein getragen wird. Und trotzdem wäre es wichtig, dass diese Arbeit gesellschaftlich gewertschätzt wird. Egal wer Träger der Software ist (außer Unternehmen vielleicht). Wenn sie gesellschaftlich relevant im Sinne 52 AO ist, sollte es Anreize geben.

Aber wenn man jetzt jedes mal feststellen muss ob Software im Sinne des 52§ AO gemeinnützig ist, wäre es mir die Eherenamtspauschale ja nicht wert, das zu verargumentieren.

Also am Ende macht man das ja wegen der Software und nicht der Bürokratie.

Was ich eigentlich will: Wenn jemand in seiner Freizeit sowas wie das Knastarchiv aufbaut, dann sollte es ne Möglichkeit geben zu sagen "hey das erfüllt Gemeinnützigkeit (vgl Satz 5 und 17)". Und die Libraries die es benutzt werden somit auch gemeinnützig verwendet (*sbom rüber werf*). Gebt mal steuerliche Begünstigung.
@Lilith Das würde (imho) erfordern, dass mittels §52 die Allgemeinnützigkeit für die Software anerkannt wird, nicht für einen e.V.; ergo eine Änderung des Paragraphen.
@Lilith Selbstzertifizierung — beim CE-Zeichen geht das ja auch!
@DrWhoZee @Lilith
ah, these good old China Export signs
@Lilith
Nur: steuerliche Begünstigung auf was?
@beandev im Gegenwert der Ehrenamtspauschale.
@Lilith
Damit brauchst du aber eine gemeinnützige Organisation, die das steuerfrei ausbezahlt.
@beandev Ja oder man bekommt einfach einen Steuervorteil in entsprechender höhe.

@Lilith
Damit wären alle raus, die keine Steuern bezahlen 🤔

Ich bleibe dabei, das Steuerrecht, Körperschaften und AO sind einfach zu kompliziert und nicht Zielgruppengerecht. Ich gehe mit der Idee mit, dass es eine finanzielle Anerkennung geben muss. Aber über diese Schiene wird das meiner Meinung nach nichts.

@Lilith es könnte alles so einfach sein; die lösung ist: das bedingungslose grundeinkommen.

@Lilith In Kim Stanley Robinsons Roman "The Ministry for the Future" gibt es die Idee eines 'Carbon Coin', mit dem CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre belohnt wird. Der ist handelbar und kann gegen staatliche Währungen eingetauscht werden.

So etwas Ähnliches könnte man sich ja für gesellschaftliches Engagement überlegen.